Ein Tempo-30-Schild steht weit vor dem Bahnübergang am Haltepunkt Prösen. Doch längst nicht alle Kraftfahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Das Poltern der zu schnellen Fahrzeuge über die Betonabsätze ist je nach Fensterqualität deutlich bis in die Nachbarhäuser hinein zu hören. „Das fängt früh um 5 Uhr an und geht bis 23 Uhr. Diese Straße ist eine Belastung ohne Ende. Mit Ohrstöpseln kann ich nicht schlafen“, sagt einer der Anwohner. Alle anderen Straßen ringsherum seien in Ordnung.

Durch die Sperrung in Prösen wächst der Fahrzeugverkehr

Seit dem Start der Bauarbeiten und damit der Sperrung der Ortsdurchfahrt B 169 durch Prösen für den Durchgangsverkehr würden die Kraftfahrer die kürzeste Verbindung von und zur Bundesstraße 101 (Elsterwerda - Wainsdorf) wählen. Und diese führe fernab der offiziellen Umleitung über den Bahnübergang. Der Fahrzeugverkehr habe deutlich zugenommen.

Röderland will dort kein Geld mehr ausgeben

Wird die Gemeinde Röderland Geld in die Hand nehmen und wenigstens die größten Schäden auf der Hauptstraße am Bahnhaltepunkt beseitigen? Bauamtsleiter Chris Heller verbreitet keine Hoffnung. „Wir werden dort nichts mehr investieren“, sagt er. Eine neue Straße werde es schon gar nicht geben. Das Steuergeld wäre zum Fenster hinausgeworfen. Die großen Löcher im Beton seien vor Jahren geschlossen worden. Erst bei Unfallgefahr würde gehandelt werden. Der Grund: Noch in diesem Jahrzehnt soll der Bahnübergang durch einen Fußgängertunnel mit Zugang zum Bahnsteig 2 ersetzt werden. Dafür werde ein Teil der Straße in Anspruch genommen.