Mit deutlicher zeitlicher Verzögerung hat der Schiffsrumpf des Tankers Spera am Sonnabend gegen 10 Uhr die Elbebrücke Mühlberg passiert. Zunächst war angenommen worden, dass der Tanker wie am Vortag in Pirna gleich nach Sonnenaufgang in Nünchritz bei Riesa ablegen wird. Die tschechische Besatzung hat sich dann doch etwas mehr Zeit genommen und nach RUNDCHAU-Informationen erst gegen 8 Uhr die Anker gelichtet.

Auch für die Wegstrecke bis Mühlberg ist mehr Zeit verwendet worden. Ursprünglich hatte das Schifffahrtsamt erklärt, dass das Schiff für die Strecke zwischen Riesa und Mühlberg nicht mehr als eine Stunde benötigen würde. Tagesziel am Sonnabend soll eine Anlegestelle bei Wittenberg sein.

Der sensibelste Abschnitt auf der Fahrt war der in Dresden. Am Freitag gegen 9.30 Uhr hatte der Verband, bestehend aus einem 110 Meter langen und 13,5 Meter breiten Schiffsrumpf sowie zwei Schleppern Dresdens besonderes Brückenbauwerk, das Blaue Wunder“, passiert. Gegen 10 Uhr war es in den sensiblen Innenstadtbereich mit mehreren Brücken eingefahren. Relativ unkompliziert konnte der insgesamt 165 Meter lange Schiffsverband durch die engen Passagen in Dresden navigiert werden. Festgemacht hatte das Schiff am Freitagnachmittag bei Nünchritz in Höhe des Chemieunternehmens Wacker Chemie.

Hergestellt wurde der Rumpf des künftigen Chemietankers in der Werft Barkmet in Lhotka nad Labem bei Lovosice (Tschechien). Am Donnerstag begann die Fahrt, die den Tanker über Hamburg und die Nordsee bis in die Niederlande führt.