In einem Großeinsatz haben Zoll und Bundespolizei am Mittwochabend Objekte in Binz auf Rügen, in Elsterwerda und Riesa durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen zwei mutmaßlich gewerbsmäßige Schleuser, wie die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt am Donnerstagmorgen informiert.
Im Fokus der Staatsanwaltschaft stehen zwei aus Mazedonien stammende Verdächtige. Einer davon lebt auf Rügen, der andere in Riesa, wie die Bundespolizei auf Nachfrage bestätigt. Die Männer stehen im Verdacht, für unerlaubt eingereiste albanische und mazedonische Staatsangehörige den Aufenthalt und eine nicht selbständige, illegale Arbeitsaufnahme im gastronomischen Gewerbe organisiert zu haben, so Polizeisprecher Torsten Tamm.
Bundespolizei durchsucht Wohnung in Elsterwerda
In Elsterwerda wurde den Angaben zufolge am Mittwochabend eine Wohnung durchsucht. Festgenommen wurde zunächst niemand.
Insgesamt waren 140 Beamten an der Aktion beteiligt.Acht Wohnungen und Restaurants wurden durchsucht und dabei Geschäftsunterlagen, Computer und Speichermedien beschlagnahmt. Dabei wurden vier Menschen entdeckt, die sich unerlaubt in Deutschland aufhalten.
Verdächtige sollen illegale Arbeiter ausgebeutet haben
Die beiden Hauptverdächtigen sollen die illegal Eingereisten in Deutschland untergebracht und ihnen eine illegale Arbeit im gastronomischen Bereich verschafft haben. Dabei wurden die Eingeschleusten auch gleich noch ausgebeutet. Sie seien zu ungünstigen Arbeitsbedingungen beschäftigt und ihnen ihr Arbeitsentgelt vorenthalten worden, so die Bundespolizei.
Die Ermittlungen laufen weiter. Den Verdächtigen drohen Freiheitsstrafen bis zu 10 Jahre.
Zoll verschärft Kampf gegen illegale Beschäftigung
Illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit sollen verstärkt bekämpft werden. Dazu hat der Bundestag im Juni einen Gesetzentwurf von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) beschlossen. Die dafür zuständige Sondereinheit beim Zoll, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), erhält mehr Personal und Befugnisse.
In Cottbus hat die zuständige Spezialeinheit bereits im vergangenen Jahr einen verstärkten Fokus auf Schwarzarbeit gelegt. Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, sagt der Leiter der Finanzkontrolle in Cottbus, Guido Eßer.