Hirschfeld. Einen überzeugenden Wahlsieg gegen drei andere Bürgermeisterkandidaten hat Ivonne Haase hingelegt. Die 37-jährige Funktionsschwester im Krankenhaus, sie beerbt Bernd Trobisch, ist seit 2014 Gemeindevertreterin, arbeitet im Kita-, Bau- und Hauptausschuss und ist Vertreterin im Amtsausschuss. Sie möchte die Schradenlandgemeinden wieder mehr zusammen- und Hirschfeld weiter voranbringen. Die Schule bleibe ein Investitionsort. Das Jugendclubgebäude ist nach dem Brand neu aufgebaut worden. Der Dorfbach müsse saniert werden. „Was noch fehlt, ist eine Einkaufsmöglichkeit. Doch daran arbeiten wir“, versichert sie den mehr als 1200 Einwohnern.

Gröden. „Ich freue mich, dass Claus Voigt weiter in der Gemeindevertretung mitarbeiten wird“, sagt sein Nachfolger Dr. Sebastian Rick (35). Er selbst steht symbolisch für den Generationenumbruch in der Kommunalpolitik. Der Historiker wirkt seit 2003 als Abgeordneter mit. Das bisher Geschaffene in Gröden könne sich sehen lassen. Zwei von vielen Dingen liegen ihm besonders am Herzen: Der Ort braucht weiter Bauland. Denn wer bleibt oder kommt, sorgt mit seinen Kindern auch dafür, dass die Schule keine Nachwuchssorgen hat.

Großthiemig. Auf Andreas Klemm folgt als Bürgermeister Heiko Imhof (48). Der Elektriker bringt eine 15-jährige Erfahrung als Gemeindevertreter mit und ist seit fünf Jahren Stellvertreter. Der Turnhalle als großes Erneuerungsprojekt folgt die gewaltige Kita-Investition mit immerhin 1,75 Millionen Euro. Dies dürfte dann die aktuell größte Baumaßnahme im Amtsbereich sein. Der Baustart könnte im Sommer erfolgen. Und das beliebte Freibad ist längst ein Vorzeigeobjekt. Seine Vorhaben als Bürgermeister möchte Heiko Imhof zunächst mit den neuen Gemeindevertretern besprechen.

Merzdorf. Andreas Fiebak (57), selbstständiger Tiefbauunternehmer, ist ein Merzdorfer Urgestein und eine Ewigkeit Abgeordneter, nämlich seit 1993. Zwei Wahlperioden war er stellvertretender Bürgermeister und folgt nun Dr. Hartwin Zirm. Der Nachfolger lobt die Arbeit seines Vorgängers. Erfolge der gesamten Gemeinde seien u. a. die Sanierung von Freibad und Feierhalle. Ein Schwerpunkt ist nun die Suche nach Baugrundstücken.

Plessa. Nach 16 Jahren als Bürgermeister wird Gottfried Heinicke (62/Haustechniker) nicht müde, sich weiter für Plessa einzusetzen. Seine Frau könne ein Lied davon singen. Wenn ihr Mann nur kurz wegbleiben will, klärt er stundenlang Bürgerprobleme im Hoftorgespräch. Die Projekte bleiben groß: Sanierung und Neubau von Straßen, weitere Investitionen in das denkmalgeschützte Kulturhaus, das sorgenvolle Besucherkraftwerk, Ordnung und Sauberkeit, rund zwei Dutzend unbewohnte und teils verfallene Häuser, neue Jobs in vorhandenen und neuen Firmen sowie überall schnelles Internet. Es könne nicht sein, dass eine ansiedlungswillige Firma, wie geschehen, wieder umdreht, weil die Datenleitungen zu langsam seien, so Gottfried Heinicke.

Hohenleipisch. Keine Gegenkandidaten hatte Bürgermeister Lutz Schumann. Das zeitraubende Ehrenamt scheine nicht jedermanns Sache zu sein. Dafür möchte der 58-jährige Maschinenbau-Ingenieur den guten, wenn auch nicht beschwerdefreien Investitionslauf fortführen. Vereine werden unterstützt (heute öffnet das aufgestockte Sportlerheim), ebenso die Gartenbauleute. Der Hortanbau ist übergeben. Erste Gehwege sind erneuert, vier Wohnungen modernisiert. Gegenwärtig wird die alte Dorfschule umgebaut. Unter den vielen Ideen sei eines sehr wichtig: altengerechtes Wohnen schaffen, damit mehr Senioren in ihrem Heimatort bleiben können.

Schraden. Der alte und neue Bürgermeister Olaf Redlich kann in der Gemeindevertretung auf jene Gesichter bauen, die bisher schon dabei waren. Das stimmt ihn zuversichtlich für die weitere Entwicklung in dem Dorf: „Wir sind ein super Team.“ Der Geschäftsführer war ab  2008 Abgeordneter und zuletzt Vorsitzender des Amtsausschusses. Die Arbeit mit dem neuen Amtsdirektor sei konstruktiver geworden und mache richtig Spaß. Ein großes Ziel: Das Dorfgemeinschaftshaus soll 2019 fertig werden.

Gorden-Staupitz. Gern ein drittes Mal als Bürgermeister möchte Fred Wickfeld (69) arbeiten. Doch er muss in die Stichwahl. Er hätte sich längst zur Ruhe setzen können, aber er will das Angefangene beenden, wie die fast fertige grunderneuerte erste Landesstraße und hoffentlich bald die zweite Landesstraße. Beides ist eng verbunden mit dem Breitbandausbau. Künftig gelte wieder mehr Aufmerksamkeit der Straßensanierung in Gorden.

Gorden-Staupitz. Stichwahl-Gegenkandidat ist Dr.-Ing. Stephan Massner aus Gorden. Der 40-jährige Ingenieurdienstleister und Honorardozent, er kam vor viereinhalb Jahren aus Dresden, sieht noch viel Potenzial in den beiden Dörfern und möchte mehr gelebte Demokratie einführen. Zum Beispiel ein transparentes, anonymes Vorschlagswesen. Über die Ideen sollte dann öffentlich diskutiert werden.