Theater in Cottbus: Harfouch, Reusse und Schubert - Stars beim Hamlet im Hangar

Bei der Programmvorstellung des Lausitz-Festivals: Linn Reusse spielt Hamlet und Götz Schubert König Claudius.
Thomas Klatt- Lausitz-Festival startet in Cottbus mit prominent besetztem „Hamlet“ im Hangar 1.
- Linn Reusse spielt Hamlet, Götz Schubert den König Claudius, Corinna Harfouch ist dabei.
- Zusatz-Vorstellung am 27. August wegen hoher Nachfrage – Proben laufen auf Hochtouren.
- Regie: Marcel Kohler, eigene Fassung; Publikum wird als „Volk“ in die Inszenierung einbezogen.
- Probenbeginn war in Klandorf im Gasthof von Harfouch, zudem Gast: Historiker Götz Aly am 29.8.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Hangar 1 in Cottbus läuft die Probe für „Hamlet“ auf Hochtouren. Die Premiere des wohl am meisten gespielten Stückes von Shakespeare steht unmittelbar bevor.
Für diese Inszenierung hat das Lausitz-Festival erneut prominente Schauspieler verpflichtet. Mit dabei sind neben anderen Corinna Harfouch, Linn Reusse und auch Götz Schubert, dem Publikum bekannt als Burkhard „Butsch“ Schulz in der ARD-Krimireihe „Wolfsland“.
In der aktuellen Inszenierung spielt Schubert den König Claudius, der sich durch Intrigen und Brudermord an die Macht putscht. „Eigentlich bin ich nicht König, sondern Hamlets böser Onkel“, sagt Schubert im Gespräch mit der Lausitzer Rundschau. Das sei noch mal eine andere Perspektive. So werden sich in dieser Inszenierung auch aktuelle gesellschaftliche Konflikte wiederfinden.
Hamlet in Cottbus - Macht, Intrigen und aktuelle Konflikte
Shakespeare lässt das Stück im Mittelalter in Dänemark spielen. Aber heute wie damals gehe es um die Frage: Wie verändern sich Systeme, wie sollten diese Änderungen vollzogen werden: friedlich mit Reformen oder kriegerisch? Das sei die aktuelle Dimension dieses Stückes, so Schubert.
„Was kann ich tun?“, fragt Hamlet und stellt dabei auch die wichtigste Frage einer heutigen Generation. Für Schubert selbst ist hier etwas Gelassenheit wichtig und er verweist auf ein altes Gebet, mit dem er sich identifiziert: „Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Den Hangar 1, hinter dem eine wechselvolle zivile und militärische Geschichte liegt, empfindet Schubert als einen spannenden Ort. Es sei eine Herausforderung, mit dem Raum umzugehen. Aber da sei er optimistisch, auch die Akustik sei dort in den Griff zu bekommen. Das Publikum soll einbezogen werden in dieses Stück, nicht als aktiver Mitspieler, aber vielleicht als ein Teil des Volkes, das mit Entscheidungen und Veränderungen ringt.
So hat Götz Schubert Cottbus kennengelernt
Götz Schubert freut sich auf Cottbus, eine der Städte, zu der er bisher kaum Kontakt hatte. Zum Festival des osteuropäischen Films Ende der 1980er-Jahre, das Festival stand gerade in seinen Kinderschuhen, war er hier zu Gast. Da ging dem Jungschauspieler der Trabbi kaputt. Und die guten Beziehungen der Festivalmacher vor Ort verhalfen ihm schnell zu einer Werkstatt. Das war, Ältere werden sich erinnern, nicht so selbstverständlich.
Regie führt in Cottbus Marcel Kohler. Er hat für „Hamlet“ eine eigene Fassung erarbeitet. Doch Shakespeare-Freunde können beruhigt sein. Das hat er vor zwei Jahren mit „Othello“ in der Telux-Halle in Weißwasser auch schon getan, und entstanden ist eine der sehenswertesten Inszenierungen der letzten Jahre in der Lausitz.
Hamlet in Cottbus - zusätzliche Vorstellung beim Lausitz-Festival
Die Proben begannen schon vor Wochen im uckermärkischen Klandorf, einem alten Gasthof, den Corinna Harfouch vor einigen Jahren gekauft hat und schrittweise als Ort des Theaters für alle entwickelt. Weil der „Hamlet“ schnell ausverkauft war, hat das Festival noch eine zusätzliche Vorstellung am 27. August 2026 ins Programm genommen.
Corinna Harfouch, Linn Reusse, übrigens die Enkelin des beliebten Schauspielers Peter Reusse, sowie Götz Schubert, sind nicht die einzigen Prominenten des Lausitz-Festivals in dieser Woche. Am Samstagnachmittag, 29. August 2026, wird der Historiker Götz Aly - bekannt geworden durch eine Vielzahl von Veröffentlichungen zum Nationalsozialismus - beim Lausitz-Labor im Alten Cottbuser Stadthaus zu Gast sein.

