Ein Zug mit sogenanntem Heißläufer hat am Mittwochnachmittag den Bahndamm zwischen Bad Liebenwerda und Falkenberg/Elster an mehreren Stellen in Brand gesetzt. Die Leitstelle Lausitz hatte zahlreiche Ortswehren an die Feuerherde beordert. Um die Löscharbeiten und damit die Kameraden nicht zu gefährden, wurde der Zugverkehr zeitweilig eingestellt. Vom Verursacherzug war unterdessen nichts mehr zu sehen. Es wird vermutet, dass dieser in Richtung Torgau und damit über die Bundeslandgrenze weitergefahren ist.

Um 16.11 Uhr waren nach Auskunft von Einsatzleiter Martin Neumann die Feuerwehren aus Bad Liebenwerda, Theisa und Zeischa alarmiert worden. Ausgerückt sind 23 Kameraden mit fünf Fahrzeugen. Im Bereich Bahnhof-/Berliner Straße am Stellwerk in der Kurstadt hatten sie die Lage schnell im Griff, obwohl die Flammen hoch schlugen. Denn die Zufahrt lag direkt am Brandort. Allerdings hatten das trockene Gras, Strauchwerk und Schilf bereits auf beiden Seiten des Bahndammes Feuer gefangen. Dieses konnte zügig begrenzt und gelöscht werden.

Zahlreiche Brandherde am Bahndamm zwischen Bad Liebenwerda und Falkenberg

Deutlich mehr zu tun hatten die Feuerwehren aus Falkenberg und Umgebung. Es waren einige Brandstellen zu bekämpfen. Allein im Streckenabschnitt zwischen Beiersdorf und Schmerkendorf seien es nach Angaben der Leitstelle Lausitz vier Brandstellen gewesen, teilweise gefährlich nahe am Waldrand. Auch bei Rehfeld kurz vor der Landesgrenze mussten die Feuerwehrleute ran. Einsatzleiter im Raum Falkenberg war der dortige Stadtwehrführer Sören Diecke.

Zwischen 18 und etwa 18.30 Uhr seien alle Brandherde abschließend bekämpft worden. Der Zugverkehr konnte wieder aufgenommen werden.

Für die Feuerwehren im Raum Bad Liebenwerda war dies bis einschließlich Mittwoch bereits der zweite Einsatz in dieser Woche. Erst am Montagabend hatte bei Thalberg Stroh gebrannt. Dort wird Brandstiftung vermutet.

Feuerwehrfahrzeuge wegen Coronavirus nicht voll besetzt

In Corona-Zeiten rücken die Wehren auch bei kleineren Einsatzlagen mit mehr Fahrzeugen als sonst üblich aus. Wie Martin Neumann, amtierender Verbandsgemeindewehrführer, mitteilt, seien auch die Floriansjünger angehalten, Abstand zu halten. Deshalb seien die Fahrzeuge nie voll besetzt. Ansonsten beschränken sich die Feuerwehrleute auf das Einsatzgeschehen. Ausbildungsdienste und Kameradschaftstreffen finden vorerst nicht statt. Jedoch sorgen die Gerätewarte in den Depots dafür, dass die Technik und Ausrüstung stets bereit für den nächsten Einsatz ist.

Unterdessen schwant Martin Neumann nichts Gutes: „Wir haben erst Anfang April, und es ist schon so trocken.“ Er appelliert an alle, sich umsichtig in der Natur zu bewegen und auch noch so kleine Brände umgehend zu melden.