Hochwasser in Brandenburg
: Bringt Schwarze Elster den Senftenberger See zum Überlaufen?

Um die 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sind in der vergangenen Woche in der Region gefallen. Die Schwarze Elster ist ziemlich voll und breit geworden. Bringen diese Wassermassen den Senftenberger See jetzt zum Überlaufen?
Von
Torsten Richter-Zippack
Senftenberg
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  • Die Elster ist im Bereich der Brücke Niemtsch zu einem breiten Strom geworden. Teile der Vorländer stehen unter Wasser.

    Die Elster ist im Bereich der Brücke Niemtsch zu einem breiten Strom geworden. Teile der Vorländer stehen unter Wasser.

    Torsten Richter-Zippack
  • Am Verteilerwehr Kleinkoschen wird Elsterwasser in den Senftenberger und in den Geierswalder See eingespeist.

    Am Verteilerwehr Kleinkoschen wird Elsterwasser in den Senftenberger und in den Geierswalder See eingespeist.

    Torsten Richter-Zippack
  • Von der Elsterbrücke der L63 bei Schraden präsentiert sich der Fluss derzeit breit wie ein See.

    Von der Elsterbrücke der L63 bei Schraden präsentiert sich der Fluss derzeit breit wie ein See.

    Mirko Sattler
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Es sind Bilder, die es seit längerem in der Region nicht mehr gab. Menschen stehen gestikulierend auf den Brücken, welche über die Schwarze Elster führen. Beispielsweise auf der Flussquerung zwischen Brieske und Niemtsch. Tatsächlich gibt die Elster dort ein beeindruckendes Bild ab. Sie scheint etwa doppelt so breit zu sein als normal, und die Strömung ist gewaltig. Viel Platz zwischen dem Wasser und der Brücke bleibt nicht mehr.

Hier wie auch anderenorts haben die Vorländer inzwischen nasse Füße bekommen. Das sind jene Bereiche zwischen dem eigentlichen Flusslauf und den Deichen. Wird das Wasser weiter steigen? Müssen bald Sandsäcke gestapelt werden, um die Überschwemmung der angrenzenden Kleingärten sowie gar der nahen Briesker Elsterkampfbahn zu verhindern? Oder zu verlangsamen?

Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) haben die erheblichen Niederschläge in den vergangenen Tagen tatsächlich zu steigenden Wasserständen an allen Pegeln geführt. Im sächsischen Teil der Schwarzen Elster wurde teilweise bereits der Richtwert für Alarmstufe II überschritten. Darüber hinaus wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag für Bad Liebenwerda die höchste Alarmstufe I ausgerufen. Dort kommt, im Gegensatz zum Raum Senftenberg, das Wasser von Nebenflüssen wie der Pulsnitz und der Großen Röder/Geißlitz hinzu. Flussnahe Grünländer und tief liegende Auen können überflutet werden.

Wie viel Wasser sich jetzt im Senftenberger See befindet

Und wie sieht es am und im Senftenberger See aus? Dieser gilt ja in erster Linie nicht als Badesee, sondern als Wasserspeicher. Tatsächlich befindet sich das Gewässer nach Angaben von Staumeisterin Elke Faber vom LfU noch nicht im Vollstau. Dieser läge bei 99 Metern über Normalnull. Mit Stand 27. Dezember, 12 Uhr, wurden 98,96 Meter gemessen. Es fehlten also noch vier Zentimeter. Zudem haben die Niederschläge vorerst aufgehört. „Alles im grünen Bereich“, resümiert Elke Faber.

Der Senftenberger See kappe die Wasserspitze, damit elsterabwärts gelegene Orte nicht absaufen, beispielsweise Elsterwerda. Von einem echten Hochwasser könne derzeit keine Rede sein.

Der Lindenauer Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer hat indes zwischen dem 20. und 26. Dezember in seinem Heimatort insgesamt 57 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen. Diese Menge in Schnee hätte eine Höhe von 56 Zentimeter ergeben, rechnet Kupfer vor. Zum Vergleich: Auf dem Fichtelberg im Erzgebirge hat der Deutsche Wetterdienst am 27. Dezember 72 Zentimeter der weißen Pracht gemessen.