Köln? Weiß doch jeder. Rio? Auch das ist nichts Neues. Cottbus? Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch dass auch Nordmazedonien und Serbien Hochburgen des Karnevals sind, das ist wohl bisher nur Wenigen bekannt.

Vier Tage lang waren 34 Karnevalisten aus der serbischen Stadt Šabac und der nordmazedonischen Stadt Strumica auf Einladung des Cottbuser Mitgliedsverein der Vereinigung Europäischer Karnevalsstädte in der Lausitz zu Besuch. Mit im Gepäck hatten die Gäste ihre Karnevalskostüme, verpackt in Vakuumsäcken, wie Gorgi Kosevski aus Strumica erzählt. Am Sonntag sind die Kostüme beim Zug der fröhlichen Leute in Cottbus zum Einsatz gekommen.

„Dass es den großen Umzug hier in Cottbus gibt, spricht sich auch im Ausland herum. Viele fragen danach und wollen dabei sein“, sagt Maik Waschnig vom Cottbuser Mitgliedsverband der Vereinigung Europäischer Karnevalsstädte und Schatzmeister der Sektion Deutschland.

Die Vereinigung, weltweit unter ihrem englischen Namen Federation of European Carnival Cities (FECC) bekannt, wurde 1980 in den Niederlanden gegründet. Mehr als 40 Karnevalsstädte aus rund 15 Ländern sind heute im Verein organisiert.

Darunter sind auch drei Städte aus Nordmazedonien. Für die Karnevalisten aus Strumica geht es schon am morgigen Mittwoch mit dem Karneval weiter, dann startet das insgesamt acht Tage dauernde Fest in Strumica.

Die eigentlichen Karnevalszeremonien starten am Freitag mit einer großen Jubiläumsmaskerade, und es werden Prinz und Prinzessin gewählt. Rund 50 000 Besucher pilgern laut Gorgi zum Karneval in Strumica, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Die ersten Anfänge des Karnevals in der Stadt an der Grenze zu Bulgarien liegen aber rund 350 Jahre zurück.

Jede Schule macht mit

Gorgi Kosevski, der an der städtischen Grundschule „Marshal Tito“ in Strumica Produktionstechnik unterrichtet, erzählt, dass der Karneval dazu gehört: „Jede Schule macht das. In der Freizeit stellen wir Masken und Kostüme her.“ Der Karneval nimmt in der nordmazedonischen Stadt einen festen Platz ein.

Auch in der Stadt Šabac im Nachbarland Serbien gehört der Karneval dazu. Seit 2008 organisiert dort ein Verein mit Unterstützung der Stadt und des Tourismusverbandes den Karneval, der jedes Jahr Mitte September organisiert wird.

Angefangen hatte laut der Webseite civijaskikarneval.rs alles mit einem Versprechen von Organisator Radusko Jankovic an einen Verband von Querschnittgelähmten, den Karneval von Rio in die Stadt zu holen.

Hauptstadt des Lachens

Seither kommen nach eigenen Angaben zehntausende Menschen, um das Spektakel zu verfolgen. „Sabac ist in jenen Tagen die Hauptstadt des Spaßes und des Lachens“, heißt es auf der Webseite weiter.

Es gibt aber auch etwas, was die deutschen Karnevalisten quasi exportiert haben: „Der Funkentanz war dort vorher gar nicht bekannt“, sagt Maik Waschnig vom FECC, der den aktuellen Besuch der Karnevalisten vom Balkan gemeinsam mit seiner Frau Kerstin organisiert hat.

Für die Karnevalisten aus Serbien ging es bereits am Rosenmontag gen Heimat, die Nordmazedonier statteten vor dem Rückflug am Dienstag als Schweinchen verkleidet den Drebkauer Karnevalisten noch einen Besuch ab.