Die Gebeine der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft befinden sich in Hohenleipisch an zwei Stellen: drei Kriegsgräber auf dem ehemaligen Friedhof in der Bahnhofstraße und eines auf dem Kirchengelände. Um in besonderer Weise an die Opfer zu gedenken und zukünftige Generationen daran zu erinnern, was Krieg und Gewaltherrschaft anzurichten vermögen, besteht ein dauerhaftes Ruherecht. Daran soll auch in Hohenleipisch nicht gerüttelt werden.

Kriegsgräber an zentraler Stelle in Hohenleipisch

Jedoch gibt es den Rat aus der Kreisverwaltung Elbe-Elster, die Kriegsgräberstätten zu zentralisieren. Grundlage ist das Gräbergesetz. Dieses besagt, dass sich die Ruhestätten auf einem Friedhof befinden sollten. Doch jener in der Bahnhofstraße ist seit Ende 2015 entwidmet und ein Park. Der Vorschlag lautet deshalb, die Gebeine der Kriegs- und Gewaltopfer auf den Friedhof im Ortsteil Dreska umzubetten.
Dort befinde sich bereits eine Kriegsgräberstätte und es gäbe genügend Platz. So heißt es in einer Beschlussvorlage, die der Gemeindevertretung vorliegt. In ihrer Sitzung am 23. Juni ab 18.30 Uhr im Speiseraum der Schule wird sie darüber beraten.
Die Kosten des Umbettens würde nicht die Gemeinde Hohenleipisch tragen, sondern die Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Alte Familiengräber in Hohenleipisch stehen unter Denkmalschutz

Sollte es zu einer Umbettung kommen, bleiben immer noch teils ansehnliche Familiengrabanlagen auf dem ehemaligen Friedhof in Hohenleipisch. Diese sind vor etwa fünf Jahren vom Landkreis in die Denkmalliste aufgenommen worden. Darum muss sich nach Auskunft von Bürgermeister Lutz Schumann die Gemeinde kümmern. Die Hinterbliebenen seien weggezogen und hätten kein Interesse am Erhalt der Gräber.