Seit Mittwochmittag sind der Polizei neun betrügerische Telefonanrufe von angeblichen Polizisten im Landkreis Elbe-Elster gemeldet worden. „Die falschen Ermittler berichteten in ihren erdachten Geschichten von der Festnahme einer Einbrecherbande und forderten die Angerufenen teilweise auf, Auskunft über Ersparnisse und Wertgegenstände zu geben“, informiert Polizeisprecher Torsten Wendt über die Betrugsmasche.

Acht Seniorinnen und Senioren hätten die Gespräche umgehend beendigt und sich bei der echten Polizei erkundigt, ob die Informationen am Telefon der Wahrheit entsprechen. „Eine 85-jährige Finsterwalderin wurde jedoch um ihre gesamten Ersparnisse betrogen“, sagt Torsten Wendt. Vor ihrem Haus habe sie ein angeblicher Kriminalbeamter angesprochen. „Im Anschluss an dieses vertrauenserweckende Gespräch ließ sie den Mann in ihre Wohnung und zeigte ihm die Verstecke, an denen sie Bargeld deponiert hatte“, so Wendt. Der Betrüger habe die Wohnung kurz darauf verlassen und angekündigt, später die „Spurensicherung“ vorbeizuschicken. Als diese nicht kam, sei die Frau misstrauisch geworden. Bei einem Blick in ihre Verstecke sei der Rentnerin schnell klar geworden: Ihr Geld war weg.

Betrugswelle schwappt aus Cottbus und Spree-Neiße nach Elbe-Elster

„In den letzten Wochen hat die Polizei eine Vielzahl dieser und ähnlicher Betrügereien in Südbrandenburg registriert“, sagt Torsten Wendt. Die jüngste Betrugswelle habe Cottbus und Spree-Neiße erwischt, „in dieser Woche haben die Betrüger Elbe-Elster im Visier“, so der Polizeisprecher.

„Die Gauner gehen am Telefon und auch vor Ort äußerst perfide vor. Sie rufen etliche Male erfolglos an, leider klappt es dann aber immer wieder doch mit dem Schwindel“, erklärt Torsten Wendt. „Seien sie daher besonders misstrauisch und sprechen sie mit ihren Eltern und Großeltern über diese Maschen.“

Im Sommer 2019 war die letzte Telefonbetrugswelle über Finsterwalde gerollt.

Hier noch wichtige Verhaltenshinweise der Polizei: Immer wieder und unter verschiedensten Legenden werden besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes gebracht. Ob „Enkel“, „Neffe“, „Nichte“ oder auch „Polizist“ – die Anrufer haben es immer auf Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände abgesehen. Vermeintliche Polizisten rufen an, hätten Hinweise auf Betrüger und benötigten die Mithilfe der Angerufenen. „Wir haben bei Betrügern einen Zettel mit Ihrem Namen gefunden und brauchen Ihre Hilfe!“, so oder so ähnlich versuchen Betrüger die Angerufenen zu bewegen, Schmuck und Wertgegenstände „für Untersuchungen vorübergehend auszuhändigen“ oder erfragen auch Kontoverbindungen.

Dabei wird sogar die Telefonnummer manipuliert, so dass im Display ein tatsächlich existierender Polizeianschluss vorgegaukelt wird, manchmal auch die Notrufnummer 110. Aber auch an der Haustür klingeln angebliche „Polizisten“, wollen wegen Einbrüchen in der Nachbarschaft ermitteln oder bieten Beratungen an und zeigen dabei gefälschte Dienstausweise vor. Auch hier ist höchste Vorsicht geboten, wenn sich jemand erkundigen möchte, „ob Ihr Geld oder Schmuck sicher verwahrt ist?“. Seien Sie misstrauisch und geben Sie den Unbekannten keine Informationen über Wertgegenstände oder Bargeld. Ruft jemand unter der Notrufnummer 110 an, können Sie sicher sein, hier ist ein Trickbetrüger am Werk.

Auch ohne Schaden Anzeige erstatten

Informieren Sie sofort die richtige Polizei (Notruf 110), wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn kein Schaden entstanden ist. Seien Sie auch der Polizei (und anderen unbekannten Personen) gegenüber an der Haustüre misstrauisch und rufen Sie die zuständige Dienststelle oder den Notruf an. Dort kann man den Einsatz bestätigen oder Ihnen Hilfe senden. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter https://polizei.brandenburg.de/seite/aktuelle-betrugsphaenomene-im-land-brand/641821.