Kaum zu fassen. In der Riesaer Straße in Bad Liebenwerda soll ein Eichhörnchen mit zwei Nägeln, die durch die Vorderläufe getrieben wurden, an einen Straßenbaum genagelt worden sein. Entdeckt habe das Tier am Mittwochmorgen Sue-Ann Eulitz aus Bad Liebenwerda. Die 18-Jährige habe ihren Augen nicht getraut, als sie es fotografierte und von der Schandtat im Facebook informierte. „Ich bin fassungslos“, sagt sie gegenüber der RUNDSCHAU. Als sie das Tier sah, sei es bereits tot gewesen. Der kleine Kopf, so beschreibt sie, habe nach hinten gehangen. Die Augen seien weit aufgerissen gewesen.

Ob es noch lebte, als es angenagelt wurde, ist unklar. „Das Eichhörnchen sieht äußerlich völlig intakt aus“, sagt sie und ist ihrer Einschätzung nach auch nicht überfahren worden. Ob es in eine Falle ging? Alles unklar.

Empörung über totes Eichhörnchen bei Facebook

„Aber egal ob vorher tot oder nicht, für mich ist das eine Schweinerei“, sagt sie deftig. So sehen es auch User im Facebook. Kommentare lauten unter anderem: „Mit denjenigen das Gleiche tun, damit sie die Schmerzen spüren“ und „Wie krank muss man sein, das arme Tier“, „abartig“, „da fehlen einem die Worte“, „Was ist bloß mit den Menschen los?“. Vielfach werden auch mittelalterliche Bestrafungsmethoden vorgeschlagen. Eine Userin ist ebenfalls erschüttert, sagt auch: „Aber so manche Gedankengänge einiger Stadtbewohner hier erschrecken mich auch zutiefst.“

Vorfall in Heidenheim

Die Stadtverwaltung Bad Liebenwerda hat Kenntnis von dem Vorfall, will sich aber nicht äußern. Zuständige Ämter des Landkreises wollen jetzt vor Ort fahren und sich ein Bild machen.

Für Nadja Michler, Fachreferentin Wildtiere bei der Tierschutzorganisation Peta, ist das „eine symbolische Tat.“ Erst im September sei ein Fall aus Heidenheim gemeldet worden. Da seien elf Igel an den Vorderläufen mit Kabelbinder zusammengebunden worden.