Bürgermeister von Plessa
: Emotionale Verabschiedung für Gottfried Heinicke

Mehr als drei Jahrzehnte hat sich Gottfried Heinicke für seine Heimatgemeinde Plessa eingesetzt. Wie ihn der Ort aus dem Amt verabschiedet hat.
Von
Frank Claus
Plessa
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Herzlich danke gesagt mit einem Zapfenstreich des Orchesters der Bergarbeiter Plessa.  Gottfried Heinicke (2.v.l.) wird öffentlich gewürdigt von Kristin Schröder-Grahle, Amtsdirektor Göran Schrey (l.) und Landrat Christian Jaschinski.

Herzlich danke gesagt mit einem Zapfenstreich des Orchesters der Bergarbeiter Plessa. Gottfried Heinicke (2.v.l.) wird öffentlich gewürdigt von Kristin Schröder-Grahle, Amtsdirektor Göran Schrey (l.) und Landrat Christian Jaschinski.

Jens Lunardon

Bei den Klängen des Orchesters der Bergarbeiter Plessa für Gottfried Heinicke (68) kullern bei vielen die Tränen. Aus Dankbarkeit für einen Mann, der mehr als 34 Jahre „Diener seiner Gemeinde“ war, wie es sein kommunalpolitische Wegbegleiter Frank Werner in seiner Laudatio während des jüngsten großen Festes mit Hunderten Plessaern auf dem Gelände der Firma Bothur formulierte.

Insgesamt seien es 7532 Tage im Ehrenamt gewesen. Mit der ersten freien Kommunalwahl 1990 sei Gottfried Heinicke als Abgeordneter eingestiegen. Zuletzt war er 20 Jahre, sieben Monate und 14 Tage Bürgermeister. Viele Projekte seien mit seinem Namen und seinem unermüdlichen Einsatz verbunden. Erinnert wird an die umfangreichen Arbeiten am Denkmal-Kulturhaus vom Dach über die Fenster bis zum Brandschutz.

Seine Maxime: Nicht zaudern – anpacken

Und auch an die vorzeigbar aussehende Kirche. Oft habe er pragmatisch und schnell entschieden, wenn Not am Mann war. Frank Werner erinnert an die leidige Coronazeit. Wegen der strengen Abstandsregeln konnten die Musiker nicht im Mehrzweckgebäude üben. Der Bürgermeister öffnete den großen Saal des Kulturhauses. „Auch wenn es im Winter manchmal bitterkalt war, es hat uns unwahrscheinlich geholfen“, so Frank Werner.

Bei strittigen Themen und hitzigen Diskussionen musste der Bürgermeister als Versammlungsleiter in der Gemeindevertretung ein ums andere Mal einen kühlen Kopf bewahren. Viel Fingerspitzengefühl sei da gefragt gewesen. „Aber er konnte genauso deutlich auch seine Meinung sagen, ohne jemandem auf die Füße zu treten“, heißt es. Frank Werner weiter: „Gottfried ist immer authentisch. Und was mich über all die Jahrzehnte am meisten beeindruckt hat, ist seine Bescheidenheit. Er schiebt sich nie in den Vordergrund. Das hat ihn zurecht zum Bürgermeister der Herzen gemacht.“

Da er selten zu Hause, sondern beruflich und für seine Gemeinde unterwegs war, habe seine Frau Viola ihm den Rücken gestärkt. Auch diese Leistung müsse anerkannt werden.