Das Sturmtief „Kirsten“ hat am Mittwochabend und Donnerstagmorgen auch Spuren in der Lausitz hinterlassen. Insgesamt ist die Region aber glimpflich davon gekommen, hieß es auf Rundschau-Nachfrage bei der Leitstelle Lausitz am Donnerstagmorgen. Etwa 75 Einsätze hätten die Retter zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen wegen des Wetters fahren müssen. Dabei seien es vor allem kleinere Bäume gewesen, die der Wind umgepustet hätte. Regionale Schwerpunkte habe es bei den Einsätzen keine gegeben.
Im Cottbuser Süden und mehreren angrenzenden Orten im Spree-Neiße-Kreis gab es am Mittwochnachmittag keinen Strom. Der Stromausfall dauerte mehrere Stunden und ist mittlerweile komplett behoben. Seit 18.10 Uhr fließe der Strom wieder störungsfrei, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Mitnetz. Mehr als 13 000 Kunden waren betroffen, teilte der Netzbetreiber Mitnetz am Mittwochnachmittag mit. Ursache war ein umgestürzter Baum, der in Klein Döbbern, Am Schäferberg, in die Leitung gestürzt war. Betroffen waren die Cottbuser Ortsteile Branitz, Gallinchen, Kiekebusch, Kahren und Sielow sowie im Landkreis Spree-Neiße die Orte Kolkwitz, Papitz, Gulben, Hänchen, Zahsow, Haasow, Koppatz, Groß Oßnig, Neuhausen, Klein Döbbern, Bagenz und Frauendorf. Zu insgesamt 17 wetterbedingten Einsätzen mussten die Einsatzkräfte im Raum Cottbus und Spree-Neiße-Kreis ausrücken Auch Reddern (Oberspreewald-Lausitz) war dem Mitnetz-Sprecher zufolge zeitweise ohne Strom.

Youtube

Sturmtief Kirsten weht Bäume in Elbe-Elster um

Außerdem gab es auch mehrere Feuerwehreinsätze. In Elsterwerda (Elbe-Elster) stürzte im Ortsteil Kraupa ein Baum auf die Bundesstraße 101, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ein weiterer Baum im Stadtgebiet stand am Mittag in „deutlicher Schräglage“ und musste gesichert werden. Bereits am Morgen stürzte im benachbarten Ort Prösen nach Feuerwehrangaben ebenfalls ein Baum auf die Straßenfahrbahn. In allen drei Fällen wurde niemand verletzt. Die Leitstelle Lausitz meldet für den Landkreis Elbe-Elster bis zum Donnerstagmorgen insgesamt 26 Einsätze. Verletzt wurde niemand.
Der Feuerwehrsprecher rief die Bevölkerung auf, bei dem schweren Sturm „lieber zu Hause“ zu bleiben. Parks sollten gemieden werden. Wegen der durch Hitze ausgetrockneten Böden hätten manche geschwächten Bäume nicht mehr ausreichend Halt.

Sturm legt Bahnverkehr lahm

Das Sturmtief hatte am Nachmittag und Abend auch Auswirkungen auf den Zugverkehr. So gab es beispielsweise auf der Strecke zwischen Cottbus und Berlin Verspätungen von bis zu einer Stunde und sogar Zugausfälle. Auf dem Abschnitt zwischen Lübben und Lübbenau war ein Baum in die Oberleitung gefallen und musste von der Feuerwehr beräumt werden. Auch auf der Strecke Cottbus nach Forst kam es zu Behinderungen. Hier war der Zugverkehr am Abend laut Mitteilung der Odeg komplett eingestellt worden.
In Weißwasser sorgte Sturmtief Kirsten für Staub in der Innenstadt. Dieser wehte aus dem nahen Tagebau Nochten herüber.

Wie geht es mit dem Wetter weiter?

In der Region wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Mittwoch maximal Windstärke 10 erwartet, das wären um die 95 Kilometer pro Stunde. Am Donnerstag zieht der Sturm allmählich ab. Bis in die Nachmittagsstunden sind gebietsweise stürmische Böen zu erwarten. Dazu kann es weiterhin den ein oder anderen Schauer geben.