Von Karsten Bär

Jede Menge Trubel und Aktion  begleitete das Kneipp-Gesundheitsfest am Sonnabend im  Grundschulzentrum (GSZ) Robert Reiss und im Hort „Sonnenkäfer“ in Bad Liebenwerda. Gefeiert wird das vom Förderverein organisierte Schulfest aller zwei Jahre – doch dieses Mal gab es einen besonderen Grund: Beide Einrichtungen sind vom Kneipp-Bund zertifiziert worden.

Einmal Probieren ist Pflicht: Brote mit Quark-Radieschen-Aufstrich, mediterranem Tomatenaufstrich und  Cranberry-Butter bietet Iris Schmidt an ihrem Stand den Schülern an, die mindestens ein Häppchen kosten müssen, um einen Stempel in ihren Kneipp-Gesundheitspass zu bekommen. Gesunde Ernährung ist ein Bestandteil der Kneippschen Gesundheitslehre – und somit auch des Konzeptes von Schule und Hort. Aus frischen Zutaten zubereitet sollte das Essen sein – so wie beim „Gesunden Frühstück“, das Iris Schmidt, die auch Mitglied im Kneipp-Verein Bad Liebenwerda ist, an jedem Schultag für die Kinder im GSZ anbietet. 180 Kinder sind derzeit in der Frühstücksversorgung der Schule.

Dass Kneipp im GSZ und Hort längst kein Unbekannter mehr ist, zeigt sich auch am Stand von Gudrun Kuhl. Die Kräuterpädagogin aus Herzberg unterstützt beim Schulfest den Kneipp-Verein Bad Liebenwerda. Man kennt sich gut und unterstützt sich. Beim Kräuterquiz gilt es, Pflanzen wie Minze, Breitwegerich oder Schafgarbe zu bestimmen. „Es ist wichtig, den Kindern die Natur nahe zu bringen“, meint die Erzieherin. „Sonst geht so viel Wissen verloren.“  Auch die Heilpflanzen sind schließlich ein Bestandteil der Lehre Sebastian Kneipps.

Der „Wasserdoktor“ wäre genau einen Tag vor dem Fest 198 Jahre alt geworden. Darauf wies Joachim Rudolph, Vizepräsident sowohl des Kneipp-Bundes als auch des Landesverbandes Brandenburg, hin. Beim Schulfest überreichte er offiziell die Kneipp-Zertifizierungen. Um dies zu erreichen, hätten die Einrichtungen nachweisen müssen, dass die fünf Säulen der Kneippschen Gesundheitslehre (Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen, Lebensordnung) in ihr Konzept integriert sind und im Alltag Anwendung finden. Zudem müssen Erzieher bzw. Lehrer eine Kneipp-Fortbildung absolviert haben. Bundesweit gebe es rund 650 Einrichtungen mit Kneipp-Zertifizierung, von denen die meisten Kitas sind, so Rudolph. Kneipp-Schulen gibt es Brandenburg bislang sechs.

Für Bürgermeister Thomas Richter reicht die Bedeutung der Zertifizierung von Schule und Hort weit mehr die beiden Einrichtungen hinaus. Bad Liebenwerdas wolle bekanntlich Heilbad werden und setze neben dem Heilmittel Moor nun auch auf Kneipp-Anwendungen als zweites heimisches Heilmittel, sagte er.

Das Thema Kneipp blieb indes nicht das einzige das Schulfest prägende Thema. Darbietungen und Informationen der Freiwilligen Feuerwehr und der DLRG gab es ebenso zu erleben wie die Taiko-Kids an ihren Trommeln. Nicht zuletzt zeigten die Talente des Grundschulzentrums mit Gesang, Tanz und Theateraufführungen ihr Können. Als krönender Abschluss des Festes überraschte Falkner Oliver Peipe  mit seinem Wüstenbussard die Festbesucher, die mit in die Vorführungen eingebunden wurden.