Nach mehr als drei Jahrzehnten ist die Landschaftsmalerin Annekatrin Krause (geb. 1962) aus Calau für eine Ausstellung dorthin zurückgekehrt, wo sie eine Zeit gewohnt hat – in Elsterwerda. In der neuen Schau der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ zeigt sie noch bis zum 17. November Öl- und Pastellmalerei. 40 ihrer Arbeiten hatte sie für die Ausstellung mitgebracht, 24 haben in der Galerie Platz gefunden.

Annekatrin Krause musste feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, seine Kunst in Elsterwerda zeigen zu dürfen. „Ich hatte mich beworben, aber die Galerie ist für eine längere Zeit ausgebucht. Durch einen Ausfall bin ich rein“, freut sie sich, doch eine Möglichkeit erhalten zu haben.

Die ambitionierte Freizeitkünstlerin und ihr Mann Karl-Olaf haben von 1980 bis 1987 in Elsterwerda gelebt. Zuvor hatte sie an der pädagogischen Hochschule in Dresden Germanistik und Kunsterziehung studiert. Hier arbeitete sie als Lehrerin an der damaligen Edgar-André-Oberschule in Biehla. Ihr Mann, Diplom-Ingenieur für Fördertechnik, war im Lauchhammerwerk Lauchhammer und als Technologe im Kieswerk Haida tätig. Beide kennen sich also auch in dieser Gegend aus, selbst wenn sich seitdem viel verändert hat.

Nach der Wende machte ihr Mann sich in der Personenbeförderung selbstständig. Sie gab aufgrund des seinerzeitigen Durcheinanders in der Bildungslandschaft, wie sie sagt, ihren Lehrerberuf auf und arbeitete fortan im Familienunternehmen mit. Die Malerei blieb ihr liebstes Hobby und Alltagsventil.

Personen sucht der Betrachter auf ihren Bildern vergebens. Warum? „In der Natur finde ich Dinge, die den Menschen bewegen“, begründet Annekatrin Krause den bewussten Verzicht. Und genau das bringt sie oft farbintensiv und zumeist in Öl und Acryl auf die Leinwand. Das Gesehene wird nicht 1:1 kopiert, „abgemalt“. Es dürfe gern auch ein wenig impressionistisch sein, also durch die Stimmung und den Eindruck getragen werden.

Wenn es sich beim jeweiligen Motiv anbietet, dann trägt die freischaffende Künstlerin die Farbe auch mal dick auf. Es wird gespachtelt.

Dass sie wie früher wieder einmal Menschen porträtiert, möchte sie nicht ausschließen.

Ihre Inspirationen für die Landschaftsmalerei holt sich Annekatrin Krause oft vor der Haustür. Die Staffelei steht dann in der Umgebung von Calau oder im Spreewald, in Vetschau, diese stand aber auch schon auf Rügen, ­Lanzarote und in Österreich. Mal-Utensilien wie Pastellkreide, Bleistift und Kohle gehören bei der Freizeitkünstlerin immer in das Reisegepäck.

Die Kleine Galerie in Elsterwerda lobt Annekatrin Krause als ein Kleinod. Es sei erstaunlich, dass Enthusiasten so eine Stätte in einer Kleinstadt über eine lange Zeit hochhalten können.

Das Galeriegespräch mit Annekatrin Krause findet am 11. Oktober um 19 Uhr in Elsterwerda statt.