Hitze in Cottbus
: Knapp 3000 Notrufe am Wochenende - Leitstelle zieht Bilanz

Die anhaltend hohen Temperaturen haben in der Lausitz für ein erhöhtes Einsatzaufkommen bei Rettungsdienst und Feuerwehr gesorgt. Dieses Fazit zieht die Leitstelle.
Von
Stephan Meyer
Cottbus
Jetzt in der App anhören
Hitze in Südbrandenburg: 28.06.2026, Brandenburg, Cottbus: Rettungssanitäter heben an der Notaufnahme der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem eine Trage mit einer Patientin aus ihrem Rettungswagen. Zurzeit sind verstärkt Rettungseinsätze wegen hitzebedingter Beschwerden erforderlich. Auch am heutigen Sonntag werden in der Region Temperaturen um die 40 Grad Celsius erwartet. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungssanitäter heben an der Notaufnahme der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem eine Trage mit einer Patientin aus ihrem Rettungswagen. Verstärkt waren Rettungseinsätze wegen hitzebedingter Beschwerden erforderlich.

Frank Hammerschmidt/dpa
  • Hitze in der Lausitz ließ Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr deutlich ansteigen.
  • Zwischen Freitagmorgen, 26. Juni, und Sonntagmorgen, 28. Juni, gingen 2916 Anrufe ein.
  • Rund 40 Prozent mehr Einsätze: oft Kreislaufprobleme, Ohnmacht, Stürze und Badeunfälle.
  • Auch Brände, umgestürzte Bäume und Maschinenschäden traten auf – Straßen nahmen Schaden.
  • Leitstelle meldet keine Engpässe; Appell zu Vorsicht bei Hitzewarnungen und guter Vorbereitung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Temperaturen von um die 40 Grad Celsius haben am Wochenende die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr in der Lausitz ins Schwitzen gebracht. Das Einsatzaufkommen an dem Wochenende lag mit rund 40 Prozent über dem Durchschnitt eines vergleichbaren Wochenendes, teilt Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle Lausitz, mit.

Insgesamt 2916 Anrufe waren bei der Leitstelle zwischen Freitagmorgen, 26. Juni, und Sonntagmorgen, 28. Juni, eingegangen. Zahlreiche Einsätze mussten von Rettungsdienst und Feuerwehr parallel koordiniert werden.

Rettungsdienste und Feuerwehren wegen Hitze stark gefordert

Beim Rettungsdienst wurden zahlreiche hitzebedingte Einsätze registriert. Die Einsatzkräfte mussten während des Wochenendes wiederholt zu Kreislaufbeschwerden, Ohnmachtsanfällen und Stürzen ausrücken. Die Leitstelle Lausitz hat mehr als 60 Einsätze dokumentiert, die vermutlich unmittelbar mit den hohen Temperaturen in Zusammenhang standen.

Stark gefordert waren am Wochenende die Feuerwehren. Infolge der hohen Temperaturen kam es neben mehreren Wald-, Feld- und Ödlandbränden zusätzlich zu vielen Badeunfällen. Für Probleme in Südbrandenburg sorgten außerdem umgestürzte Bäume, Rauchentwicklungen an landwirtschaftlichen Maschinen und auch Fahrbahnschäden.

Klimaanlagen in Rettungswagen liefen an Leistungsgrenze

Die anhaltende Hitze stellte auch die Einsatzkräfte selbst vor erhebliche Belastungen. Die Klimaanlagen in den Rettungswagen liefen nach Angaben der Verantwortlichen der Stadt und der Leitstelle dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze. Dadurch wurden sowohl Personal als auch Patienten zusätzlich beansprucht. Zeitweise wurden am Leitstellenstandort Temperaturen von 42,9 Grad Celsius im Schatten gemessen.

Trotz der außergewöhnlichen Belastung soll es zu keinem Zeitpunkt zu Engpässen bei Rettungswagen, Personal oder Krankenhauskapazitäten gekommen sein. Alle Einsätze hätten planmäßig bewältigt werden können, heißt es in  einer Mitteilung nach dem Hitzewochenende.

Leitstelle Lausitz zieht Fazit zum Hitzewochenende

Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle, zieht dennoch eine klare Lehre aus dem Einsatzgeschehen: „Eine gute Vorbereitung auf extreme Wetterlagen und die frühzeitige Sensibilisierung der Bevölkerung sind entscheidende Faktoren“, sagt Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle. „Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen hat sich bewährt“, so sein Fazit.

Die Stadt Cottbus appelliert an die Bevölkerung, weitere Hitzewarnungen ernst zu nehmen und sich auf heiße Tage entsprechend vorzubereiten.

Am Sonntag, den 28. Juni, wurde mit 41,7 Grad den dritten Tag in Folge eine neue Höchsttemperatur im brandenburgischen Coschen (Landkreis Oder-Spree) an der polnischen Grenze gemessen. Die Temperaturen in der prallen Sonne lagen vielerorts noch sehr viel höher. Die Deutsche Bahn hatte eine Reisewarnung ausgesprochen und von nicht notwendigen Reisen abgeraten. Meteorologen empfahlen, bei dem Extremwetter zu Hause zu bleiben.