In der Schwarzen Elster bei Bad Liebenwerda steht ein Schwan auf einer Sandbank, während der zweite im flachen Wasser schwimmt. Fast überall kann man bis auf den Grund schauen.
Am Wehr in Bad Liebenwerda hängen die Schütze tief. Sie sind so eingestellt, dass nur eine wirklich nötige Wassermenge sie überströmt. Denn das Gebot der Stunde ist, das Wasser so lange wie möglich zurückzuhalten und nicht einfach in Richtung Elbe davon fließen zu lassen.
Aufgrund der Dürresituation in den vergangenen Jahren und der aktuellen Niederschlagssituation ist erneut eine flächendeckende Niedrigwassersituation in Grund- und Oberflächengewässern im Landkreis Elbe-Elster zu verzeichnen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Verwaltung hervor.

Ökologischer Zustand der Gewässer gefährdet

Die Niederschlagsdefizite im Landkreis Elbe-Elster, so Pressesprecher Torsten Hoffgaard, habe in den Nebengewässern der Schwarzen Elster zu einer weitgehenden Unterschreitung der ökohydrologischen Mindestabflüsse geführt. Auch in den Standgewässern seien aufgrund fehlender Zuflüsse, hohen Verdunstungsraten und fallender Grundwasserpegel kritische Wasserstände erreicht. In Verbindung mit den hohen Temperaturen bestehe die Gefahr von erheblichen Beeinträchtigungen des ökologischen Zustandes der Gewässer.

Senftenberg

Nahe Senftenberg sind Teile der Schwarzen Elster bereits wieder ausgetrocknet. Mitglieder des Landesanglerverbandes haben in einigen Abschnitten notabgefischt. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe des Landes spricht von einer „Extremsituation“. Die Zahlen verdeutlichen die Brisanz: Am sächsischen Pegel Neuwiese zwischen Hoyerswerda und Senftenberg wurden am 13. Juni nur 0,16 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss liegt an diesem Pegel bei 2,94 Kubikmeter pro Sekunde.
Da die Wetterprognose weiterhin keinen nennenswerten Niederschlag erwarten lässt, reagiert jetzt die untere Wasserbehörde mit einer Allgemeinverfügung: Mit sofortiger Wirkung sind Wasserentnahmen aus allen Oberflächengewässern des Landkreises mittels Pumpen untersagt.
Das treffe auch für Inhaber von wasserrechtlichen Erlaubnissen zur Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern zu. Auch für sie ist demzufolge für den Zeitraum der Gültigkeit die Entnahme untersagt.

Verstärkte Kontrolle – Bußgelder bis zu 50.000 Euro

Durch die untere Wasserbehörde könne eine Ausnahme von den Verboten erteilt werden, wenn die Auswirkungen auf die Ordnung des Wasserhaushalts und den Schutz der Natur nicht erheblich oder nachhaltig sind oder wenn die Regelungen zu einer unbilligen Härte führen würden.

Senftenberg/Ruhland

Der Landkreis wolle die Umsetzung der Verfügung auch kontrollieren. Dirk Gebhard, Dezernent für Recht, Ordnung und Landwirtschaft des Landkreises, erklärt, dass die Untere Wasserbehörde des Landkreises Elbe-Elster in den Sommermonaten verstärkt an den Gewässern des Landkreises unterwegs sein werde, um die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zu überwachen. Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
Zu lesen ist die Allgemeinverfügung u.a. auf der Homepage des Landkreises. Sie soll auch im Amtsblatt am 22. Juni veröffentlicht werden.