Der Landkreis Elbe-Elster ist eine Hochburg bei einem der größten und erfolgreichsten sportpädagogischen und Jugendsozialprojekte in Deutschland. Dabei handelt es sich um die Sparkassen Fairplay Soccer Tour, die 2020 in ihr 20. Jahr geht. Bisher ist die Sängerstadt Finsterwalde der einzige Austragungsort in Elbe-Elster gewesen. Jetzt konnte das Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda zusätzlich als Projektschule gewonnen werden. „Für mich ist es keine Frage, bei dieser Sache dabei zu sein, trotz des logistischen Aufwandes“, sieht sich Schulleiter Martin Göbel durchaus vor einer großen Herausforderung.

Ab sofort online anmelden

Immerhin nehmen an jedem bundesdeutschen Austragungsort bis zu 80, manchmal sogar bis zu 200 Mannschaften mit jeweils drei Spielern und einem Ersatzkicker teil. Gespielt wird der Straßenfußball auf zehn mal 15 Meter kleinen Feldern mit Bande (Soccer-Courts). Die Teams kommen aus Schulen, Jugendclubs und von Bolzplätzen. Von sechs bis über 18 Jahre dürfen die jeweiligen Mitspieler alt sein. Die Mannschaften brauchen noch einen „coolen Namen“ und können sich ab sofort online anmelden, so René Tretschok, im Jahr 2008 Mitbegründer der Deutschen Soccer-Liga.

Der Ex-Dortmund-Fußballprofi und Champions-League-Sieger René Tretschok präsentiert die Fairplay Soccer Tour.
Der Ex-Dortmund-Fußballprofi und Champions-League-Sieger René Tretschok präsentiert die Fairplay Soccer Tour.
© Foto: Manfred Feller

„Elbe-Elster ist verrückt. Wir haben hier einen großen Zulauf“, stellt der ehemalige Profifußballer von Borussia Dortmund, zweifache Deutsche Meister und Champions-League-Gewinner rückblickend fest. In diesem Jahr hatten nach dem Auftakt in Finsterwalde allein 34 Mannschaften aus Elbe-Elster die Fahrkarte für das Landes-Qualifikationsturnier im Tropical Islands gelöst. Aus ganz Brandenburg waren es 179. In dem Tropenparadies hatten sich schließlich 16 Elbe-Elster-Teams für das Bundesfinale in Prora auf Rügen qualifiziert und tolle Ferientage bei Sport, Spiel, Fairplay und Party erlebt. Eine Mannschaft schaffte es sogar aufs Podest.

Nur fair kommt weiter

Bundesweit waren nicht weniger als fast 22 000 Kinder und Jugendliche, Mädels und Jungs, an den ungefähr 3000 Vorrundenspielen beteiligt. Für das Weiterkommen sind nicht vordergründig die Tore und Siege entscheidend, sondern der faire Umgang der Akteure, Betreuer und Zuschauer miteinander und untereinander. Genau darauf legen die Organisatoren und die namhaften Förderer dieses Großprojektes, wie Mastercard Deutschland und die Sparkassen, besonderen Wert. Wer foult, pöbelt oder Alkohol trinkt, egal ob als Spieler oder Zuschauer, schadet seiner Mannschaft, der dann Punkte abgezogen werden. Auf und am Spielfeld solle genau das Gegenteil von dem passieren, was im normalen Alltag, vor allem in den sozialen Medien, immer öfter als Werteverlust und zunehmende Verrohung der Gesellschaft beklagt wird. Auch Toleranz und Integration werden groß geschrieben.

Jonas Weber von der Brandenburgischen Sportjugend zeigt hier einen Turm mit Bausteinen. Schüler haben darauf drucken lassen, welche Begriffe sie mit Fairplay verbinden.
Jonas Weber von der Brandenburgischen Sportjugend zeigt hier einen Turm mit Bausteinen. Schüler haben darauf drucken lassen, welche Begriffe sie mit Fairplay verbinden.
© Foto: Manfred Feller

Die Siegermannschaften dürfen sich Ende Juli/Anfang August auf vier erlebnisreiche Tage auf Rügen freuen. Dank der Sponsoren kostenfrei.

An dem Finale in Prora, mit Strand einer der schönsten Austragungsorte, so René Tretschok, nehmen stets auch europäische Mannschaften teil. In diesem Jahr sei etwas Besonderes erreicht worden: Junge Palästinenser und Israelis hatten gemeinsam ein Friedensteam gestellt.

Wer stellt mehr Mannschaften?

Die Sparkasse Elbe-Elster begleitet die Fairplay Soccer Tour in ihrem Gebiet seit Jahren. Marie Franke, Geschäftsstellenleiterin in Elsterwerda, hofft, dass sich durch die nunmehr zwei Austragungsorte in Finsterwalde und Elsterwerda noch mehr junge Leute für den fairen, sportlichen Wettstreit anmelden. Ihr Kollege René Stolpe vom Marketing der Sparkasse ist angesichts des bisherigen Zuspruchs fast geneigt, eine Wette loszutreten: Ob der Norden oder der Süden des Landkreises mehr Mannschaften auf die Beine stellen wird. An Schulen und in Jugendclub sei bereits die Werbetrommel gerührt worden, so René Tretschok, der aus Sachsen-Anhalt stammt, in Wolfen, Halle, Dortmund, Berlin und Babelsberg Fußball gespielt hat und mittlerweile in Brandenburg zu Hause ist.

Die Ankündigung der Sparkassen Fairplay Soccer Tour 2020 in Elsterwerda ist in dieser Woche auch dafür genutzt worden, um Schüler vom Gymnasium über die Welt der Finanzen zu informieren. Ein weiteres solches Bildungsangebot werde es im Rahmen des Soccer-Vorrundenturniers am 25. Februar an der Schule geben.

Deutsche Soccer-Liga startet die Vorrunden Fairplay-Soccer-Organisatoren freuen sich auf Finsterwalde

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