Die Stadt Cottbus wird erneut die Entnahme von Wasser aus der Spree und anderen Gewässern untersagen. Das kündigt Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) an. Eine entsprechende Allgemeinverfügung über ein Verbot zur Entnahme von Oberflächenwasser werde am 20. Juni im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht und trete damit am 21. Juni in Kraft. Dabei gehe die Stadt allerdings nicht so rigoros vor, wie etwa der Landkreis Elbe-Elster, der eine solche Allgemeinverfügung bereits erlassen hat.

Pumpen dürfen morgens und abends laufen

„Wir werden zulassen, dass Wasser in den Morgen- und Abendstunden genutzt werden darf“, erklärt Dezernent Bergner. Demnach ist das Pumpen von 5 bis 8 Uhr und von 20 bis 22 Uhr erlaubt. Der Ordnungsdezernent erklärt, wie dramatisch die Lage in der Spree ist. „Wir haben seit zwei Jahren eine starke Trockenheit. In der Folge ist der Grundwasserpegel um einen halben Meter gesunken“, sagt er und fügt an: „Das entspricht der Regenmenge eines ganzen Jahres.“ Insofern brächten die Regentropfen der vergangenen Tage kaum Linderung.

Nur sechs Kubikmeter in der Sekunde

Um sich von den dramatischen Auswirkungen zu überzeugen, reiche ein Blick in die Spree. „Der Durchfluss lag in der Vergangenheit im Durchschnitt bei gut zehn Kubikmetern in der Sekunde“, sagt Thomas Bergner. „Jetzt können wir froh sein, wenn wir bei acht Kubikmetern landen, es sind aber meist eher sechs Kubikmeter in der Sekunde.“ Am 10. Juni betrug der Durchfluss 6,49 Kubikmeter pro Sekunde.
Auch der Landkreis Spree-Neiße erlässt mit Veröffentlichung im Amtsblatt am 12. Juni ein vorläufiges Wasserentnahmeverbot aus der Spree und ihren Zuflüssen von 8 bis 20 Uhr und 22 bis 5 Uhr. Von diesem Verbot betroffen sind die Städte Spremberg und Drebkau, die Gemeinden Neuhausen/Spree und Kolkwitz sowie die Ämter Peitz und Burg.
Der Landkreis Elbe-Elster hat bereits die Wasserentnahme verboten. Auch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird mit Cottbus nun nachziehen.