Frauen der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde Bad Liebenwerda laden gemeinsam zu einem Gottesdienst zum Weltgebetstag ein. Dieser findet am Freitag, 6. März, um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Bad Liebenwerda, Südring 15, statt.

Wie Dirk Gebhard, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der evangelischen Kirchengemeinde Bad Liebenwerda mitteilt, sei der Gottesdienst von Frauen aus Simbabwe gestaltet worden und werde an diesem Tag weltweit in 108 Ländern in 88 verschiedenen Sprachen gefeiert. Seit mehr als 100 Jahren sei der Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März gefeiert wird, damit zu einer weltumspannenden christlichen Basisbewegung geworden.

Der Weltgebetstag beschäftige sich der Pressemitteilung zufolge jedes Jahr mit der Lebenssituation von Frauen in verschiedenen Ländern. Dieses Jahr haben Frauen aus Simbabwe den Bibeltext zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. Dirk Gebhard: „In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.“

Die Frauen wissen, wovon sie reden

Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020, so der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, „wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut.“ Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation seien für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben.

Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft seien jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte, aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon, so heißt es, profitieren andere.

Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, sei nicht neu: Viele Jahre habe die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien gekämpft, bis sie das Ziel 1980 erreicht hätten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, habe das Land 37 Jahre zunehmend autoritär regiert.

Noch heute benachteiligt

Noch heute seien Frauen benachteiligt. Oft würden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen.

Dirk Gebhard: „Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Aufforderung von Jesu allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen.“ Mit seiner Projektarbeit unterstütze der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; mit einer Kampagne in Mali, die für den Schulbesuch von Mädchen wirbt. Oder mit der Organisation von Wasserschutzgebieten in El Salvador, verbunden mit Lobbyarbeit zum Menschenrecht auf Wasser.

Eingeladen, so der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, „sind übrigens nicht nur Frauen – und wer möchte, kann am Rande des Gottesdienstes fair gehandelten Kaffee aus dem Weltladen erwerben.“