Auto in Finsterwalde
: Reifenwechsel im Herbst – sicher und günstig selbst machen?

Ein Kfz-Meister aus Massen bei Finsterwalde erläutert die Risiken beim privaten Reifenwechsel. Was der ADAC empfiehlt.
Von
Kai Roeper
Massen
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Viele Autofahrer wechseln ihre Reifen selbst. Martin Mittelstädt, Geschäftsführer Automobile Walter GmbH, empfiehlt dies nicht.

Viele Autofahrer wechseln ihre Reifen selbst. Martin Mittelstädt, Geschäftsführer der Automobile Walter GmbH in Massen bei Finsterwalde, kann dies wegen unterschätzten Folgeschäden nicht empfehlen.

Kai Roeper
  • Experten warnen vor privaten Reifenwechseln wegen hoher Risiken und Folgeschäden.
  • ADAC bietet Online-Anleitungen und empfiehlt Profiltiefen von 4 mm für Winterreifen.
  • Allwetterreifen sind möglich, aber mit höheren Abnutzungen und längeren Bremswegen.
  • Reifen sollten nicht älter als sieben Jahre sein und korrekt gelagert werden.
  • Werkstätten in Finsterwalde wechseln Reifen für 20-25 Euro, inkl. Auswuchten und Einlagerung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die ersten kalten Nächte sind vorüber. Höchste Zeit also, um die Reifen bei seinem Auto zu wechseln und sich für den Winter zu rüsten. Dank Angeboten aus Supermärkten und Discountern, sind Wagenheber und Drehmomentschlüssel schnell und günstig besorgt. Doch funktioniert der Reifenwechsel wirklich so einfach oder unterschätzen Autofahrer die potenziellen Gefahren und Folgeschäden?

Martin Mittelstädt ist Geschäftsführer in der Automobile Walter GmbH. Er rät Autofahrern zu einer gewissenhaften Planung beim Reifenwechsel und verweist auf die bekannte Faustregel: „Die Leute wechseln prinzipiell zu spät ihre Reifen. Die Eselsbrücke von O bis O, also von Oktober bis Ostern, gilt nach wie vor.

Oftmals wird aber bis zum ersten Frost gewartet.“ Der Wechsel müsse aber deutlich früher stattfinden. Schon bei einer Temperatur unter 7° C sind Sommerreifen im Nachteil.

Wenn der erste Frost erst mal durch ist, sind lange Wartezeiten bei der Terminvergabe in der Autowerkstatt die Folge. Martin Mittelstädt: „Winterreifen können problemlos Anfang Oktober oder sogar schon Ende September montiert werden.“

ADAC bietet Anleitung zum Reifenwechsel an

Um den Wagen auf einen Reifenwechsel vorzubereiten, sollte als erster Schritt eine Waschanlage aufgesucht werden. Martin Mittelstädt empfiehlt vor allem nach dem Winter eine Unterbodenwäsche, um das Streusalz wieder abzuwaschen und keine Beschädigungen zu riskieren.

Für den Reifenwechsel zu Hause bietet der ADAC auf seiner Internetseite eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an. Vorher sind die Radschrauben oder Radmuttern auf Beschädigungen zu kontrollieren. Auch bereits benutzte Winterreifen sollten auf Schäden und auf die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm überprüft werden. Der ADAC empfiehlt für Sommerreifen drei Millimeter, für Winterreifen sogar vier Millimeter.

Kfz-Meister Martin Mittelstädt sieht das genauso: „Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe bei Reifen beträgt zwar 1,6 mm, aber mit so wenig Profil hat das Rad Probleme, Schnee und Wasser zu verdrängen. Vier Millimeter Profil sollte der Winterreifen mindestens haben.“

Allwetterreifen können in unserer Region problemlos befahren fahren. Kfz-Meister Martin Mittelstädt warnt allerdings vor einer hohen Abnutzung.

Allwetterreifen können in unserer Region problemlos gefahren fahren. Kfz-Meister Martin Mittelstädt aus Massen bei Finsterwalde warnt allerdings vor einer hohen Abnutzung.

Kai Roeper

Kann man sich den ganzen Wechselstress nicht sparen und einfach Allwetterreifen nutzen? Für unsere Region sei dies problemlos möglich, so Martin Mittelstädt. Er erklärt: „Allwetterreifen sind momentan nur ein Kompromiss. Im Sommer wie im Winter ist der Bremsweg länger. Es kann zu einem Sägezahnprofil kommen und im schlimmsten Fall sind die Reifen nach zwei Jahren schon heruntergefahren.“

Kfz-Meister aus Massen rät von privaten Reifenwechsel ab

Laut ADAC wird für den Reifenwechsel als Erstes das benötigte Werkzeug wie ein stabiler Wagenheber, Radkreuz sowie Drehmomentschlüssel bereitgelegt. Danach könne es schon losgehen: Die Handbremse wird angezogen, das Fahrzeug auf die Montagehöhe angehoben, die Muttern ganz abgeschraubt und das Rad abgenommen.

Kfz-Meister Martin Mittelstädt rät allerdings davon ab, die Räder selbst zu wechseln. Schon von den billigen Werkzeugangeboten in den Geschäften ist der Meister für Kraftfahrzeugtechnik sowie Karosserie- und Fahrzeugbau kein Fan. Er erklärt: „Selbst zu wechseln, ist von den Fahrzeugherstellern gar nicht mehr gewollt. Schließlich gibt es in den meisten Autos weder Ersatzrad noch Wagenheber.“ Der Massener Kfz-Meister sieht zudem zu viele potenzielle Gefahrenquellen. So oft hätte er schon zerkratzte oder verbeulte Karosserien gesehen. Reifen seien zu fest oder zu lose befestigt gewesen und manche sind sogar schon abgefallen.

„Mittlerweile kann so viel schiefgehen. Die alte Schule macht heute noch gerne Fett auf die Nabe, der Drehmomentschlüssel ist meistens nicht geeicht oder kann mit Überspannung gelagert worden sein oder es werden Reifen vertauscht und entgegen der Laufrichtung montiert“, erklärt Martin Mittelstädt. Das alles könne zu Folgeschäden an der sensiblen Technik im Auto führen. Systeme wie ABS und ESP oder das Reifendruckkontrollsystem seien abhängig von korrekt montierten Reifen.

Was nach dem Reifenwechsel zu beachten ist

Auch bei den Reifen selbst weist Martin Mittelstädt auf fehlendes Know-how hin. Diese dürften nicht älter als sieben Jahre sein. Martin Mittelstädt: „Viele wissen jedoch nicht mal, wo man das beim Reifen ablesen kann.“ Eine vierstellige Zahlengruppe auf der Seitenwand des Reifens gibt an, in welcher Kalenderwoche und in welchem Jahr der Reifen hergestellt wurde.

Diese vier Zahlen auf der Seite geben an, in welcher Kalenderwoche und in welchem Jahr der Reifen hergestellt wurde.

Diese vier Zahlen auf der Seite geben an, in welcher Kalenderwoche und in welchem Jahr der Reifen hergestellt wurde. In diesem Fall in der 49. Kalenderwoche im Jahr 2016. Diese Reifen sollten im nächsten Sommer also nicht mehr gefahren werden.

Kai Roeper

Selbst bei der Reifenlagerung passieren Fehler. Bis zu acht Räder können zwar übereinander gestapelt werden, ein Reifenbaum sei allerdings schonender für die Felgen. Außerdem sollten die Räder vor der Lagerung ausgewuchtet werden.

Ein Reifenwechsel bei Werkstätten um Finsterwalde kostet etwa 20 bis 25 Euro. Oft ist gegen Aufpreis auch das Auswuchten der Reifen sowie die Einlagerung vor Ort möglich.

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