Weiße Weihnachten in Brandenburg und Sachsen
: Haben wir 2020 eine Chance auf Schneeflocken zum Fest?

Alle Jahre wieder hoffen viele Brandenburger und Sachsen auf ein paar Schneeflocken am 24. Dezember. Bekommen wir 2020 weiße Weihnachten? Die Meteorologen sagen: „Es wird spannend.“
Von
dst
Cottbus
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Infografik: In diesen Jahren gab es weiße Weihnachten in Cottbus. Und wie sieht es 2020 aus?

Katrin Janetzko

Haben wir im Corona–Jahr 2020 eine Chance auf weiße Weihnachten, sodass wir aus dem Quarantäne–Fenster und im Lockdown wenigstens auf eine Winterwunderlandschaft schauen dürfen?

Der Traum von der weißen Weihnacht ist mindestens so alt wie die Wetteraufzeichnungen. Seit 1888 werden in Cottbus amtlich Wetterdaten gesammelt. Die Zahlen werden aufbereitet, ausgewertet und aufbewahrt beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Von weißen Weihnachten sprechen die Meteorologen, wenn am 24. Dezember zwischen 7 und 8 Uhr morgens mindestens ein Zentimeter Schnee liegt, so die Erklärung vom Deutschen Wetterdienst. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass es in den vergangenen 130 Jahren etwa alle vier bis fünf Jahre weiße Weihnachten gab. Statistisch sind die Cottbuser somit längst mal wieder fällig mit Flöckchenwirbel am 24. Dezember. Den letzten Schnee an diesem Tag gab es nämlich 2010, also vor zehn Jahren.

Chance auf eine weiße Weihnacht?

Und wie sieht es nun in diesem Jahr mit einer weißen Weihnacht in Brandenburg und Sachsen aus? Die Rundschau hat beim Diplom–Meteorologen Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met nachgefragt und der bezeichnet die Wetterlage in den kommenden Tagen als „wirr“. „Bis Mittwoch bleibt das Wetter sehr mild, windig und es gibt immer wieder Regen“, so Jung. Genau an Heiligabend deutet sich allerdings eine Änderung der Wetterlage dann. „Ab Heiligabend wird es kälter und es besteht auch die Möglichkeit, dass es Flocken bis runter geben KANN.“ Weil der Boden aber noch zu warm sei, bliebe der Schnee im flachen Land aber nicht liegen. Mit einer Schneedecke sei laut Jung erst ab Höhenlagen ab 400/500 Meter zu rechnen. Dominik Jung: „Es ist sehr spannend. Wir können auf Schnee hoffen…., ob nur Flocken oder ne Schneedecke ist offen.“

Wie oft gab es schon weiße Weihnachten in der Lausitz?

Seit der Jahrtausendwende gab es viermal weiße Weihnachten in Cottbus. Davor mussten die Cottbuser laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes die längste Schneepause überstehen. Von 1986 bis 2001 gab es 15 Jahre lang keine weißen Weihnachten. Laut Ralph Hasse weist die Statistik allerdings auch Lücken auf. So liegen dem Deutschen Wetterdienst beispielsweise für die Kriegsjahre 1917 und 1943 bis 1945 keine Daten über Schneehöhen am 24. Dezember in Cottbus vor.

Der Schneerekord an einem 24. Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1888 liegt übrigens bei 19 Zentimetern. Gemessen wurde dieser am 24. Dezember 1986.

Gibt es in anderen Regionen Deutschlands öfter weiße Weihnachten?

Müssen die Lausitzer im kommenden Jahr also Weihnachten woanders feiern, wenn sie Schneeflocken am 24. Dezember sehen wollen? Zumindest sind auch in Deutschland die Wahrscheinlichkeiten für weiße Weihnachten unterschiedlich verteilt. Es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen, zum Beispiel die Höhenlage oder der Abstand zum Meer. Auf Helgoland liegt die Wahrscheinlichkeit, dass an allen drei Festtagen Schnee liegt, nach DWD–Angaben bei zwei Prozent. In München sind es hingegen rund 40 Prozent. In Berlin sind in es wie in der Lausitz etwa 20 Prozent, was bedeutet, dass es im Schnitt alle fünf Jahre weiße Weihnachten gibt, im Rheinland eher alle 10 Jahre. Es gibt übrigens einen einzigen Ort, an dem seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland seit 1880 jedes Jahr Schnee am 24. Dezember gelegen hat: die Zugspitze. Ob es der Schnee allerdings wert ist, den Geschenkesack auf den 2962 Meter hohen Berg zu schleppen?