Angriff bei Doberlug-Kirchhain
: Hund oder Wolf? Genanalyse liegt nun vor

Die Frage zur Tierattacke auf einen Menschen in einem Waldstück bei Doberlug-Kirchhain ist jetzt beantwortet. Wieso nun die Polizeiarbeit beginnt.
Von
Frank Claus
Doberlug-Kirchhain
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Ein Spaziergänger im Wald bei Doberlug-Kirchhain ist von einem Tier angegriffen und verletzt worden. Eine Genanalyse sollte nun Aufschluss geben, ob es sich bei dem Tier möglicherweise um einen Wolf handelte. Die Ergebnisse sind nun da. Dieses Foto stammt von Wölfen im Wildpark Schorfheide.

Soeren Stache

Ein Mann ist am 13. Dezember 2023 in einem Wald zwischen Prießen und Dübrichen bei Doberlug-Kirchhain von einem Tier attackiert worden. Der 47-jährige Spaziergänger musste im Krankenhaus behandelt werden. Eine Genanalyse sollte Klarheit darüber bringen, ob es sich bei dem angreifenden Tier um einen umherlaufenden Hund oder einen Wolf handelt. Die Ergebnisse der Analyse liegen nun vor.

Dem Landesumweltamt Brandenburg zufolge liegen nun die Untersuchungsergebnisse des Zentrums für Wildgenetik im Senckenberg Institut, gleichzeitig Referenzzentrum für genetische Analysen beim Wolf, vor. Die würden nachweisen, dass der Spaziergänger von einem fremden Hund angegriffen wurde.

In der Pressemitteilung dazu heißt es: „Um Klarheit über den angreifenden Hundeartigen gewinnen zu können, wurden bereits auf der Intensivstation des Krankenhauses Finsterwalde genetische Proben vom Verletzten entnommen.“ Dem Team sei es gelungen, ausreichend viel Material zu sichern.

Spuren eines weiteren Haushundes festgestellt

Dieses habe nun zu einem eindeutigen Ergebnis geführt: „In allen untersuchten Proben wurden genetische Spuren eines weiteren Hundes festgestellt. Bei dem angreifenden Tier handelte es sich demnach eindeutig um einen Haushund. Die Beteiligung eines Wolfes wird ausgeschlossen.“

Elbe-Elster

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Wie der Pressesprecher des Landesumweltamtes, Thomas Frey, berichtet, habe der Verletzte immer von einem angreifenden Hund gesprochen. Dies habe er auch in einer Befragung während der Entnahme einer genetischer Probe des eigenen Hundes dem Landesamt für Umwelt bestätigt. Weil zunächst aber auch ein Wolfsangriff vermutet worden sei, wurde auch in diese Richtung ermittelt und die Genprobe veranlasst. Bis zum Vorliegen der Auswertung der Proben des im Krankenhaus entnommenen genetischen Materials könne das Landesumweltamt jedoch einen Wolfsübergriff nicht ausschließen, hieß es unmittelbar nach dem Vorfall aus dem Landesumweltamt, wenngleich das Amt einen Hundeangriff von Beginn an für deutlich wahrscheinlicher hielt.

Soziale Medien widerlegt: Der eigene Hund hat nicht zugebissen

Auch die genetische Probe des Hundes des Verletzten seien mit dem entnommene Material abgeglichen worden. Es handele sich eindeutig um zwei verschiedene Individuen. Die Verletzungen würden demnach auch nicht, wie in sozialen Medien verbreitet, vom eigenen Hund stammen. Dies würden ebenfalls die Aussagen des Verletzten bestätigen.

Das Senckenberg Institut, so der Sprecher des Landesumweltamtes, habe sich „wiederholt als äußerst kompetenter Partner erwiesen.“ Die lange Erfahrung des Instituts bei der genetischen Unterscheidung zwischen Wolf und Hund habe maßgeblich zur Aufklärung beigetragen.

Nunmehr beginnt allerdings die Polizeiarbeit. Die stehe vor der Herausforderung, den Halter des angreifenden Hundes ausfindig zu machen.