Kriegsgräber und die Kriegsgräberfürsorge standen im Fokus des 7. Lichtmess-Symposiums, zu dem die Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde e.V. und das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum nach Bad Liebenwerda geladen hatten. Damit sollte nicht nur an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert werden, sondern auch an die reiche Erinnerungslandschaft in Elbe-Elster und den angrenzenden Regionen. Die Pressestelle des Landkreises hat die Inhalte des Symposiums zusammengefasst.

Aufmerksame Aufarbeitung

Auch 75 Jahre nach Kriegsende sind viele Fragen, die sich mit Kriegsgräbern und dem Gedenken verbinden, sehr aktuell. Wieder müssen neue Kriegsgräber ausgehoben werden, rückt die Frage nach dem Umgang mit Trauer und Krieg erneut auf die Tagesordnung. Gleichzeitig bedarf der Tod von Millionen Menschen während der NS-Herrschaft, des Zweiten Weltkriegs und den Jahren nach 1945 weiterhin der aufmerksamen Aufarbeitung.

Die Vorträge auf dem Lichtmess-Symposium beschäftigten sich mit der Geschichte des Kriegsgrabes an sich, mit der Betroffenheit des Einzelnen und der Familie wie auch mit dem Umgang mit der Thematik nach dem Krieg bis in die Gegenwart.

Begrüßt wurden Zuhörer und Referenten von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, der sich seit vielen Jahren für die Pflege der Gräber von Kriegstoten gleich welcher Nation einsetzt. Anschließend sprach Dr. Dirk Reitz vom Landesverband Sachsen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräbervorsorge zum Soldatengrab im 20. und 21. Jahrhundert.

Dr. Sebastian Rick stellte den Weg des Grödeners und späteren Nestors der sächsischen Denkmalpflege Hans Nadler im Zweiten Weltkrieg vor. Einen Blick in private Briefwechsel zwischen Heimat und Front warf Ralf Uschner. Bernd-Jürgen Fritsch erinnerte an die ehemaligen Gefangenenlager Mühlberg 1939 und ging dabei auch auf die Leiden der beiden Opfergruppen und Probleme beim Gedenken ein. Vergessene oder erinnerte Verbrechen an sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland und Europa seit 1945 stand im Fokus des Beitrags von Jens Nagel, Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain.

Elbe-Elster hat viele Gedenkorte

Deutlich wurde erneut, dass sich im Elbe-Elster-Land zahlreiche Orte nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und politischer Willkür aus den Jahren nach 1945 finden; vielfach Gedenkstätten mit erläuternden Tafeln und Ausstellungen. Heraus ragen die Gedenkorte um Tröbitz zum „Verlorenen Transport“ inhaftierter Juden aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und der riesige Komplex zur Unterbringung von Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges zwischen Mühlberg und Zeithain, der nach 1945 als NKWD-Lager erneut eine Nachnutzung erfuhr bzw. als militärisches Sperrgebiet über Jahrzehnte unzugänglich war. Zwischen Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Riesa finden sich mehrere gut aufgearbeitete Erinnerungs- und Gedenkstätten.

Gedenken an „Verlorenen Transport“ Die Erinnerung lebt weiter

Tröbitz

Zu den Kriegsgräbergedenkstätten, die den differenzierten Umgang mit Kriegsgefangenen aus West- und Osteuropa aufzeigen, gehören zudem die zahlreichen Gräber und Gedenktafeln auf den Dorffriedhöfen, die an zivile Opfer und gefallene Soldaten erinnern. Erkenntnis des Lichtmess-Symposiums war es, dass diese Gedenk-, Mahn- und Erinnerungslandschaft an Krieg und Willkür wahrnehmbar gemacht und weitergetragen werden muss.