Universität Cottbus
: Schluss mit „X“ – BTU verlässt Social-Media-Plattform

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg verlässt die Plattform X – ehemals Twitter. Die Uni in Cottbus ist Teil einer akademischen Massenflucht. Das sind die Gründe.
Von
Lisa Hör
Cottbus
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Weidel und Musk treffen sich bei X: ARCHIV - 24.07.2023, Berlin: Auf dem offiziellen Profil der Plattform X auf dem Bildschirm eines Smartphones ist der weiße Buchstabe X auf schwarzem Hintergrund zu sehen. (zu dpa: «Musk und Weidel treffen sich zu Online-Gespräch») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) wird ab dem 10. Januar 2025 keine Nachrichten mehr auf der Plattform X veröffentlichen. Sie ist damit nicht die einzige deutsche Hochschule.

Monika Skolimowska/dpa
  • Die BTU Cottbus-Senftenberg verlässt ab dem 10. Januar 2025 die Plattform X.
  • Weitere 62 deutsche Hochschulen folgen diesem Beispiel.
  • Grund: Veränderungen unter Elon Musk und rechtspopulistische Inhalte.
  • Die BTU will faktenbasierte Kommunikation und demokratische Prinzipien fördern.
  • Ein Wiedereinstieg auf X ist bei verbesserter Debattenkultur möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine Studentin wirft das X-Logo in den Müll, auf dem Boden liegt ein toter blauer Vogel. Mit dieser Zeichnung teilt die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) in einem Post auf X – ehemals Twitter – ihre Entscheidung mit, die soziale Plattform zu verlassen.

Die Nachricht kommt am 10. Januar 2025, einen Tag nach einem rund 75-minütigen Live-Gespräch zwischen X-Eigentümer Elon Musk und der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel. Ob die Entscheidung damit zu tun hat?

So lange ist ein Ausstieg aus X an der BTU im Gespräch

„So schnell sind wir nicht“, sagt Josefine Kahle, Referentin für Soziale Netzwerke an der BTU. Ein Ausstieg aus der sozialen Plattform X werde zwischen der BTU und anderen deutschen Hochschulen schon länger diskutiert. „Wir haben das schon auf der Agenda, seit Elon Musk die Plattform im Jahr 2022 übernommen hat“, sagt Josefine Kahle.

Es sei daher nur Zufall, dass die Entscheidung kurz nach dem Gespräch zwischen Musk und Weidel bekannt gegeben wird. Zusammen mit der BTU kündigen 62 weitere deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen an, ihre Aktivitäten auf der Plattform X einzustellen. Darunter zum Beispiel die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) oder auch die Humboldt-Universität zu Berlin.

So begründet die BTU die Entscheidung, X zu verlassen

Grund sei die Veränderungen der Plattform X unter der Führung des US-Milliardärs und die Verstärkung rechtspopulistischer Inhalte. „Der Austritt der Institutionen unterstreicht ihren Einsatz für eine faktenbasierte Kommunikation und gegen antidemokratische Kräfte. Die Werte, die Vielfalt, Freiheit und Wissenschaft fördern, sind auf der Plattform nicht mehr gegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung der BTU.

Die Werte, die Vielfalt, Freiheit und Wissenschaft fördern, seien auf der Plattform nicht mehr gegeben. „Wissenschaftsinstitutionen dürfen sich dieser Herausforderung nicht entziehen, denn gerade in solchen Konflikten ist faktenbasierte Kommunikation wichtiger denn je. Gegen eine Plattform, deren Algorithmen bewusst eine ideologische Agenda fördern, ist jedoch selbst der engagierteste faktenbasierte Diskurs nicht durchzusetzen“, sagt Gesine Grande, Präsidentin der BTU.

Die BTU wird ihren Account auf X nicht löschen, aber nicht mehr zur Kommunikation nutzen. „Wir wollen weiterhin mitbekommen, was auf X diskutiert wird“, sagt BTU-Referentin für Soziale Netzwerke Josephine Kahle. Auf anderen sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram werde die Universität aber weiterhin kommunizieren.

Ein Wiedereinstieg auf X sei, so der Präsidentin der BTU nicht ausgeschlossen. Dies aber „unter der Voraussetzung, dass sich die Moderation der Kommentare und die Debattenkultur wieder an den demokratischen Prinzipien ausrichtet“.