Der Umweltverband BUND will die Inbetriebnahme einer großen Müllverbrennungsanlage am Lausitzer Braunkohlestandort Jänschwalde verhindern. Gegen die Genehmigung der Anlage in der Nähe von Cottbus mit einer Verbrennungskapazität von 66 Tonnen pro Stunde seien mehrere Einwendungen erhoben worden, teilte der BUND Brandenburg am Mittwoch mit: „Wir werden alle rechtlichen und politischen Mittel nutzen, um die Errichtung zu verhindern.“

Grenzwerte für Emissionen würden laut BUND überschritten

Es sei zu befürchten, dass die beantragten Grenzwerte für Emissionen überschritten und Naturschutzgebiete beeinträchtigt würden, hieß es zur Begründung. Die nach EU-Recht geschützten Gebiete „Peitzer Teiche“ und „Spree zwischen Peitz und Burg“ seien weniger als zwei Kilometer von dem Standort entfernt, das Vogelschutzgebiet „Spreewald und Lieberoser Heide“ sogar nur 300 Meter .
Die geplante Müllverbrennungsanlage sei „klimaschädlich, überflüssig und konterkariert die Kreislaufwirtschaft“, kritisierte der BUND weiter. Am 4. November ist den Angaben zufolge ein Erörterungstermin geplant.

Widerstand in Jänschwalde gegen neue Müllverbrennung

Gegen das Millionen-Projekt der Leag auf dem Gelände des Kraftwerkes Jänschwalde formiert sich auch in der Gemeinde der Widerstand. Grundlage dafür ist ein Gutachten vom Ingenieurbüro für Umweltschutztechnik, das die Jänschwalder in Auftrag gegeben haben und das vom Umwelt-Anwälte-Netzwerk ClientEarth (Klient Erde) finanziert wird. „Die Anlage ist aus unserer Sicht nicht genehmigungsfähig“, sagt Heide Schinowsky, die ebenfalls in Jänschwalde wohnt und vielen als ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen bekannt ist.
Zu den Hauptkritikpunkten gehört, dass die im Genehmigungsantrag beschriebene Anlagentechnik nicht im vollen Umfang den aktuellen Anforderungen des EU-Umweltrechtes entspreche. Der Energiekonzern hatte immer betont, dass die Anlage auf dem neuesten Stand der Technik sei.