Vermisste Kinder aus Cottbus: So ist die Suche nach den Geschwistern ausgegangen

Diese Öffentlichkeitsfahndung hat einen guten Ausgang genommen. Zwei vermisste Kinder aus Cottbus sind mittlerweile wieder aufgetaucht. Die Ermittler verraten, wie es dazu kam.
Jens Büttner/dpa- Zwei vermisste Kinder aus Cottbus sind wohlbehalten wieder aufgetaucht.
- Ihre Mutter meldete sich nach breiter Veröffentlichung beim Revier in Seelow.
- Die Identität der Kinder wurde von der Polizei zweifelsfrei geklärt.
- Die Geschwister waren 2021 von der Mutter widerrechtlich entzogen worden.
- Öffentlichkeitsfahndung erfolgte erst nach Ausschöpfen anderer Maßnahmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie waren seit über fünf Jahren von der Bildfläche verschwunden. Nun sind sie wohlbehalten wieder aufgetaucht. Seit dem 25. Mai 2026 wurde öffentlich nach zwei Geschwistern aus Cottbus gefahndet, die im August 2021 von ihrer Mutter widerrechtlich dem familiären Umfeld entzogen wurden.
Knapp eine Woche später zeigt sich: Der Aufruf war erfolgreich. Wie die Polizei mitteilt, hatte sich die Mutter aufgrund der breiten Veröffentlichung selbstständig beim Polizeirevier in Seelow (Märkisch-Oderland) gemeldet. Die Beamten konnten die Identität der Vermissten zweifelsfrei klären.
Zuvor hatten die Ermittler die Kinder im Raum Frankfurt (Oder) vermutet, das etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Seelow entfernt liegt. Auch gab es Hinweise, dass sie sich zeitweise im Raum Chemnitz und in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten haben könnten.
Darum ist eine Öffentlichkeitsfahndung die letzte Option
Obwohl die Geschwister schon fünf Jahre als vermisst galten, war der gemeinsame Aufruf von Staatsanwaltschaft und Polizei die erste Öffentlichkeitsfahndung in dem Fall.
„Im Verlauf der Ermittlungen hat es bisher keine Öffentlichkeitsfahndung gegeben, da zunächst andere Ermittlungsmaßnahmen ausgeschöpft worden sind“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus auf Nachfrage. Eine Öffentlichkeitsfahndung ist für gewöhnlich die letzte Option. Eine Veröffentlichung von Fotos ist ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.
Das heißt widerrechtliche Entnahme aus familiärem Umfeld
Die beiden Kinder wurden damals laut Staatsanwaltschaft und Polizei von ihrer Mutter widerrechtlich dem familiären Umfeld entzogen. Das lässt Erinnerungen an den Fall um Christina Block aufkommen, der deutschlandweit Aufsehen erregt hat. Die Hamburger Unternehmerin wurde durch den Vorwurf des Auftrags einer Kindesentführung bekannt. Als Kindesentziehung gilt die widerrechtliche Wegnahme eines minderjährigen Kindes von einer sorgeberechtigten Person. Geschieht dies im Ausland oder über Ländergrenzen hinweg, wird häufig auch von Kindesentführung gesprochen.
Der Fall in Cottbus war Teil der bundesweiten Kampagne „Spurlos Verschwunden“ des Bundeskriminalamtes. Im Rahmen der Aktion wurden beispielhaft sechs vermisste Kinder vorgestellt, die zwischen 1985 und 2021 in Deutschland verschwanden und deren Verbleib bis heute ungeklärt ist.

