
Toleranzpreis: Schmetterlinge erinnern an Holocaust-Kinder

Mit dem erschütternden Schicksal jüdischer Kinder während des Holocaust setzen sich Fünft- und Sechstklässler der Bewegten Grundschule in Cottbus auseinander. Die Schule ist die erste in ganz Deutschland, die am weltweiten „Butterfly-Projekt“ teilnimmt. 150 Keramik-Schmetterlinge wurden zuerst bemalt. Sie sind an der Außenfassade des Schulgebäudes angebracht worden, um ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Hoffnung und Mitmenschlichkeit zu setzen. Vor einigen Jahren hat Nicole Nocon aus Cottbus den Amerikaner Steven Schindler kennengelernt. Dessen Vater Alfred Schindler ist ein Holocaust-Überlebender. Er wurde 1938 im Alter von zehn Jahren von der Gestapo im Schulgebäude der heutigen Bewegten Grundschule, die damals den Namen Adolf Hitlers trug, verhaftet und mit seiner gesamten Familie nach Polen deportiert.
Michael Helbig
Butterfly-Projekt an der Bewegten Grundschule in Cottbus Die Kinder der 5. und 6. Klassen beschäftigen sich mit der Erinnerung an die im Holocaust getöteten Kinder. Sie bemalen Schmetterlinge. Geschichtlicher Ausgangspunkt ist ein früherer Cottbuser Junge. Alfred Schindler ging als Schüler an die in unserem Schulgebäude damals beheimatete Martin-Luther-Schule, bis er im Oktober 1938, im Alter von zehn Jahren, von der Gestapo aus der Schule abgeholt wurde, weil er Jude war. Von seiner gesamten Familie überlebten nur er und sein Bruder Max den Holocaust. Sie emigrierten in die USA, wo sie sich in San Diego, Kalifornien, niederließen.
Michael Helbig