Von Frank Claus

Sommerzeit ist auch Straßenbauzeit. Die RUNDSCHAU hat sich auf den gegenwärtig größten Baustellen umgeschaut.

Verbindungsstraße Bad Liebenwerda-Zeischa. Die Baumaßnahme ist fast abgeschlossen. Die etwa zwei Kilometer lange Straße ist komplett asphaltiert. Gegenwärtig wird an den Banketten gearbeitet. In den Kurvenbereichen der 5,50 Meter breiten Straße erhalten die Bankette betonunterfütterte Unterbauten, auf denen schwer belastbare Gitterplatten verlegt werden. Das sei notwendig, um die Straße nicht auszufahren, wenn sich in den Kurven Busse und Lkw begegnen.

Die Fahrbahnmarkierung muss noch aufgebracht und Schilder müssen aufgestellt werden. Nach jetzigen Planungen soll die Straße Anfang August wieder freigeben werden, gesetztes Bauende ist am 12. August. Definitiv werden ab 5. August wieder die Schulbusse rollen.

Bad Liebenwerda – Torgauer Straße. Der letzte Bauabschnitt der dann komplett grundhaft ausgebauten Straße ist nur 145 Meter lang. Die Stadtverwaltung hat schon im Zuge der vorangegangenen Bauabschnitte gut vorarbeiten lassen. Mittel- und Niederspannungskabel sind verlegt, die Hülsen für die Lichtmasten gesetzt. Die Regenentwässerung und sämtliche übrigen Medien sind im Boden. Die Archäologen haben die gesamte Baumaßnahme begleitet. Gegenwärtig werden bereits die Straßenborde gesetzt. „Wir wollen Ende September/Anfang Oktober die Straße fertig haben, weil wir sie dann als wichtige Umleitungsstrecke brauchen“, sagt Steffen Rostin vom Sachgebiet Tiefbau.

Ausblick: Bad Liebenwerda – Deckenerneuerung Südring/Hag und Dresdner Straße. Im Zuge der Freigabe der B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda hat die Stadt mit dem Landesbetrieb Straßenwesen einen Vertrag abgeschlossen, der die Instandsetzung der bisher als Bundesstraße fungierenden Dresdner Straße und des Abschnittes Südring vom Kreisverkehr am Grundschulzentrum bis zur Brücke am Ortsausgang in Richtung Lausitz vorsieht. Das soll nun möglichst in den Herbstferien ab 4. Oktober unter teilweiser Vollsperrung passieren. Deshalb ist die Fertigstellung der Torgauer Straße für den innerstädtischen Umleitungsverkehr in Bad Liebenwerda so wichtig. Auf beiden Straßen soll die Deckschicht abgefräst und im Anschluss erneuert werden. Auch in der Dresdner Straße solle es nicht den ganz großen Wurf geben. Der sieht eine veränderte Gestaltung mit neuen Bereichen für Fußgänger, Radfahrer und parkende Autos vor.

Franziska Berner vom Ordnungsamt: „Wir werden zu beiden Vorhaben Anlieger und Unternehmen im Streckenverlauf noch sehr genau informieren. Momentan laufen die Vorbereitungen.“

Elsterwerda – Weststraße. Auf 620 Meter Länge ist der grundhafte Ausbau der Weststraße bereits im vollen Gange. Die Straße ist in diesem Abschnitt B 101 und B 169 zugleich. Der ausgewiesene Einbahnstraßenverkehr laufe problemlos. Die Arbeiten zur Erneuerung der Trinkwasserleitung seien fast beendet. Nächster großer Schritt ist der Bau der Behelfsstraße auf der Seite des Netto-Marktes, also auf der den Bahngleisen zugewandten Seite. Zunächst war geplant, den vorhandenen Gehweg behelfsmäßig mit einer drei Meter breiten Schotter- und Asphaltschicht zu überbauen. Nunmehr habe man sich entschieden, anstelle Bitumen auf einer Tragschicht Stahlplatten zu verlegen. Das sei kostengünstiger und spare Zeit.

Diese Behelfsstraße wird den Verkehr von Nord nach Süd, also von der Bahnhofstraße kommend, aufnehmen. Gleichzeitig wird der Verkehr von Süd nach Nord, also von der Promenade aus, durch die Elsterstraße geführt.

Komplett marode ist in der Weststraße die Regenentwässerung. Die werde zuerst erneuert. Über einen geschlossenen Regenwasserkanal werde danach in den vorhandenen Thaugraben entwässert. Grundhaft ausgebaut werde zuerst die der Innenstadt zugewandte Fahrbahnseite bis zur Behelfsstraße.

Auch auf dieser Baustelle ist das Ziel ehrgeizig. Bis Ende des Jahres soll die Straße wieder befahrbar sein. Ob das gelingt, hängt auch ganz entscheidend davon ab, ob Kriegsspätfolgen die Arbeiten ausbremsen. Der Bahnhof Elsterwerda und das Umfeld waren in den letzten Kriegstagen im April 1945 starken Bombenabwürfen ausgesetzt.