Mit den Abiturprüfungen zieht nach Wochen langsam wieder Alltag in die ersten Schulen im Landkreis Elbe-Elster ein. Das Elsterschlossgymnasium in Elsterwerda hatte sich nach Auskunft von Schulleiter Martin Goebel wie wohl rund 85 Prozent der Schulen in Brandenburg vor der Zwangspause dafür entschieden, an den regulär angesetzten Terminen zu prüfen.

Den Anfang machen am Montag 17 Zwölftklässler in den Fächern Geografie, Kunst und Politische Bildung. Weiter geht es am Mittwoch für 61 Prüflinge in Biologie, Physik, Chemie und Informatik. Beendet wird die erste Prüfungswoche am Freitag mit Englisch. Diesen Aufgaben stellen sich 47 Schüler. Je nach der Anzahl der Abiturienten nutze das Gymnasium seine Aula und bis zu neun Räume, um die gebotenen Abstandsregeln einzuhalten. Weitere Prüfungen finden am 30. April und 5. Mai statt. Die zwei Nachschreibetermine sind Mitte Mai.

Cottbus/Potsdam/Dresden

Alle Schüler und Lehrer sind gesund

Da für die Aufsicht während der Prüfungen nur fünf Lehrerinnen und Lehrer unter 50 Jahren zur Verfügung stünden, hätten sich auch fast alle älteren Pädagogen, die zur Risikogruppe gezählt werden können, bereiterklärt, zu unterstützen. Bislang haben sich, so Martin Goebel, noch keine Schüler und Lehrer krank gemeldet.

Die Leitung des Gymnasiums geht davon aus, dass der reguläre Unterricht schrittweise ab dem 4. Mai wieder anlaufen wird. Zunächst für die Vorabschlussklasse 11 sowie für die Jahrgangsstufen 10 und 9. Hierfür sei organisatorisch noch einiges zu klären. Dafür müssten die aktualisierten Hinweise des Brandenburger Bildungsministeriums abgewartet werden. Das Gesamtkonzept des Schulneustarts hält Martin Goebel für „eine vernünftige Entscheidung“.

Auch das Oberstufenzentrum Elbe-Elster startet planmäßig am 20. April mit seinen Abiturprüfungen am Beruflichen Gymnasium (13. Klasse), teilt Leiterin Sabine Lundström mit. Nach ihrer Kenntnis sind alle an Bord. „Das ist für mich ein gutes Zeichen. Ich denke, dass die Schüler gut vorbereitet sind“, sagt sie. In jedem Klassenraum werden maximal fünf Prüflinge sitzen.

Herzberger Gymnasium geht einen anderen Weg

Das Philipp-Melanchthon-Gymnasium Herzberg geht einen anderen Weg. Hier starten die Abitur-Prüfungen für die 57 Zwölftklässler nicht am 20., sondern erst am 30. April. „Kurz nach dem Aussetzen des Schulbetriebes hatten wir die Möglichkeit, uns von vornherein für Nachprüfungstermine für die schriftlichen Abiturprüfungen zu entscheiden. Das haben wir getan, weil uns damals die Situation direkt nach den Osterferien zu unsicher schien“, sagt Schulleiterin Dr. Barbara Pietzonka. Das Gymnasium steigt regulär am 30. April mit der Deutsch- und am 5. Mai mit der Matheprüfung ein. Die schriftlichen Englisch-, Geografie- und Biologieprüfungen finden dann am 15., 18. und 20. Mai statt.

Die Prüfungen mit einem genügenden Abstand zwischen den einzelnen Prüflingen und mit ausreichend Aufsichtspersonal abzusichern, sei ein großer Aufwand, so die Schulleiterin. Am 30. April werden noch keine weiteren Schüler im Schulgebäude sein. Aber zu den Terminen danach ist damit zu rechnen. „Hier müssen wir abwarten, was das Land und der Kreis für Entscheidungen treffen und danach unsere Vorbereitungen für die Prüfungen ausrichten“, so Barbara Pietzonka. Sie rechnet damit, dass erst die 10. und die 11. Klassen an die Schule zurückkehren werden. Vor allem für die 11. Klassen sei das wichtig, weil für sie das zweite Halbjahr schon in die Abiturberechnung mit eingeht. „Da wird es sowieso terminlich schwierig, die Klausurtermine zu stemmen. Wir können von den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen nicht verlangen, dass sie nach sechs bis sieben Wochen Abwesenheit die Klausuren ohne Präsenzunterricht schreiben“, sagt Barbara Pietzonka.

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