(leh) Seit Dienstag protestiert die Landwirtschafts GmbH Finsterwalde in der Sängerstadt und Doberlug-Kirchhain am Feldrand mit zwei grünen Kreuzen. Zwei Kollegen haben sich zudem an diesem Tag mit Traktoren an der Sternfahrt nach Berlin beteiligt. „Alle Aktionen sollen dazu beitragen, dass Landwirte wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken“, sagt Geschäftsführer Frank Nieczkiewicz.

Aktion „Grüne Kreuze“ gibt es deutschlandweit

Grüne Kreuze gibt es inzwischen deutschlandweit. Initiator ist der bloggende „Bauer Willi“, Wilhelm Kremer-Schillings aus Nordrhein-Westfalen. Im Landkreis Elbe-Elster war Landwirt Hans-Jürgen Gresch aus Koßdorf einer der ersten, der im September mit zwölf grünen Kreuzen gegen das Agrarpaket von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) protestiert.

Dort festgeschriebene Maßnahmen für mehr Umwelt- und Tierschutz bringen die Bauern in Rage. Unter anderem soll der Einsatz von Pestiziden weiter beschränkt werden. Dem stünden Dumpingpreise und unfaire Handelspraktiken entgegen, so die Bauern. Auch vor Schlieben stehen große Kreuze.

Bauern als Klimakiller verunglimpft

Frank Neczkiewicz, auch stellvertrender Vorsitzender vom Bauernverband Südbrandenburg e.V., sagt: „Gesellschaft, Politik und Medien sehen die Landwirtschaft als Ursache für ,alle Probleme dieser Welt’. Wir werden als Umweltvergifter und Klimakiller dargestellt. Das Gespräch mit uns wird nicht mehr gesucht, unsere Gesprächsangebote werden abgelehnt. Wir Landwirte werden aus der Gesellschaft ausgegrenzt.“

Dass sich der Naturschutzverein Elsteraue aus Falkenberg jetzt in den sozialen Netzwerken nach Ansicht von Neczkiewicz „lustig über die grünen Kreuze“ gemacht habe, zeige ihm, dass die Botschaft des stillen Protestes weder „von diesen Leuten noch von vielen, die mit vorgefertigten Meinungen das kommentierten, erkannt“ wird. „Bisher hatten wir den Eindruck, dass in unser Region der Kontakt zwischen Bevölkerung und den Landwirten recht gut ist und dass die Menschen wissen, was wir tun“, zeigt sich Neczkiewicz enttäuscht.