Im November des vergangenen Jahres sind die Abrissbagger abgerückt. Nun soll spätestens im Mai der erste Spatenstich erfolgen und dann Bautechnik anrollen. Bagger, Mischertrommeln, Baukräne. Dort, wo einst das Gesellschaftshaus Hoppenz stand, sollen etwa 20 neue Wohnungen in guter innerstädtischer Lage gebaut werden.

Die alte Kultstätte für Tanz und Vergnügen war nicht mehr zu halten, Teile des Saals bereits eingestürzt. Die Wiederbelebung als Kulturhaus scheiterte auch am Protest von Anwohnern.

Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) zeigt sich froh, dass ein „städtebaulicher Missstand“ beseitigt wurde und auf dem Fuß eine hoffnungsvolle Investition folgt. Moderne Wohnungen, alle auch altersgerecht, werden entstehen.

Ein Kultobjekt gibt es nicht mehr Das Gesellschaftshaus Hoppenz ist Geschichte

Elsterwerda

Aus der Geschichte

Aus der Geschichte des einstigen Gesellschaftshauses: Das Gesellschaftshaus ist die Nachfolge-Einrichtung des Schießhauses, das es dort schon Mitte des 18. Jahrhunderts gibt. 1840 wird mit Carl Pethke in den Unterlagen des Stadtarchivs zum ersten Mal der Name eines Betreibers des Schießhaus-Restaurants genannt. Es folgen weitere: Wilhelm Kieksch und schließlich 1870 Johann Hoppenz, seinerzeit hochherrschaftlicher Diener am sächsischen Hof und Eigentümer des Gebäudes. Er lässt 1884 den Saal anbauen und den Schriftzug Gesellschaftshaus Hoppenz anbringen. Später wird die Bühne vergrößert, werden Toiletten und Garderoben eingebaut. Ab 1928 führt Enkel Fritz Hutschenreuter das Haus weiter. Er lässt eine Kegelbahn und eine Gartenterrasse anbauen. Nach dem Krieg erhält das Haus 1945 als erstes wieder eine Ausschankgenehmigung. Nach dem Tod von Fritz Hutschenreuter im Jahr 1975 geht es in den Besitz der Stadt über.

Nach der Wende bekommt Hartmut Hutschenreuter, Sohn von Fritz, das Gebäude rückübertragen. Es gibt noch einige Tanzveranstaltungen bis etwa ins Jahr 2000, später einen Versuch, es zur Seniorenresidenz umzubauen. Das scheitert. Das Haus wird geschlossen und verfällt zusehends.