Monika Barth (63) aus Burg ist eine Institution am Plinseisen im Spreewald. Keinen Burger Advent gibt es ohne die köstlichen Hefeplinse der Frau. Doch jetzt packt sie das Eisen ein.

„Meine Gesundheit lässt es nicht mehr zu, den ganzen Tag in der Hütte zu stehen und zu arbeiten“, sagt die Frau, an der in den vergangenen Jahren kaum ein Gast des Adventsmarktes vorbeigekommen ist, ohne zu kosten. Aber: „Jetzt ist definitiv Schluss, denn ich kann mit meinem kaputten Rücken nicht mehr so lange stehen“, sagt sie resolut.

Gut 10 000 Plinse gebacken

Gut 10 000 Hefeplinse muss sie gebacken haben in der Zeit, in der sie in der Vorweihnachtszeit nicht vom Plinseisen lassen konnte. „Das ist natürlich grob geschätzt, aber die Runden mit Zucker und Zimt und Apfelmus waren oft der Grund für lange Schlangen an unserem Stand“, berichtet die bescheidene Frau.

Das Rezept für die Spreewälder Hefeplinse gibt sie heraus. Milch und Ei, Trockenhefe und Kristallzucker, Jodsalz, Weizenmehl und Zimt gehören in den Teig. „Eine gute Pfanne, die richtig gefettet ist, ist die Voraussetzung dafür, dass die Plinse auch gelingen. Ich liebe auch die breite Schaufel, mit der das Ganze gedreht wird“, erklärt die Burgerin.

Monika Barth ist gelernte Konditorin, sie hat fast ihr ganzes Leben in Bäckereien gearbeitet. Auch Brot und Brötchen, Torten und Kuchen sind für sie keine Hürden. In der nächsten Zeit wird eher ihre Familie davon profitieren. Zu Weihnachten will sie für Mann und Kinder Blechkuchen in den Ofen schieben.

Zu Weihnachten selbst Gebackenes und selbst Gekochtes

„Meine Mädels mögen Kuchen mit Obst drauf, und den gibt es natürlich an den Feiertagen. Und ich backe traditionell meinen Nusskuchen, mit Nüssen von unserem eigenen Baum“, erzählt die 63-Jährige. Zu Weihnachten kommen die Töchter nach Burg. Heiligabend gibt es Ente und am ersten Feiertag stehen Braten und Fisch auf dem Menüplan der Familie.

„Ich koche alles allein, und das mache ich sehr gern für meine Lieben“, sagt Monika Barth. Schon mit zwölf Jahren musste sie in der Küche stehen und das Zubereiten von Essen erlernen. Damals war das eher der Not gehorchend, denn die Mutter brauchte Unterstützung. Auch die Geschwister kamen in den Genuss der Fürsorglichkeit der Plinsbäckerin.

Monika Barth hat ihre Mutter lange gepflegt. „Ich bin früh vom Dorf nach Kauper geradelt, habe meine Mutter versorgt, bin dann arbeiten gegangen und danach ging es wieder zurück, um dann noch für den nächsten Tag vorzukochen“, erzählt sie.

Der Kontakt zu den Leuten, die an ihren Plinsen nicht vorbeikamen und auch manch’ netten Plausch mit ihr führten, wird Monika Barth fehlen: „Aber vielleicht ist ja wieder mal Not am Mann. Und wenn ich mich gut fühle, dann helfe ich eben wieder für ein paar Stunden aus“, sagt sie zum offiziellen Abschied vom Burger Plinseisen.

Rezept für Spreewälder Hefeplinse

Zutaten: Für den Teig 1 Liter Milch, 500 Gramm Mehl, vier Eier, 25 Gramm Hefe, 30 Gramm Zucker, eine Prise Salz. Auch Buttermilch, Leinöl und Mineralwasser werden im Spreewald gern als Teigzugaben verwendet. Zum Bestreuen sind Zucker und Zimt unverzichtbar.

Zubereitung: Hefe und Milch verrühren, Zucker, Salz und Eier hinzufügen und Mehl unterrühren, bis der Teig glatt ist. Diesen dann etwa 60 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen. Butter in einer Pfanne zerlassen, eine Kelle Plinse-Teig zugeben. Plinse mehrfach wenden bis beide Seiten goldgelb sind. Dann zusammenrollen und mit dem Zucker-Zimt-Gemisch bestreut servieren.