Weihnachtsmarkt in Cottbus 2023
: So teuer ist Glühwein – und so weit kommt man mit 50 Euro

Der Weihnachtsmarkt in Cottbus ist geöffnet und die Besucher strömen in Scharen in die Innenstadt – zur Freude der Händler. Wie teuer Glühwein und Punsch in diesem Jahr sind – und was eine Familie für 50 Euro alles bekommt.
Von
Silke Halpick
Cottbus
Jetzt in der App anhören

Am Glühweinstand „Blauer Engel“ auf dem Weihnachtsmarkt in Cottbus ist immer Betrieb. Der hier angebotene „Klassiker“ besteht aus den Rotweinen Merlot und Tempranillo in Bioqualität.

Silke Halpick

Die Cottbuser zieht es auf ihren Weihnachtsmarkt der Tausend Sterne. Zwischen Altmarkt, Spremberger Straße und vor dem Blechen-Carré ist es vor allem abends voll. Zu den beliebtesten Anziehungspunkten gehören die Glühweinstände. Die Händler bieten ihren Kunden eine große Auswahl – vom klassischen roten Glühwein bis hin zu Eierpunsch. Was die Heißmacher kosten und wie sie schmecken.

„Wenn ich sage, das macht 60 Euro für zehn Gläser, schlucken viele erst einmal“, erzählt Steve Bereit. Er betreibt die Glühwein-Pyramide auf dem Altmarkt. Zu den vier Euro für den Glühwein kommen jeweils noch zwei Euro Pfand hinzu. Die gibt es für die Besucher bei Rückgabe wieder zurück. Abgegeben werden können die Gläser an allen Glühweinständen. Das Rückgabe-System wird einheitlich über den Weihnachtsmarktveranstalter Coex organisiert.

Auf dem Altmarkt in Cottbus ist viel los. Hier sind auch die meisten Glühweinstände zu finden. Mittlerweile eine Institution ist der „Blaue Engel“. Die Stände auf dem Altmarkt bleiben erstmals bis zum 27. Dezember geöffnet.

Silke Halpick

„Ich war erst vor Kurzem in Erfurt, dort ist der Glühwein einen Euro billiger als hier“, sagt Hartmut Slawke. Der Cottbuser ist mit seiner Familie auf dem Weihnachtsmarkt. Zwei Tassen Glühwein für sich und seine Frau, zwei Tassen Kakao für die beiden Kinder – und der erste 20-Euro-Schein geht schon über die Ladentheke. „Mit 50 Euro kommt man nicht wirklich weit“, räumt er ein.

So viel zahlt eine vierköpfige Familie auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt

Wenn seine vierköpfige Familie ins Riesenrad auf dem Altmarkt steigt, kostet eine Fahrt für alle zusammen 18 Euro. Die Bratwurst schlägt mit vier Euro pro Stück zu Buche. Eine kleine Portion Churros, ein bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebte spanische Süßigkeit aus Brandteig, kostet fünf Euro, für das Handbrot mit Schinken und Käse werden 6,50 Euro fällig. Das 50-Euro-Budget ist also schnell aufgebraucht.

Das Rezept für den Eierpunsch hat Johnny Sperlich von seiner Oma. Es ist eine gut gehütetes Familiengeheimnis, wie er lachend erzählt. Sein Stand ist auf dem Weihnachtsmarkt in Cottbus, in der Spremberger Straße zu finden.

Silke Halpick

Die Preise für den Glühwein liegen in Cottbus im Durchschnitt bei vier Euro. Das ist gutes Mittelfeld. Laut einer Weihnachtsmarkt-Studie kostet der Glühwein in 56 Städten durchschnittlich 3,97 Euro pro Tasse. Am preiswertesten ist das Heißgetränk mit 3,50 Euro in Rostock, Magdeburg, Dortmund und Karlsruhe.

Der Weihnachtsmarkt in Cottbus zieht sich auch durch die Fußgängermeile in der Spremberger Straße. Doch die Stände der Händler sind hier nicht mehr zweireihig, wie noch in den Vorjahren.

Silke Halpick

Ähnlich teuer wie in Cottbus ist es in Nürnberg, Aachen, Mainz, Jena, Kostanz oder Potsdam. 4,50 Euro müssen die Weihnachtsmarktbesucher in Berlin, Dresden, Leipzig zahlen. In München kostet die Tasse Glühwein durchschnittlich 4,75 Euro. Absoluter Spitzenreiter im Kostenvergleich ist die Stadt Hannover mit einem Preis von fünf Euro.

Wer etwas Besonderes will, muss jedoch auch in Cottbus etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Eierpunsch bei Johnny Sperlich in der Spremberger Straße kostet vier Euro, bei anderen fünf Euro. „Das ist ein Rezept von meiner Oma“, erzählt er. Was genau drin steckt, sei geheim, nur er und seine Großmutter kennen die genaue Rezeptur, nicht einmal seiner Freundin und Geschäftspartnerin verrate er es, wie er lachend erzählt.

Spezialitäten wie Jagatee und Hot-Aperol kosten auf Cottbuser Weihnachtsmarkt mehr

Auch der Heidelbeer-Glühwein kostet an einigen Ständen 4,50 Euro. „Heidelbeere ist die teuerste Sorte im Einkauf“, sagt Steve Bereit. Er selbst hält den Preis über die Mischkalkulation für alle Sorten auch beim Heidelbeer-Glühwein bei vier Euro stabil. Wer allerdings einen Jagatee trinken will, muss fünf Euro zahlen. Der Hot-Aperol kostet hier sogar sechs Euro.

Den Status einer Institution hat der „Blaue Engel“ auf dem Altmarkt. An dem Glühweinstand, an dem immer eine Schlange steht, gibt es nur drei Sorten – zu Preisen zwischen zwei und vier Euro. Für deren erstklassige Qualität verbürgt sich Inhaber Torsten Dörfel. „Wir sind vermutlich die Einzigen mit Glühwein aus echtem Wein“, erzählt er.

Im „Klassiker“ stecken die Bio-Rotweine Merlot und Tempranillo. Außerdem gibt es die alkoholfreie „Frau Holle“, die je nach Geschmack mit Schuss aufgepeppt werden kann, und die weiße „Glühbirne“. „Die Birnen dafür stammen von Steuobstwiesen, der Geschmack ist jedes Jahr ein bisschen anders“, erzählt Torsten Dörfel.

Die Preise haben die Händler eigenen Angaben zufolge im Vergleich zu 2022 nicht erhöht. „Auch für uns ist alles teurer geworden, ob Strom und Wasser oder die Einkaufspeise“, zählt Steve Bereit auf. Nun werde auf möglichst viel und zahlungsbereite Kundschaft gehofft. Bisher sei das Geschäft gut angelaufen. „Wir hatten im Vorjahr unsere Preise erhöht“, sagt Torsten Dörfel. 2021 kostete der Glühwein im „Blauen Engel“ noch drei Euro.

So stark sind die Glühwein-Preise gestiegen

Laut dem deutschlandweiten Glühweinvergleich des Veranstalters activa event-management haben rund die Hälfte aller Weihnachtsmärkte die Glühweinpreise angehoben. Cottbus gehört zu den insgesamt 21 Städten, in denen das nicht der Fall ist.

Als Gründe für die Erhöhung werden die Inflation und steigende Herstellungskosten angegeben. Die höchsten Preissteigerungen gab es mit 36 Prozent in Schwerin, mit 33 Prozent in Bayreuth und Lübeck sowie 29 Prozent in Dresden.

Seit 2018 sind die Preise im Durchschnitt aller 56 Städte um 26 Prozent gestiegen.

Kein Newsletter ausgewählt
Melden Sie sich jetzt unkompliziert an und bleiben Sie automatisch informiert.