Was die Truppe wohl in diesem Jahr wieder ausgeheckt hat? Die Weihnachtsversteigerung der „Röderstompers“ ist die lustigste Schaffe zwischen den Alpen und der Ostsee. Das behaupten die Musiker jedenfalls, die im Grenzgebiet Brandenburg und Sachsen wohnen und die als Band zahlreiche Feste der Region rocken und auf dem Dixielandfestival in Dresden schon öfter ihren musikalischen Fußabdruck hinterlassen haben.

Bandleader Wolfgang „Wolle“ Staemmler, gerade erst wieder beim Weihnachtskonzert der Big-Band Bad Liebenwerda aktiv, freut sich schon auf die verdutzten Gesichter, wenn so manches Paket im Saal geöffnet wird?

Versteigerung vergleichbar mit Schrottwichteln

Wie die Versteigerung funktioniert? Einfach das mitbringen, was zu Hause in der Ecke steht, irgendwie den Familienfrieden stört, nicht mehr gebraucht wird oder einfach nur der „Clou“ des Abends werden könnte. Natürlich sollte alles neuwertig sein.

Röderstompers knacken erneut den Rekord 2300 Euro für den Wünschewagen

Reichenhain

Was ist da nicht schon alles versteigert worden: Stehlampen, Küchengeräte, Gemälde, Dekorationsartikel, Auto-Innenreinigung, Werkzeug-Sets, Bettdecken, Kissen, Bademantel, Nachtwäsche, selbst Dessous und so manch anderer Erotikartikel.

„Nicht selten bringen Leute auch gleich das mit, was sie zu Weihnachten doppelt geschenkt bekommen haben oder wonach ihnen nicht der Sinn steht“, berichtet Wolfgang Staemmler. Da hat der Nicht-Whiskeytrinker auch schon mal den guten 15-Jährigen spendiert, der Biertrinker eine Kiste edlen Rotwein. Besonders heiß sind oft die „Black-Boxes“, von denen man nicht weiß, was drinsteckt.

Mitmachen kann bei der Versteigerung jeder

Aber aufgepasst! Längst gibt es Füchse bei der Versteigerung. Leute, die für die Heimfahrt gleich mal ein Großraumtaxi mieten, um alles nach Hause zu bekommen. Mitmachen kann bei der Versteigerung jeder, kommen kann, wer will. Nur zeitig ist in diesem Fall wichtig, die Sitzplätze sind begehrt, fröhliche Tischnachbarn sind garantiert. Los geht es am 28. Dezember um 20 Uhr in der Gaststätte „Eichhörnchen“ in Reichenhain. Die Wirtsleute unterstützen das Projekt seit Jahren.

Versteigert wird alles für den guten Zweck

Auch, weil die Erlöse immer einem guten Zweck zugute kommen. Das ist schon Geld für die Tsunami-Kinder in Sri Lanka gesammelt worden, für das Haus-Leben in Bad Liebenwerda, das Krebskranken und Angehörigen hilft, für den Wünschewagen des ASB, der Totgeweihten einen letzten Wunsch erfüllt. In diesem Jahr soll das Geld dem Kinderhaus „Pusteblume“ zugute kommen, in dem nach Fertigstellung Kinder mit lebensverkürzenden Krankheiten liebevoll betreut werden.

Die Versteigerung hat auch immer ein Motto. Im vergangenen Jahr war es der Brexit. Und in diesem Jahr? „Das Theater geht weiter“, sagt Wolfgang Staemmler. Das Thema diesmal: „Brexit 2.0" mit Chefauktionator Rene Schollbach, alias Boris Schollson. Er und sein langjähriger Assistent Jens Gute sollen sich irgendwo eingeschlossen haben. Es habe bei der Kostümprobe wohl irgendwelche Komplikationen gegeben...