Schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Dienstagabend in der Lausitz angekündigt: Schwere Sturmböen um 100 km/h seien möglich, heftiger Starkregen und Hagel. Ob und wo genau die Unwetter auftreten sei aber schwer vorherzusagen.

Die Bedingungen für Gewitter waren am Nachmittag zumindest gegeben. Mit Temperaturen über 30 Grad war die Lausitzer wieder einmal ein besonders heißer Fleck auf der Deutschlandkarte.

Erste Ausläufer der Gewitter trafen am Abend die Gegend um Hoyerswerda und Wittichenau. Von dort zog die Gewitterzelle langsam nach Norden, ließ dann aber nach.

Eine zweite Zelle traf Bad Muskau. Hier gingen laut Wetterdiensten Hagelkörner mit Stärke von um die vier Zentimeter nieder.

Eine dritte Gewitterzelle bewegte sich aus Polen auf Guben zu.

Eine vierte entstand gegen 20 Uhr über dem südlichen Elbe-Elster-Kreis mit Kurs nach Nord-Westen.

Blitzeinschlag in Finsterwalde

Am Montagabend war die Lausitz vergleichsweise glimpflich davongekommen. Ein brennender Dachstuhl und 50 wetterbedingte Feuerwehreinsätze, so lautete die Bilanz der Nacht. Der schwere Gewitterguss mit Starkregen hatte in der Nacht zum Dienstag vor allem den OSL-Kreis getroffen, dort aber zu keinen großen Schäden geführt.

Hagel in Bayern und Tschechien

Anders in Süddeutschland:Fast 900 Mal rückten Polizei und Feuerwehr in München und anderen Regionen Oberbayerns aus. Ungewöhnlich große Hagelkörner zertrümmerten nach Angaben der Einsatzkräfte zahlreiche Autoscheiben, Dachfenster und teils auch Gebäudefassaden, es gab zudem mehrere Verletzte. Manche Augenzeugen sprachen von tennisballgroßen Hagelkörnern. Ähnliches wurde aus Teilen Tschechiens gemeldet.

Erdrutsche in Sachsen

Im Süden Sachsens fielen laut DWD 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei überflutete Straßen. Mehrere kleinere Erdrutsche gab es nach Angaben der Feuerwehr im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz. Gewitter und Hagel hätten dort Erdmassen und Geröll auf Straßen und Gleise gespült, sagte der Gemeindewehrleiter der Sebnitzer Feuerwehr am Dienstag. Einen größeren Erdrutsch auf einer Länge von etwa 30 bis 50 Metern gab es in der Nähe des Forsthauses im Kirnitzschtal.

Unwetterfront über der Lausitz Nacht-Gewitter geht glimpflich aus

Senftenberg

+++ UPDATE +++ Am Dienstag starke Gewitter möglich Blitz schlägt in Mehrfamilienhaus ein

Finsterwalde