Für den Elsterwerdaer Dr. Gustav Bekker und viele seiner noch lebenden, einstigen Mitschüler ist es ein besonderer Tag. „Ihrer Schulleiterin“ Ermelinde Schneider (1913-1976) wird ein Weg direkt am heutigen Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda und eine Ehrentafel gewidmet.
Dr. Bekker hat sich intensiv mit der Biografie der Lehrerin beschäftigt, weiß, dass sie als Lehrerin an der Oberschule Elsterwerda zunächst in den Fächern Deutsch, Russisch, Englisch und Latein unterrichtet hat. 1949, so seine Recherchen, wird die Frau von der Landesregierung in Sachsen-Anhalt mit der Leitung der Oberschule Elsterwerda beauftragt. Dieses Amt habe sie bis 1958 bekleidet. Unter ihrer Leitung habe sich die Oberschule zu einer von den Universitäten sehr geschätzten Einrichtung entwickelt. Dr. Gustav Bekker: „Frau Schneider und ihr Lehrerkollegium versuchten in den schweren Nachkriegsjahren den jungen Menschen wieder Zuversicht in ihre Zukunft zu vermitteln.“ Auf sie sei übrigens auch die noch heute praktizierte Bekränzung nach erfolgreichem Abiturabschluss zurückzuführen.

Noch immer Spuren von Ermelinde Schneider

Als Direktorin habe sie den Ausbau des Dachgeschosses im Elsterschloss und den Aufbau eines Internats initiiert. Frau Schneider sei nicht nur Lehrerin und Direktorin gewesen, sie arbeitete demnach auch aktiv für die Lehreraus- und -weiterbildung im Kreis. Sie habe sich als Stadtverordnete und Abgeordnete des Kreistages Bad Liebenwerda sowie als Vorsitzende des Kulturbundes für das Wohl der Bürger engagiert. Nach politischen Zerwürfnissen mit der Fachabteilung des Landkreises, habe sie Elsterwerda den Rücken gekehrt, habe danach erfolgreich in Dresden gewirkt, wo sie auch verstarb. Am 14. Oktober sollen im Beisein einstiger Schüler der Weg um 14 Uhr feierlich benannt und die Ehrentafel enthüllt werden.