Das Bergbauunternehmen Leag arbeitet intensiv an Modellen, wie die Einrichtungen und Flächen von Tagebauen und Kraftwerken nachgenutzt werden können. Der neuste Coup ist ein Entsorgungsfachbetrieb, der sowohl Abfälle aus dem Rückbau eigener Anlagen als auch mineralische Abfälle von Drittkunden verwerten soll.

„Ausgelegt ist das neue Zentrum auf die Verwertung von 400 000 Kubikmetern“, sagt Unternehmenssprecherin Kathi Gerstner. Auf einer Fläche von rund 30 Hektar – knapp der Hälfte der jetzigen Tagesanlagen – soll die Anlage entstehen.

Leag zu Rückbau- und Entsorgung verpflichtet

Derzeit wird das Genehmigungsverfahren nach Auskunft der Leag unter Leitung des Landesamtes für Umwelt vorbereitet. Den Genehmigungsantrag will das Bergbauunternehmen in den kommenden zwölf Monaten erarbeiten .

„Mit dem vorliegenden Kohleausstiegsszenario und der entsprechenden Anpassung unserer Revierplanung kommen auf den Bergbau Rückbau- und Entsorgungsverpflichtungen zu, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken werden. Mit unseren Planungen wollen wir dafür rechtzeitig Vorsorge treffen,“ erklärt Leag-Bergbauvorstand Uwe Grosser.

In dem Zentrum sollen Abfälle, die beim Rückbau von Tagesanlagen der betriebseigenen Tagebaue anfallen, und von Abfällen Dritter verwertet und entsorgt werden. Hallen, Straßen, Schienenanlagen und Mediennetzen der bestehenden tagesanlagen werden weiter genutzt. Ein Teil des An- und Abtransports per Schiene soll per Schiene realisiert werden.

Neben dem Sekundär-Rohstoff-Zentrum plant das Bergbauunternehmen die Errichtung einer Deponie, um nicht verwertbare Abfälle sicher entsorgen zu können. Sie könnte in unmittelbarer Nachbarschaft der Aschedeponie Jänschwalde II entstehen. Für die Deponie wird ein separates Genehmigungsverfahren vorbereitet.

Was sind Sekundärrohstoffe?


Sekundärrohstoffe sind Rohstoffe, die durch Aufarbeitung (Recycling) aus entsorgtem Material gewonnen werden. Sie dienen als Ausgangsstoffe für neue Produkte und unterscheiden sich dadurch vom primären (aus der Natur gewonnenen) Rohstoff. Es handelt sich also um Stoffe, die im Rahmen der Rohstoffwirtschaft in einer Kaskade zum zweiten oder wiederholten Mal genutzt werden.

Als Sekundärrohstoffe führt man zum Beispiel gebrauchte Verpackungen aus Glas, Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundstoffen durch verschiedene Verwertungsverfahren wieder in Produktionsprozesse zurück. Im Bereich der Nutzung nachwachsender Rohstoffe betrifft dies vor allem Papier (Altpapier) und Holz (Altholz). Die Rückgewinnung von Metallen aus dem Müll oder aus der Schlacke von Müllverbrennungsanlagen verhindert zudem die Entstehung giftiger Deponieabwässer.