Obstbäume pflanzen
: Experte aus Baumschule gibt Tipps – so macht man es richtig

Jetzt kommen neue Obstbäume in den Boden. In der Baumschule Saathainer Mühle gibt es deshalb seit Jahren Obstbaumtage. Was die häufigsten Fehler beim Pflanzen und Pflegen sind.
Von
Frank Claus
Saathain
Jetzt in der App anhören

Jetzt ist Pflanzzeit für Obstbäume. In der Baumschule Saathainer Mühle sind Anke und Tim Schenk gute Ratgeber. Am 7. und 8. Oktober können Äpfel auch verkostet werden. Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie Einblicke in die Pferde- und Ponywelt auf Marcos Ranch nebenan gibt es auch.

Frank Claus

Bestes Herbstwetter. Ideales Pflanzwetter. Am 7. und 8. Oktober starten die Obstbaumtage in der Baumschule Saathainer Mühle. Wie immer auch mit Apfelverkostungen. Denn gut, wenn man kosten kann, was künftig am Baum wachsen soll. In den nächsten Wochen erwarten Anke und Tim Schenk mit ihren Mitarbeitern viele Gartenfreunde mit vielen Fragen.

Denn beim Obstbaumpflanzen kann so einiges verkehrt gemacht werden. Die Standortwahl ist schon mal besonders wichtig. Dann die Pflanzaktion selbst. „Wir haben eine Vielzahl wurzelnackter Gehölze, die allesamt im Umkreis von etwa 50 Kilometern produziert wurden, im Angebot.“ Diese Gehölze hätten den Vorteil, dass sie an Bodenbeschaffenheit und Klima in der Region gewöhnt sein.

Der Pflanzakt ist schon die halbe Miete

Ganz entscheidend sei, dass gut verrotteter Humus oder qualitativ hochwertige Pflanzerde ins Pflanzloch kommen. Ein Wurzelschutz gegen Verbiss wird empfohlen, eine gute Handvoll Hornspäne hat noch nie geschadet. Die Bäume sollten bis zwei Fingerbreit über dem Wurzelansatz in den Boden kommen. Je nach Größe, ist ein Pfahl zu empfehlen. Gut Angießen ist selbstverständlich. Auch eine leichte Bodenabdeckung aus Rindenmulch schadet nicht, verhindert schnelles Austrocknen und Unkrautbildung.

In heimischen Gärten wird oft zu viel gegossen

Eine Beobachtung hat Anke Schenk häufig gemacht. Es wird in heimischen Gärten fast täglich und damit zu viel gegossen. „Ich habe schon Wurzelteller gesehen, die sahen aus wie ein Ufo.“ Soll heißen, die Wurzeln haben sich wegen zu häufiger Wassergaben gar nicht anstrengen müssen, tief in den Boden einzudringen. Der gelernte Baumschulgärtner Tim Schenk, der sich auf die Geschäftsübernahme vorbereitet und sich ab 2025 für eine weitere Ausbildung zum Gartenbautechniker in Pillnitz angemeldet hat, sagt: „Ein bis zweimal in der Woche gründlich, das reicht.“

Noch eins sollten Gartenfans wissen, wenn ein neuer Baum an einem Standort gesetzt wird, wo bereits ein Obstgehölz stand: Setze nie Kernobst auf Kernobst oder Steinobst auf Steinobst. Also: Apfel auf Birne geht nicht, Apfel auf Kirsche schon. Welche Apfelsorten gängig sind und welche neuen Sorten sich bereits bewährt haben, wollen Schenks ebenfalls erklären.