Die Südzucker AG will nach der nächsten Rübenkampagne zwei ihrer neun Werke in Deutschland, die in Warburg (NRW) und in Brottewitz (Brandenburg, Elbe-Elster), schließen. Als Hintergrund wird ein Preisverfall auf dem Zuckerrübenmarkt angeführt. In Brottewitz wären 90 Mitarbeiter direkt betroffen.

Doch es werden weitaus mehr sein, sagen Vertreter von Gewerkschaften, Politik und der Interessengemeinschaft Brottewitz, die die Demonstration unter dem Motto „Wir machen uns eine Rübe“ organisiert. Rüberanbauer und Mitarbeiter in nachgelagerten Firmen würden vom Aus betroffen sein. Mit der Schließung der mehr als 140 Jahre alten Zuckerfabrik stirbt die Region, heißt es auf Bettlaken und Tischtüchern, die an fast allen Grundstücken in Brottewitz hängen.

Wie Nancy Weidner, Vizechefin der Interessengemeinschaft, sagt, werden Hunderte Teilnehmer zur Demonstration aus Brandenburg, Sachsen und auch darüber hinaus erwartet. Mit Großtechnik wollen zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe und Speditionen anrücken, unter anderem aus dem benachbarten Oschatz.

Als Redner seien neben dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG unter anderem Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Vertreter des Zuckerrübenverbandes angekündigt. Vertreter politischer Parteien wollen ihre Vorsitzenden bzw. Landtagsabgeordneten entsenden. Die Kurstadtregion will ebenfalls deutlich sichtbar protestieren.

Gleichzeitig wachse die Zahl der Unterschriftenlisten enorm an, so Nancy Weidner. „Eine ganze Region steht auf und protestiert“, sagt sie. Die Listen wollen Brottewitzer Mitarbeiter am 25. Februar übergeben. Dazu fahren sie mit dem Bus an den Südzucker-Hauptstandort nach Mannheim. An diesem Tag soll nach jetzigem Stand die Entscheidung zur Zukunft der Zuckerfabrik Brottewitz endgültig fallen.

Am Tag nach der Hiobsbotschaft Das Zuckerdorf Brottewitz ist sauer

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