Das Unwetter im Süden Brandenburgs hat die Feuerwehren am Samstag, 13. Juni, bis in die Abendstunden auf Trab gehalten. Die Leitstelle Lausitz für bis 19.15 Uhr mehr als 50 Einsätze. Dies sagte ein Sprecher der Leitstelle auf Anfrage von LR Online.
Zu diesem Zeitpunkt liefen 40 Einsätze noch. Bis dahin schwerster Vorfall während des Unwetters laut Leitstelle: In Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) schlug ein Blitz während des Gewitters in ein Haus ein, der Dachstuhl fing Feuer. „Dabei wurde niemand verletzt, es befand sich keine Person im Haus“, sagte der Sprecher der Leitstelle.

Potsdam/Dresden

Ein Feueralarm in Senftenberg entpuppte sich laut Leitstellen-Sprecher dagegen als Fehlalarm. Dort hatte ein Rauchmelder ausgelöst. Auch ein abendlicher Feuerwehreinsatz in einem Hochhaus in Cottbus-Sachsendorf war nicht aufs Unwetter zurückzuführen: Hier war dem Mieter einer Wohnung laut Leitstelle das Essen angebrannt, der Feuermelder schlug an. „Der Mieter muss die Wohnung gut durchlüften“, sagte der Sprecher der Leitstelle, weiterer Sachschaden sei nicht bekannt.

Nahe Guben: Blitz schlägt in Bahn-Oberleitung ein

Nahe Guben (Landkreis Spree-Neiße) geriet laut Leitstelle eine Bahn-Oberleitung in Flammen. Nahe Falkenberg im Landkreis Elbe-Elster brannte ein Bahndamm, da vermutlich ein Blitz hier für eine Entzündung gesorgt habe. Denn nicht überall habe es während des Gewitters zugleich geregnet, sagte der Leitstellen-Sprecher. Zum Teil seien auch Bäume nach Blitzeinschlägen in Brand geraten.
Dutzende Einsätze fuhren die Feuerwehren in der Region im Süden Brandenburgs außerdem wegen voll gelaufener Keller, da stellenweise Starkregen einsetzte. Außerdem stürzten bei sturmartigen Böen Bäume auf Straßen und Wege. Feuerwehrleute mussten diese Hindernisse beseitigen.

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Deutscher Wetterdienst: Warnlage in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
Ein Schwerpunkt der Einsätze sei der Landkreis Dahme-Spreewald gewesen. Aber auch in den Kreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie in der Stadt Cottbus rückten die Feuerwehren mehrmals aus. Bis zum Samstagabend meldete die Leitstelle Lausitz allerdings keine verletzten Personen.

Leitstelle Hoyerswerda: Kaum Einsätze im Osten Sachsens

Anders als im Süden Brandenburgs blieb es im Osten Sachsens ruhig. „Wir beobachten ja auch das Wetter-Radar und sehen, das Unwetter ist komplett an uns vorbeigegangen“, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle (IRLS) in Hoyerswerda zu LR Online. Lediglich ein paar Äste hätten die Feuerwehren beschäftigt, und in einen Baum sei ein Blitz eingeschlagen. „Und in Hoyerswerda gab es nicht einen Tropfen Regen“, sagte der IRLS-Sprecher.
Schwere Gewitter mit teils starkem Regen und Hagel trafen laut Deutscher Presse-Agentur dpa auch andere Teile Brandenburgs sowie die Hauptstadt Berlin. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es mehrere Verkehrsunfälle auf den Autobahnen 9, 10 und 115, die möglicherweise durch Starkregen ausgelöst worden waren.

Gewitter beschädigt Leitstelle in Eberswalde

Die Gewitter sorgten ausgerechnet in der regionalen Leitstelle für Notrufe in Eberswalde für einen Wasserschaden. Dort lief nach Angaben des Landkreises Wasser in das Gebäude der Leitstelle für den Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungsdienst der Landkreise Barnim, Oberhavel und Uckermark. Dabei kamen Pumpen zum Einsatz. Die Stelle sei aber immer für Notrufe erreichbar gewesen, hieß es.
In Berlin wurden zunächst wurden keine größeren Schäden bekannt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Einsatzkräfte seien am Nachmittag zu einem überschwemmten Keller ausgerückt und vereinzelt wegen umgestürzter Bäume gerufen worden.