Wirtschaft in Brandenburg
: Lausitz macht Plan als grüne Industrieregion in Europa perfekt

Die Lausitz hat ihre Bewerbung als erste Wirtschaftsregion Europas für saubere Technologien in Brüssel abgegeben. Was bedeutet das jetzt?
Von
Kathleen Weser
Cottbus
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Mitglieder der Task Force Net Zero Valley Lausitz in Brüssel: Thomas Kralinski, Christine Herntier, dahinter halb zu sehen Hendryk Balko, Dr. Maria Marquardt, Dr. Stephan Meyer, EU-Kommissar Stéphane Séjourné, Dr. Markus Niggemann, Dr. Friederike Haase, Marco Bayer, Frank Grossmann, Heike Gensing und Oliver Schenk.

Mitglieder der Task Force Net Zero Valley Lausitz in Brüssel: Thomas Kralinski (v.l.), Christine Herntier, dahinter halb zu sehen Hendryk Balko, Dr. Maria Marquardt, Dr. Stephan Meyer, EU-Kommissar Stéphane Séjourné, Dr. Markus Niggemann, Dr. Friederike Haase, Marco Bayer, Frank Grossmann, Heike Gensing und Oliver Schenk.

Maria Marquardt/Task Force Net Zero Valley Lausitz
  • Die Lausitz bewirbt sich als erste Wirtschaftsregion Europas für saubere Technologien.
  • Ziel: Modellregion für Transformationsprozesse, klimafreundliche Technologien bis 2030.
  • Fokus: Batterie-, Wasserstoff-, Stromnetz- und Energieeffizienz-Technologien.
  • Pilotprojekt in Cottbus zur Optimierung komplexer Verwaltungsprozesse.
  • EU-Netto-Null-Industrie-Gesetz zur Förderung klimaneutraler Produktionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Lausitz hat sich als erste Wirtschaftsregion Deutschlands auf den Weg begeben, sich besonders attraktiv für die Ansiedlung von Produktionsanlagen mit sauberen Technologien zu machen. In der ersten Liga in Europa als Modellregion für gelungene Transformationsprozesse mitzuspielen, ist das Ziel.

Die Bewerbung als Netto-Null-Tal (Net Zero Valley) haben Initiatoren aus Südbrandenburg und Ostsachsen jetzt in Brüssel dem Stellvertretenden Exekutiv-Vizepräsidenten, EU-Kommissar Stéphane Séjourné, persönlich in die Hand gedrückt.

Der grüne Industrieplan, der Net Zero Industry Act, soll dafür sorgen, dass Europa im globalen Wettlauf um neue, klimafreundliche Technologien aufholt – und sich von China unabhängiger macht und von den USA nicht noch weiter abhängen lässt. Im Zeitraffer soll das Feld bereitet werden, um zukunftsfähige Netto-Null-Technologien – also Produktionsstätten ohne Treibhausgas-Ausstoß – vor allem in den Bereichen Solar, Wind und Wasserstoff sowie für Batteriespeicher zu schaffen. Denn bis 2030 sollen pro Jahr mindestens 40 Prozent des Bedarfes der EU an diesen Technologien auch in der Europäischen Union hergestellt werden, bis 2050 will der Kontinent klimaneutral sein.

Für diese Produktionsanlagen sollen unter anderem Genehmigungsverfahren gestrafft und beschleunigt umgesetzt werden. Die Lausitz macht das Feld der Versorgung mit grüner Energie, einer starken Infrastruktur bis hin zur Stärkung der Fachkräftebasis auf.

Vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Substanz will sich die die Lausitz in ihrem Valley vor allem auf vier Technologien konzentrieren: Batterie- und Speichertechnologien, Wasserstoff- und Stromnetztechnologien sowie Technologien zur Energieeffizienz und Sektorkopplung.

Das Planspiel für grüne Industrie in der Lausitz ist gestartet

Als eines der ersten Instrumente für eine moderne, schnelle Verwaltung hat das in Cottbus ansässigen Kompetenzzentrum Regionalentwicklung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein neues Planspiel entwickelt. Als Pilot für Deutschland ist geplant, komplexe Verwaltungsprozesse mit relevanten Akteuren vom Bund, den Ländern Brandenburg und Sachsen sowie aus der Region in verschiedenen Szenarien zu erörtern und Prozesse bis hin zu erforderlichen Anpassungen in Gesetzen zu optimieren.

Die Lausitz bringt sich zudem als Reallabor für eine moderne Verwaltung mit Digitalisierung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ins Gespräch. Mit KI sollen Teile von Anträgen geprüft werden, um Zeit zu sparen und Investoren vom Standort Lausitz zu überzeugen.

Kommunen der brandenburgischen und sächsischen Lausitz, Kammern und Wirtschaftsverbände haben sich zusammengeschlossen, um die Region im Strukturwandel als Netto-Null-Tal aufzustellen. Das soll auch Vorhaben kleiner und mittelständischer Unternehmen beschleunigen und Handwerk und Gewerbe noch verschlossene Fördertöpfe öffnen.

Der europäische Weg zu sauberen und zukunftsfähigen Technologien in der Wirtschaft

Die Europäische Kommission hat im Juni 2024 das Netto-Null-Industrie-Gesetz (NZIA – Net-Zero Industry Act) auf den Weg gebracht, das darauf abzielt, die Herstellung von Netto-Null-Technologien in der EU zu steigern, um bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs der EU an diesen strategischen Technologien zu decken.

Ziel der EU ist es, ihre Attraktivität als wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort durch schnellere Genehmigungsverfahren, gezieltere Aus- und Weiterbildung von und für Fachkräfte der Netto-Null-Technologien und einen besseren Marktzugang für Technologien „Made-in-Europe“ zu erhöhen. Insbesondere in „Net-Zero-Valleys“ (Netto-Null-Tal) sollen dafür strukturell besonders günstige Voraussetzungen entstehen.