Sieben in Brandenburg inhaftierte mutmaßliche Mitglieder einer rumänischen Autoräder-Bande sollen voraussichtlich bis Mitte Mai 2019 nach Mecklenburg-Vorpommern überführt werden. „Wir rechnen spätestens in der Woche ab 13. Mai damit“, sagte Petra Hoeveler, Sprecherin des Amtsgerichts in Neubrandenburg, der Lausitzer Rundschau.

Die sieben Männer waren bei einem nächtlichen Polizeinsatz in der Nacht zum Samstag, 27. April 2019, in Spremberg vorläufig festgenommen worden. Weil gegen sie ein konkreter Tatverdacht in Mecklenburg-Vorpommern vorliegt, erließ das Amtsgericht Neubrandenburg Stunden später Haftbefehle, die das Amtsgericht in Cottbus verkündete.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Taten der mutmaßlichen Bande um organisierte Kriminalität handelt. Den Männern wird vorgeworfen, bei zwei Einbrüchen in Neustrelitz und Neubrandenburg zum Teil hochwertige Kompletträder im Wert von 150.000 Euro gestohlen zu haben.

Polizei: Rumänische Bande wollte in der Lausitz aktiv werden

Wegen weiterer Taten dauern die Ermittlungen an. Nach Erkenntnissen der Ermittler wollte die Bande auch in der Lausitz aktiv werden.

Die Haftbefehle seien aufgrund des Vorwurfs des schweren Bandendiebstahls (Paragraf 244a laut Strafgesetzbuch) ausgestellt worden, sagte die Gerichtssprecherin in Neubrandenburg. Die Untersuchungshaft werde in allen sieben Fällen jeweils mit den Gefahren der Flucht, Wiederholung und Verdunkelung von Straftaten begründet.

Nach Hinweisen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hatten zivile und uniformierte Polizisten die Verdächtigen in Spremberg gestellt. In deren Auto stellten Beamte ein zum Einbruch geeignetes Werkzeug sicher, fanden aber kein Diebesgut oder Spuren einer konkreten Tat im Raum Cottbus.

Diebesgut der rumänischen Bande: 1000 Euro pro Reifensatz

Erst die Erkenntnisse aus dem benachbarten Bundesland führten zu den Haftbefehlen. In Mecklenburg-Vorpommern soll die mutmaßliche Räder-Bande aus Rumänien demnach mehrmals zugeschlagen haben.

Ende Januar zum Beispiel in Neustrelitz. Damals entwendeten die Täter nach Angaben der Polizei allein dort an die 50 Reifensätze (komplette Räder mit Reifen und Felgen) mit einem Gesamtwert von 50.000 Euro – also um die 1000 Euro pro Reifensatz.

Deswegen geht die Polizei davon aus, dass Profis am Werk waren, die arbeitsteilig vorgehen und zum Beispiel für den Transport des Diebesguts zusätzlich über ein größeres Fahrzeug verfügen. Im Raum Cottbus schlug die Bande nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei jedoch noch nicht zu.

Rumänische Bande: Verdächtige legen Haftbeschwerde ein

Laut Amtsgericht Neubrandenburg haben alle sieben Verdächtigen gegen ihre Untersuchungshaft Beschwerde eingelegt. Ein Haftprüfungstermin muss deshalb bis zum 22. Mai stattfinden. Allen Inhaftierten seien Verteidiger beigeordnet worden, sagte die Gerichtssprecherin.

Im Fall einer Verurteilung in Deutschland drohten den Verdächtigen Freiheitsstrafen, die zwischen sechs Monaten und zehn Jahren liegen könnten.

Bildergalerie Mehrere Polizeifahrzeuge und Polizisten sichern den Einsatzort. In dem verdächtigen PKW finden die Beamten laut Polizei Gerät, das sich für Einbrüche eignet.

Spremberg

Cottbus/Spremberg