Stolz hält Guido Schmidt die Plakette „Partner der Feuerwehr“ in die Kameras. Der stellvertretende Werkleiter der Heeresinstandsetzungswerk GmbH (HIL) Doberlug-Kirchhain hat sie vor wenigen Tagen während des gemeinsamen Neujahrsempfangs mit der Stadt überreicht bekommen. Eigentlich wollte der neue Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Brandenburgs Michael Stübgen (CDU) diese Ehrung in seinen heimatlichen Gefilden selbst vornehmen. Doch er war kurzfristig verhindert.

Landrat statt Innenminister

In die Bresche sprang für ihn Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU). Er hielt eine kurze Laudatio, bevor Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, Urkunde und Plakette an Guido Schmidt weiterreichte.

Seit 1999 werden in Brandenburg Betriebe für ihre Unterstützung der Arbeit der freiwilligen Feuerwehren mit dem Förderschild „Partner der Feuerwehr“ geehrt. Beim diesjährigen Neujahrsempfang in Doberlug-Kirchhain wurde diese Auszeichnung zum 244. Mal vergeben.

Zunehmend Probleme bei Einsätzen

„Mehr als 95 Prozent der Feuerwehrleute im Land sind ehrenamtlich tätig“, unterstrich der Landrat. Nicht immer leicht sei für sie, Beruf und Ehrenamt miteinander zu verbinden. „Das Gesetz gibt ihnen zwar das Recht, im Einsatzfall den Arbeitsplatz zu verlassen“, so Heinrich-Jaschinski. Aber nicht jeder Arbeitgeber duldet dies auch.

Die Brandenburger freiwilligen Feuerwehren mit rund 38 000 ehrenamtlichen Einsatzkräften bekommen zunehmend Probleme, bei Alarmen auf qualifiziert ausgebildetes Personal in der gebotenen Eile und in ausreichender Zahl zurückgreifen zu können.

Die Plakette „Partner der Feuerwehr“ sei Ausdruck der Wertschätzung solcher Unternehmen, die auch „bei Inkaufnahme von betriebswirtschaftlichen Einbußen“, die bei ihnen beschäftigten Feuerwehrkräfte freistellen.

Freistellung über das „normale Maß hinaus“

Die HIL GmbH Doberlug-Kirchhain sei mehr als ein attraktiver Arbeitgeber. Sie stelle Mitarbeiter für Einsätze und Ausbildung bei der Feuerwehr „über das normale Maß hinaus frei“, unterstrich der Landrat. Und das sind nicht Wenige. Von den derzeit etwa 260 Beschäftigten sind etwa 70 ehrenamtliche Feuerwehrleute, zum Teil mit verantwortungsvollem Posten.

Denn bei der HIL GmbH arbeiten mittlerweile zwei Amtsbrandmeister und ein Stadtbrandmeister, weiß Siegwart Schippel. „Einer davon bist du selbst“, sagte er zu Guido Schmidt, der im Amt Schlieben Amtsbrandmeister ist. Auch der Amtsbrandmeister vom Amt Elsterland, Christian Passin, und der Stadtbrandmeister von Doberlug-Kirchhain, René Wunderlich, sind bei der HIL GmbH beschäftigt.

Bisherige Plaketten in Elbe-Elster


Agrargenossenschaft Mühlberg eG aus Mühlberg (2004), Agrofarm Goßmar e.G. aus Sonnewalde (2017), Bau- und Landtechnik GmbH aus Herzberg (2009), Bauunternehmer Berger aus Crinitz (2002), Bundeswehrinstandsetzungszentrum aus Doberlug-Kirchhain (2000), Elektroinstallation Dietmar Gurk GmbH aus Lichterfeld/Schacksdorf (2002), Manfred Predl Kanalbauelementeaus Bönitz (2003), Möbel-Mühlberg GmbH aus Mühlberg (2003), Schradenbiogas GmbH & Co. KG aus Gröden (2005), Stadt Falkenberg / Elster (2008), Südzucker GmbH aus Brottewitz (2000)

Quelle: Landesfeuerwehrverband Brandenburg