Feuerwehreinsatz in Elsterwerda: Holzkohlegrill in Wohnung führt zum Tod

Rettungsdienst und Feuerwehr waren in Elsterwerda im Einsatz. (
Patrick PleulNormalerweise berichtet die Lausitzer Rundschau mit Rücksicht auf die Angehörigen und wegen der zuvor getroffenen freien Entscheidung der Betroffenen nicht über Suizide im persönlichen Wohnumfeld. In diesem Fall, so sagen Kameraden der Feuerwehr, sei aber auch eine Gefahr für weitere Hausbewohner in dem Mehrfamilienhaus in der Augst–Bebel–Straße Straße nicht ausgeschlossen gewesen.
Um 13.17 Uhr schickt die Leitstelle Lausitz am Donnerstag (9. Februar) den Rettungsdienst in das Haus nach Elsterwerda. Als sich die Sanitäter der Wohnung nähern, schlägt ihr Kohlenmonoxid–Melder, den sie zumeist an der Einsatzkleidung tragen, an. Da das giftige Kohlenmonoxid–Gas sowohl farb– als auch geruchslos ist, sind die Rettungskräfte auf dieses Gerät angewiesen. Andernfalls könnten sie umgehend selbst zum Kohlenmonoxid–Opfer werden.
Gefahr für weitere Mitbewohner nicht auszuschließen
Die Feuerwehr wird zur Hilfeleistung alarmiert. Die betritt die Wohnung unter Atemschutz und findet einen leblosen, jungen Mann. Später ist die Rede davon, dass es sich um einen Mann, Geburtsjahr 1996, handeln soll. Polizeisprecherin Ines Filohn will sich auf Nachfrage nicht näher zu den Umständen äußern, sagt nur: „Was wir machen, ist lediglich zu bestätigen, dass er aus eigenem Entschluss aus dem Leben getreten ist.“
Ein Holzkohlegrill in der Wohnung sei ursächlich gewesen. Nach anderen Darstellungen soll es sich um eine Tonne, in der Holz verbrannt wurde, gehandelt haben. Weitere Umstände ließen darauf schließen, dass der Tod selbst herbeigeführt worden ist. Die Feuerwehrkameraden sagen über die Ausführung auch und warnen: Das kann auch zu einem Brand führen, bei dem in der Folge weitere Mitmenschen gefährdet werden.
Wie gefährlich Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen sind
Baden–Württembergs Innenministerium hatte nach einem Fall, in dem ebenfalls ein Holzkohlegrill in der Wohnung zu einer schweren Rauchgasvergiftung geführt hatte, erklärt: „Wer in geschlossenen Räumen einen Holzkohlegrill entfacht, der begibt sich in ein fast schon unkalkulierbares Risiko. Verbrennungsgase verbreiten sich unbemerkt im Raum und können zu schweren Vergiftungen und schlimmstenfalls zum Tod führen.“
Suizid–Gefahr: Wie Sie Hilfe finden
Es gibt rund um die Uhr Hilfsangebote für Menschen, die sich in vermeintlich ausweglosen Situationen befinden. Hier finden Sie eine Übersicht der Rufnummern. Auch Online–Beratungsmöglichkeiten sind hier aufgeführt.
Wenn Sie sich selbst mit dem Gedanken der Selbsttötung tragen, können Sie zum Beispiel die Telefonnummer der Telefonseelsorge wählen. Der Anruf ist gebührenfrei.
Sie erreichen die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 0800/1110111 oder der Telefonnummer 0800/1110222.
Sie können sich auch per E–Mail an die Telefonseelsorge wenden. Dazu ist eine Registrierung auf der Website der Telefonseelsorge notwendig und Sie geben Ihre E–Mail–Adresse an. Die Telefonseelsorge weist darauf hin, dass Ihre Mailadresse in keinem Fall veröffentlicht wird und auch nicht von den Seelsorgern gesehen werden kann.
Zum E–Mail–Formular der Telefonseelsorge: online.telefonseelsorge.de/registrierung Mit einer solchen Registrierung per E–Mail ist auch eine Chatberatung bei der Telefonseelsorge möglich: online.telefonseelsorge.de
Eine Übersicht und Listen mit weiteren Beratungsangeboten führt die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention auf ihrer Website:
Für Kinder, Jugendliche oder deren Eltern gibt es besondere Hilfsangebote. Nummer gegen Kummer e.V. ist Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund und hat zwei telefonische Beratungsangebote eingerichtet: das Kinder– und Jugendtelefon und das Elterntelefon. Die Hilfsangebote sind kostenlos, anonym und vertraulich.
Das Kinder– und Jugendtelefon ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/1110333 montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr zu erreichen. Das Elterntelefon ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/1110550 von montags bis freitags, 9 bis 11 Uhr, sowie dienstags und donnerstags, 17 bis 19 Uhr, zu erreichen.
Mehr Blaulicht–Nachrichten zu Polizeieinsätzen, Feuerwehreinsätzen, Unfällen und Bränden in der Lausitz finden Sie auf der Themenseite Blaulicht auf lr.de.
