Von Frank Claus

Schon bei der 800-Jahrfeier der Stadt Elsterwerda im Jahr 2011 sorgte die Elfa-Ausstellung für Furore. Unter Regie von Oldtimerfreund Dirk Marunke war erstmals seit Einstellung des Motorradbaus in Elsterwerda eine Ausstellung gezeigt worden, bei der in Elsterwerda hergestellte Fahrräder und Motorräder und sogar eine optisch wirkungsvolle Elfa-Dokumentation präsentiert werden konnten.

Einstige Mitarbeiter und Besitzer dieser legendären Elfa-Technik fachsimpelten in einem eigens aufgestellten Zelt auf dem Marktplatz mit den Mitgliedern des Oldtimervereins Kröbeln-Elsterwerda, die mit viel Liebe und Detailtreue dieses Kapitel Elsterwerdaer Industriegeschichte beleuchtet hatten. Der Funke, der damals entzündet wurde, ist längst zu einem Feuer geworden und hat zum Beispiel auch Enrico Schulze und Henry Bieligk erfasst. Beide sind ebenfalls Oldtimerfans und haben sich der Elfa-Technik verschrieben.

Henry Bieligk ist bereits länger Inhaber von Elfa-Maschinen, unter anderem einer Elfa Windhoff LS 200, Baujahr 1932.  Schon im Jahr der 800-Jahrfeier war diese dabei. Enrico Schulze hat ebenfalls „Elfa-Fieber“ und ist Ideengeber des Elfa Stammtisches, der sich jedoch ausdrücklich nur mit dem Motorradbau beschäftigen will. Nach jahrelanger Suche konnte er im Dezember 2017 eine Elfa-Windhoff erwerben und steckt mitten in der Restaurierung. Eine zweite ist am Donnerstag dieser Woche zugelassen worden. Und das hat seinen guten Grund. Denn beide Motorräder werden bei der Elfa-Schau aus Anlass des Elsterwerdaer Frühlingsfestes an diesem Wochenende (13. und 14. April) neben anderer Technik gezeigt. Das Autohaus Lehmann war Feuer und Flamme und stellt für die Oldtimerfreunde das Autohaus zur Präsentation zur Verfügung.

Dirk Marunke strahlt: „Das gibt uns einerseits Gelegenheit, zu zeigen, was wir seit der Jahrfeier wieder zusammentragen konnten und andererseits hoffen wir, mit weiteren Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.“

Die Elfa-Motorradgeschichte war zwar relativ kurz, deshalb aber nicht unbedeutsam. Viele, so die Elfa-Enthusiasten, würden heute noch die sogenannten Fichtel&Sachs-„Butterbrotmaschinen“ kennen, die produziert wurden, als die schweren Motorräder wegen der Weltwirtschaftskrise und nach dem Krieg nicht mehr gingen. Sie durften steuer- und führerscheinfrei gefahren werden.

Alle drei Männer eint ein Gedanke: „Wenn wir uns jetzt nicht bemühen, die Entwicklung des Elfa-Motorradbaus zu dokumentieren, wird es später nicht mehr gelingen.“ Dirk Marunke ist ehrgeizig: „Alles, was mit Elfa zu tun hat, muss nach Elsterwerda zurück.“ Und die Elsterwerdaer, die jetzt noch Material haben, sollten es den Mitgliedern des Stammtisches zeigen oder anvertrauen, nicht dass es bei „Entrümplungsaktionen später mal im Müll landet und unwiderbringlich verloren ist“, sagen die drei Männer.

Bekannt ist, dass es deutschlandweit noch etwa 40 bis 50 Elfa-Motorräder gibt. Auch wenn die Dunkelziffer vielleicht etwas höher ist, bleibt diese Technik eins: Goldstaub.