Messe zum Thema Sterben in Cottbus
: Bestattung, Hospiz, Beratung – die Infos

Tod, Sterben, Trauer, darüber wird auch in Cottbus nicht gern gesprochen. Das soll sich am Memento Tag 2025 ändern durch eine Messe auf dem Altmarkt.
Von
Angela Boll
Cottbus
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Regenbogen am Himmel über Usedom: ARCHIV - Neue Perspektiven nach dem Verlust: Die können auch schon Wanderungen oder Radtouren bieten - als Trauerreise im Kleinen. (zu dpa: «Trauerreisen: «Es wird viel mehr gelacht als geweint»») Foto: Stefan Sauer/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Trauer hat verschiedene Facetten: Auf dem Altmarkt in Cottbus geben Aussteller auf einer Messe Anregungen, wie sie zu bewältigen ist und welche Anlaufstellen es in der Lausitz gibt. (Symbolfoto)

Stefan Sauer/dpa
  • Am 8. August 2025 findet der Memento-Tag in Cottbus auf dem Altmarkt statt – Thema: Tod und Trauer.
  • Über 20 Aussteller, darunter Bestatter und Trauerbegleiter, bieten Infos zu Abschied und Trauerbewältigung.
  • Trauerrednerin Kathrin Schreier betont die Wichtigkeit eines offenen Umgangs mit Verlust und Erinnerungen.
  • Besucher erhalten Einblicke in Bestattungsarten, Trauerangebote und finanzielle Aspekte. Eintritt ist frei.
  • Mitorganisatorin Sabrina Lehmann bietet auf dem Hof Narla in Neu-Seeland Trauerprogramme und Weiterbildungen an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Insgesamt 1449 Cottbuser sind im Jahr 2024  gestorben. 739 Männer und 678 Frauen, die eine Lücke hinterlassen und von ihren Lieben vermisst werden. Zurück bleiben Angehörige, die trauern. Wie ist diese Zeit zu bewältigen? Was kann dabei helfen? Wer kann unterstützen?

Kathrin Schreier ist eine derjenigen, die Halt bietet, wenn die Welt durch den Tod einer geliebten Person scheinbar zusammenbricht. Als Trauerrednerin bietet sie in und um Cottbus herum Begleitung an, sie fasst Abschiede in Worte, beschreibt die Erinnerungen, gibt Hoffnung.

Weil sie weiß, wie wichtig der offene Umgang mit dem Tod ist, hat sie gemeinsam mit Trauerbegleiterin Sabrina Lehmann den Memento-Tag in Cottbus organisiert. Am Freitag (8. August 2025) von 14 bis 18 Uhr laden die beiden Lausitzerinnen mit mehr als 20 Ausstellern auf den Altmarkt ein, bieten den Besuchern eine Plattform, um sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinander zu setzen.

Trauer in Cottbus – der Umgang mit dem Verlust ist individuell

Seit 25 Jahren ist Schreier in der Region unterwegs. Eigentlich arbeitete sie als freie Journalistin, dann heiratete sie einen Bestatter und stellte fest, dass die Reden bei vielen Abschieden oft nicht viel mit dem Mensch zu tun hatten, der gegangen war. Sie beschloss, Trauerrednerin zu werden. Seitdem bastelt Schreier ihre Reden um die Persönlichkeit der verstorbenen Person herum, achtet auf die Worte, mit denen Angehörige die Verstorbenen beschreiben, erwähnt, was sie schätzten, was sie nun vermissen.

„Trauern ist individuell“, stellt sie immer wieder fest. Und im Laufe der Jahre seien die Menschen offener geworden, Angebote zur Trauerbewältigung anzunehmen. Genau darum soll es auch am Memento-Tag in Cottbus gehen. Aussteller wie Bestattungsinstitute, Hospizdienste, Beratungsstellen und Beratungshäuser zeigen Möglichkeiten auf, wie Erinnerungskultur funktionieren kann.

Bestattung – Unterschiede zwischen Brandenburg und Berlin

So können Urnen selbst gestaltet, individuelle Schmuckstücke geschaffen und Netzwerke in Anspruch genommen werden. Aber es soll auch Platz sein für Menschen, die sich über eigenen Tod Gedanken machen.  Aufklärung über die verschiedenen Bestattungsarten steht auf dem Programm ebenso wie der Blick auf die Gesetzeslage in Brandenburg.

Angermünde, 03.11.2020:  Symbolfoto zum Thema Trauer, Bestattung, Friedhof, Gedenken

Trauer kann sich auch in einem Hoffnungsmotiv widerspiegeln. Der Prozess sei individuell, sagt Trauerrednerin Kathrin Schreier.

Oliver Voigt

Denn: „Nicht alles, was in Berlin möglich ist, geht auch bei uns“, betont Schreier. Beispielweise sei es nicht erlaubt, Asche aus einer Urne zu entnehmen, um sie in einem Erinnerungsschmuckstück zu verarbeiteten, erklärt die Trauer-Expertin.

Auch Thema auf der Messe in Cottbus: Finanzen

Auch Finanzen werden am Memento-Tag eine Rolle spielen. Trauerbegleitung werde nicht von der Krankenkasse bezahlt, klärt Schreier auf. Um die 60 Euro koste eine Sitzung, die bis zu 90 Minuten dauert, sagt Schreier. Und mit einer Sitzung sei es meistens nicht getan. Welche Preisspanne gibt es bei Bestattungen und welche Variante ist die günstigste? Darüber werden auf dem Altmarkt Bestatter informieren.

Kathrin Schreier, die für das ganze Land Brandenburg zuständige Ansprechpartnerin für verwaiste Eltern, wünscht sich, dass die Menschen bei der Veranstaltung ins Gespräch kommen und sich bestenfalls mit dem Thema auseinandersetzen, bevor die Trauersituation da ist, „denn dann werden die Menschen von allem überflutet.“

Der Memento-Tag in Cottbus

  • Am Freitag, 8. August 2025, von 14 bis 18 Uhr wollen mehr als 20 Aussteller auf dem Altmarkt in Cottbus zur Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterben einladen.
  • Es werden sowohl Bestatter vor Ort sein, als auch Trauerbegleiter, Vertreter von Beratungsstellen und Hospizinitiativen.
  • Der Eintritt ist frei.
  • Mehr Informationen sind auf www.mementotag.de zu finden.

Der Hof Narla

  • Mitorganisatorin des Memento-Tags in Cottbus ist Sabrina Lehmann, die in Neu-Seeland in der Nähe von Senftenberg den Hof Narla betreibt.
  • Dort werden im geschützten Raum Trauer begleitende Programme angeboten. Außerdem gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Mehr Informationen gibt es auf www.hof-narla.de