Begegnungscafé in Finsterwalde: „Maria und Martha“ – eine Idee lockt ins Zentrum

Die Organisatoren beider christlicher Konfessionen besprechen in den Räumen für das Begegnungscafé in Finsterwalde Details zur Eröffnung.
Mario Sanders- Neues Begegnungscafé „Maria und Martha“ eröffnet am 12.09.2025 in Finsterwalde, Berliner Straße 19.
- Gemeinschaftsprojekt von evangelischer und katholischer Kirche – offen für alle Besucher*innen.
- Angebot: Kaffee, Kuchen, Literatur, „hängender Kaffee“, Eine-Welt-Produkte, Gespräche, Hilfsdienste.
- Geplante Aktionen: Frühstückstreffen, Repaircafé, Lesungen, Kinderangebote, Themenabende.
- Zwei Jahre Testphase – Ziel: ein Ort der Begegnung und Belebung der Innenstadt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mitten in der Berliner Straße 19, Finsterwaldes belebtester Einkaufsmeile, entsteht etwas, das in der Region bislang einzigartig ist: ein Begegnungscafé, getragen von evangelischer und katholischer Gemeinde, offen für alle, die mehr suchen als nur einen schnellen Kaffee.
Das Projekt „Maria und Martha“ will ab 12. September 2025, 15 Uhr, einen Raum bieten, in dem Kirche sichtbar und erlebbar wird – und dabei ganz bewusst die Schwelle zum klassischen Gemeindehaus hinter sich lässt, war von Pfarrer Markus Herrbruck zu erfahren. Geöffnet sei vorerst von Montag- bis Freitagnachmittags.
Wer sind eigentlich Maria und Martha? Irritiert der Name? Oder macht er neugierig? Dahinter verbergen sich zwei biblische Schwestern: Die eine hört zu, die andere packt an. Dieses Duo steht sinnbildlich für das, was das neue Café bieten will: ein Ort zum Ankommen, Zuhören, ins Gespräch kommen, aber auch für praktische Hilfen, Kaffee, Kuchen und kleine Dienste.
Begegnungscafé Finsterwalde: Was das Konzept bietet
Die Idee entstand aus dem Gefühl heraus, dass Kirche heute mehr denn je gefragt ist, neue Wege zu gehen. „Wir merken, wie hoch die Schwelle für Außenstehende ist, unsere Angebote wahrzunehmen“, erzählt Markus Herrbruck. „Unser Gemeindehaus ist attraktiv, aber manche finden einfach nicht hinein. Deshalb gehen wir zusätzlich zu unseren Angeboten wie Tafel und Kita raus – mitten ins Leben.“

Bald ein neues Angebot in Finsterwalde: eine Tasse Kaffee, serviert in ökumenischer Gemeinschaftsarbeit für Alle.
Kristina Schaefer/epdDas Konzept ist durchdacht: Einladende Tische, fair gehandelter Kaffee, Kuchen auf Spendenbasis, ein Regal mit Literatur – nicht nur christlich, sondern bunt gemischt. Wer will, kann sich zurückziehen oder ins Gespräch kommen. Ehrenamtliche kümmern sich, hören zu, vermitteln bei Bedarf Hilfen oder einfach ein gutes Wort. Zu bestimmten Zeiten sind auch Pfarrer Herrbruck oder Pater Ensch sowie Gemeindemitarbeitende vor Ort, aber immer ohne Druck, ohne Mission. „Du musst hier nichts – aber du kannst“, lautet das unausgesprochene Motto.
Begegnungscafé: Ein Schaufenster lädt in Finsterwalde ein
Im Angebot: Ein „hängender Kaffee“ – jemand zahlt einen Kaffee im Voraus, jemand anderes kann ihn später konsumieren, gerade wenn bei demjenigen das Geld knapp ist. Es gibt kleine Regale mit Eine-Welt-Produkten, christlichen Geschenken oder Lesestoff zum Mitnehmen. Und jede Menge Platz für neue Ideen.
Pater Norbert Ensch schwärmt von der Idee und Umsetzung: „Es ist ein hervorragendes Projekt der beiden christlichen Konfessionen, dass wir zutiefst unterstützen. Unser Herr und Meister hat die Leute begeistert, weil er ihnen real und auf Augenhöhe begegnet ist. Das wollen wir in der Berliner Straße leisten. Die Menschen brauchen Begegnung und Kontakt, Vinzenz von Paul sagt: Seid gut und man wird euch glauben.“
Vinzenz von Paul (1581 bis 1660)
- Er war ein Priester und Heiliger in der katholischen Kirche.
- Er widmete sein Leben der Hilfe für Arme und Kranke, gründete 1625 den Vinzentinerorden.
- Er gilt unter anderem als Patron der Holzfäller, Seeleute, Dachdecker und Töpfer, des Federviehs und der Kaffeehäuser.
Für alle in Finsterwalde, die einfach mal reinschauen wollen
Das Café richtet sich vor allem an Laufkundschaft: Menschen, die neugierig sind, eine Pause brauchen, vielleicht ein Gespräch suchen. Die Berliner Straße mit ihren Geschäften und dem regen Treiben verspricht viel Zulauf. Angesprochen sind aber auch Touristen, die per Rad die Lausitz erkunden oder die berühmte F60 besuchen.
Geplant sind regelmäßige Frühstückstreffen, ein Repaircafé, Lesungen, Kinder-Angebote, kleine Hilfen im Alltag – immer offen für neue Impulse aus dem ökumenischen Team oder von Gästen. Wichtig ist: Scheitern ist erlaubt. „Wir probieren aus, was angenommen wird. Das Café soll sich mit seinen Gästen entwickeln“, sagt Pfarrer Herrbruck.
Für Stephan Klimpke ist diese Idee, die von Pfarrer Herrbruck an die katholische Gemeinde herangetragen wurde, auch ein guter Beitrag zur Belebung der Innenstadt von Finsterwalde. „Wir mussten kurz innehalten. Schaffen wir das? Es gab große Bereitschaft unserer Ehrenamtlichen, sodass wir fest glauben: Es wird, auch mit den Themenabenden, gut angenommen werden.“
In Finsterwalde kann aus Projekt auf Probe Zukunft mit Vision werden
Zunächst läuft das Projekt auf Probe: Zwei Jahre sind geplant, dann wird Bilanz gezogen. Werden genug Ehrenamtliche gefunden? Was wird besonders nachgefragt? Das alles ist offen – aber der Mut zum Risiko gehört dazu. Und die Hoffnung, dass das Café zu einem festen Ort der Begegnung in Finsterwalde wird.
„Mich persönlich begeistert an ‚Maria und Martha‘ vor allem die Offenheit: Hier wird Kirche nicht als exklusiver Club verstanden, sondern als Gastgeberin für alle, die Gesellschaft, Gespräch oder einfach ein Stück Kuchen und einen Kaffee suchen“, sagt auch Andreas Jahn von der katholischen Gemeinde. „Vielleicht fragt sich am Ende wirklich mancher: Warum macht Kirche das eigentlich? Die Antwort ist einfach: Weil es gut tut – und weil es uns alle ein Stück näher zusammenbringt.“


