Streik beendet
: Bahn rechnet Dienstagfrüh mit „weitgehend normalem Betrieb“ – kein EVG-Streik an Ostern

Der Warnstreik von Verdi und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG legte den öffentlichen Verkehr weitgehend lahm. Auch in Brandenburg und Sachsen waren Flughäfen, Bus- und Bahnverbindungen betroffen. So lief der Streiktag ab.
Von
Melanie Dahrendorf
Brandenburg/Cottbus
Jetzt in der App anhören
  • Auch Brandenburg ist am 27. März 2023 vom Super-Streik betroffen.

    Auch Brandenburg ist am 27. März 2023 vom Super-Streik betroffen.

    dpa
  • Die Anzeigetafel im Bahnhofsgebäude des Cottbuser Hauptbahnhofs zeigt keine Zugverbindungen an, auch keinen Hinweis auf heutige Zugausfälle. Für den heutigen Montag hatten die Gewerkschaften ver.di und EVG die Beschäftigten der Bahn zu einem bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Verkehr aufgerufen. Die Bahn hat den Fern- und Regionalverkehr eingestellt.

    Die Anzeigetafel im Bahnhofsgebäude des Cottbuser Hauptbahnhofs zeigt keine Zugverbindungen an, auch keinen Hinweis auf heutige Zugausfälle. Für den heutigen Montag hatten die Gewerkschaften ver.di und EVG die Beschäftigten der Bahn zu einem bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Verkehr aufgerufen. Die Bahn hat den Fern- und Regionalverkehr eingestellt.

    Frank Hammerschmidt
  • „10,5 %, mind. 500 € mehr“ steht auf einem Transparent, das von Teilnehmern einer von der Gewerkschaft Verdi organisierten Demonstration am Cottbuser Hauptbahnhof gehalten wird. Zahlreiche Beschäftigte aus öffentlichen Verwaltungen sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und beteiligen sich an dem Warnstreik. Eine zentrale Demonstration, an der sich auch Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung in Wissenschaft (GEW) beteiligen, findet in Cottbus statt.

    „10,5 %, mind. 500 € mehr“ steht auf einem Transparent, das von Teilnehmern einer von der Gewerkschaft Verdi organisierten Demonstration am Cottbuser Hauptbahnhof gehalten wird. Zahlreiche Beschäftigte aus öffentlichen Verwaltungen sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und beteiligen sich an dem Warnstreik. Eine zentrale Demonstration, an der sich auch Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung in Wissenschaft (GEW) beteiligen, findet in Cottbus statt.

    Frank Hammerschmidt
1 / 3

Am Montag, 27. März 2023, kam es bundesweit zu massiven Einschränkungen. Verdi und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG planten einen gemeinsamen Streik. Betroffen waren die Deutsche Bahn, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), die Flughäfen und die Autobahngesellschaft des Bundes. Der Streik begann in der Nacht zum Montag um 0 Uhr und sollte 24 Stunden andauern, wie die Gewerkschaften in einer Pressekonferenz angekündigt hatten. Zuerst hatten Bild am Sonntag und die Süddeutsche Zeitung vom Streik berichtet und sich auf Angaben aus Gewerkschaftskreisen bezogen.

Bei der Deutschen Bahn wurde der gesamte Fernverkehrbundesweit eingestellt. Und auch im Regionalverkehr fuhren überwiegend keine Züge.

Streik in Brandenburg und Sachsen am 27. März 2023

Verdi rief bundesweit 120.000 Beschäftigte zum Streik auf, die EVG 230.000 Beschäftigte bei Bus und Bahn. Durch Streiks bei der Autobahn GmbH hätte es auch zu Schließungen von Straßentunneln kommen können, beispielsweise hätte der Tunnel Tegel (A111) sowie Britz (A100) betroffen sein können.

Auch in Brandenburg waren die Folgen, etwa für Pendler, gravierend. Unter anderem fiel nach Angaben der Deutschen Bahn der RE2 von Cottbus nach Berlin aus. Ein Busnotverkehr war nicht möglich.

Obwohl die Odeg nicht direkt bestreikt wurde, gab es ebenfalls Auswirkungen auf deren Linien, weil die Fahrdienstleiter der DB Netz AG sich am Streik beteiligten. Folgende Linien sind unter anderem an dem Tag nicht gefahren:

  • RB65: Cottbus Hbf - Görlitz - Zittau
  • RB64: Hoyerswerda - Niesky - Görlitz
  • RB46: Cottbus - Forst
  • RE8 Süd: Berlin Hbf - Wünsdorf-Waldstadt - Baruth (Mark) / Elsterwerda / Finsterwalde
  • RE8 Nord: Wismar - Wittenberge - Berlin Hbf - Flughafen BER
  • RE1: Magdeburg Hbf - Brandenburg Hbf - Potsdam Hbf - Berlin Hbf - Frankfurt (Oder) - Eisenhüttenstadt - Cottbus

Ersatzbusse fuhren nicht.

Verdi hatte bereits Mitte März zum Streik aufgerufen.

ÖPNV in Sachsen wird bestreikt

Auch Beschäftigte des sächsischen öffentlichen Personennahverkehrs waren dazu aufgerufen, am Montag ihre Arbeit niederzulegen, so ein Sprecher in Leipzig mit. Hiervon waren der ÖPNV in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen betroffen.

Diese Flughäfen sind betroffen

Der angekündigte große Warnstreik hätte nach Einschätzung des Flughafenverbands ADV Hunderttausende Passagiere treffen können. „Rund 380.000 Geschäfts- und Privatreisende werden ihren Flug nicht antreten können“, teilte der Verband in Berlin vor dem Streik mit. Der ADV sprach von „Streikeskalation nach französischem Vorbild“. Ein ganzes Land werde vom internationalen Luftverkehr abgeschnitten.

Gute Nachrichten gab es dennoch: Der Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) war nicht vom Streik am 27. März 2023 betroffen.

Flüge in Dresden und Halle/Leipzig – Informationen zum Abflug

Die Mitteldeutsche Flughafen AG hingegen teilte mit, dass die Warnstreiks vor allem Reisende an den Flughäfen in Leipzig und Dresden treffen werden – etwa wenn sich Personal der Sicherheitskontrollen daran beteilige. Für die eigenen Beschäftigten der Mitteldeutschen Flughafen AG gebe es dagegen einen gültigen Haustarifvertrag, erklärte Sprecher Uwe Schuhart. Letztlich entschieden die Fluggesellschaften, ob die Flüge stattfinden oder nicht. Passagiere sollten sich daher unbedingt vorab bei den Anbietern über ihre Flüge informieren.

Was ist mit Tram, U-Bahn und Bus in Berlin?

Tramlinien, U-Bahnen und Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren am Montag trotz des bundesweiten Warnstreiks im Verkehrssektor ohne Einschränkungen. Die BVG werde nicht bestreikt, da ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen gültigen Tarifvertrag verfügten, teilte das Verkehrsunternehmen vor dem Streiktag mit. Pendlern stand damit eine Alternative zum stillstehenden Regional- und S-Bahnverkehr in der Hauptstadt zur Verfügung.