Der Stressabbau rangiert auf der Wunschliste der Deutschen ganz oben. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zu den Vorsätzen für das Jahr 2023 klar ergeben.
Auch die Inflation und Preisentwicklung schlagen sich in den Gedanken zum Jahreswechsel nieder: Sparsamer zu sein, rangiert nach dem Wunsch, mehr Zeit für sich selbst zu haben und sich gesünder zu ernähren, mit an der Spitze. Und viele Bürger wollen, dass der Krieg in der Ukraine endlich aufhört.
In Cottbus hat LR.de zum Jahreswechsel mit Menschen auf der Straße gesprochen. Diese Hoffnungen und Wünsche haben die Menschen für das Jahr 2023.
Dagmar Kettmann (52) aus Cottbus.
Dagmar Kettmann (52) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Dagmar Kettmann (52) aus Cottbus sagt: „Das Jahr 2022 ist für mich persönlich hervorragend gelaufen. Ich bin selbständig im Network-Marketing im gesundheitlichen Bereich. Und ich lebe für mein Geschäft, das ist gewissermaßen mein Baby. Im neuen Jahr hoffe ich, wieder viele Menschen glücklich machen zu können.“
Rocco Schmidt (55) aus Cottbus.
Rocco Schmidt (55) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Rocco Schmidt (55) aus Cottbus sagt: „Das Jahr 2022 war für mich aufregend und spektakulär. Ich konnte wieder meine Passion vom Hafenbüro ausleben und den Umzug von der Sprem in eine ruhigere Seitenstraße verwirklichen.“ Persönlich habe er viel Zeit mit der Familie verbracht. Vier Kurzurlaube sind schöne Erinnerungen. „Außerdem bin ich glücklicher Opa. Und wenn wir alle zusammen sind, ist das die intensivste Zeit.“

Irrsinn in der Ukraine muss endlich aufhören

Für das neue Jahr wünscht sich Rocco Schmidt, dass am Ostsee mehr von neuen See zu sehen sein wird, der Irrsinn in der Ukraine endlich aufhört „und sich auch für uns Vieles wieder normalisiert“. Er sagt weiter: „Beruflich hoffe ich, dass ich mit meiner Firma auch weiterhin die Cottbuser Innenstadt hinsichtlich der Vermarktung und Vermietung von Immobilien mitgestalten kann.“
Celine Jakopaschk (22) aus Beeskow.
Celine Jakopaschk (22) aus Beeskow.
© Foto: Michael Helbig
Celine Jakopaschk (22) aus Beeskow sagt: „Das Jahr 2022 war für mich aufregend, weil ich mich beruflich verändert habe. Meine Mutter ist in der Gastrobranche selbständig, und ich bin bei ihr eingestiegen. Nun habe ich bei ihr einen Job in Service und Büro.“ Auch der Umzug in eine neue Wohnung habe ihr Leben verändert. Im Job will die 22-Jährige nun weiter gut Fuß fassen. „Ich wünsche mir, dass es mit einem neuen Auto und dem Hausumbau wie geplant läuft und dass alle gesund bleiben.“
Roland Böhmer (62) aus Eisenhüttenstadt.
Roland Böhmer (62) aus Eisenhüttenstadt.
© Foto: Michael Helbig
Roland Böhmer (62) aus Eisenhüttenstadt stellt fest: „Das alte Jahr war nicht so toll. Ich war Hausmeister und bin gerade arbeitslos geworden. Aber heute hatte ich ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job.“ Es gebe zwar noch mehr Bewerber, aber die Chancen stünden gut. „Ich will nicht zu euphorisch sein. Aber ich hoffe natürlich, dass ich die Stelle bekomme, da ich ja schon einige Vorkenntnisse habe. Wenn es nicht klappt, muss ich eben weitersuchen.“ Er hofft, gesund zu bleiben „und dass dieser Krieg endlich aufhört. Man muss ja richtig Angst haben angesichts der Zustände in der Welt“. Ansonsten freue er sich auf den Urlaub mit der Partnerin.
Marlies Pawelski (70) aus Cottbus.
Marlies Pawelski (70) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Marlies Pawelski (70) aus Cottbus sagt: „Mit dem Jahr 2022 bin ich eigentlich ganz zufrieden. Vor allem, dass die Corona-Maßnahmen reduziert wurden.“ Kritisch sieht sie die Politik mit der Folge der erhöhten Preise und der Benachteiligung vieler Menschen. „Für das neue Jahr wünsche ich mir, dass dieser Krieg in der Ukraine endlich ein Ende hat. Und dass das Gesundheitswesen wieder besser aufgestellt wird. Man hat ja inzwischen wirklich Angst, krank beim Arzt abgewiesen zu werden – wenn man überhaupt einen findet. Am wichtigsten ist deshalb, gesund zu bleiben.“
Lutz Janußewski (79) aus Cottbus.
Lutz Janußewski (79) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Lutz Janußewski (79) aus Cottbus: „Das Jahr 2022 ist mir sehr heiß und trocken in Erinnerung. Trotzdem denke ich gern an den Sommer zurück. Die meiste Zeit habe ich mit meinem Sohn am Gräbendorfer See verbracht.“ Anfang des neues Jahres fahre er mit der Frau wieder für längere Zeit nach Tunesien. „Im nun beendeten Jahr hat das wegen der nötigen Corona-Impfung nicht geklappt. Doch jetzt werden wir wieder für einige Zeit dort überwintern.“ Gesund zu bleiben und endlich das Kriegsende zu erleben, sind Wünsche für 2023. „Ich finde, man muss auch immer sehen, wie es anderen geht.“
Volker Boßlau (65) aus Cottbus.
Volker Boßlau (65) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Volker Boßlau (65) aus Cottbus sagt: „Ich bin jetzt Jungrentner und habe wieder einen Mini-Job übernommen. Man kann in meinem Aller noch etwas tun, fürs Altenteil bin ich noch zu jung. Jetzt bin ich beim Fahrdienst der Reha Vita tätig. Dreimal die Woche für ein paar Stunden. Das macht Spaß. Also für mich war es überwiegend ein schönes Jahr.“

Auch mal positive Nachrichten in der Zeitung lesen

Die Unruhe im Land aber sorge ihn. Das hänge auch mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Volker Boßlau: „Ich möchte auch mal die Zeitung aufschlagen und positive Nachrichten lesen. Diese ganze Stimmung überträgt sich doch auch auf die Menschen. Für das kommende Jahr wünsche ich mir Gesundheit und dass dieser Krieg ein Ende hat, sich alle Seiten endlich zu Friedensverhandlungen durchringen.“
Ingrid Schiller (71) aus Cottbus.
Ingrid Schiller (71) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Ingrid Schiller (71) aus Cottbus sagt: „Das Jahr 2022 ist gar nicht so schlecht gewesen, wenn man mal die ganze weltpolitische Geschichte beiseite lässt. Ich kann nicht klagen.“ Sie und ihr Mann haben gemeinsam Reisen unternommen – an die Ostsee, nach Südtirol und innerhalb von Deutschland. „Für das neue Jahr wünsche ich mir Gesundheit und dass die Welt etwas ruhiger wird.“
Christoph Creutzburg (22) aus Berlin.
Christoph Creutzburg (22) aus Berlin.
© Foto: Michael Helbig
Christoph Creutzburg (22) aus Berlin erzählt: „Für mich war es ein schönes Jahr 2022. Ich habe meine Ausbildung zum Straßenbauer angefangen.“ Für das Jahr 2023 habe er keine großen Erwartungen. „Es soll allerdings nicht so warm und nicht so kalt werden. Das ist für mich als Straßenbauer ganz wichtig. Und dann hoffe ich natürlich, dass ich im kommenden Sommer alle Zwischenprüfungen gut bestehe und nette Frauen kennenlerne“, sagt er schmunzelnd.
Sandy Szymanski (49) aus Bad Liebenwerda.
Sandy Szymanski (49) aus Bad Liebenwerda.
© Foto: Michael Helbig
Sandy Szymanski (49) aus Bad Liebenwerda sagt mit dem Blick zurück: „Anfangs war das Jahr sehr durchwachsen, aber schließlich mit einem positiven Ende. Ich habe die Liebe meines Lebens kennengelernt und bin deshalb auch nach Bad Liebenwerda gezogen.“ Die junge Frau ist ausgebildete Sozialpädagogin und hat jetzt eine Stelle in der Krisenintervention in Finsterwalde bekommen.

Wunsch nach Gesundheit, Frieden und Glück

Sandy Szymanski: „Für das neue Jahr hoffe ich, dass es sich genauso positiv entwickelt, wie das alte Jahr geendet hat. Dafür wünsche ich mir Gesundheit für die Familie, Frieden und Glück überall auf der Welt.“
Annely Richter (74) aus Cottbus.
Annely Richter (74) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Annely Richter (74) aus Cottbus: „Das Jahr 2022 ist recht durchwachsen gewesen. Wenn man diesen Krieg sieht, da fällt man vom Glauben ab.“ Weniger schön seien auch einige Schicksalsschläge in der Familie gewesen. „Für das neue Jahr wünsche ich mir Gesundheit und Frieden, und dass ich und mein Mann mobil und unternehmungslustig bleiben. Wir planen, fünf Wochen lang mit dem Wohnmobil eine Frankreich-Rundfahrt zu unternehmen. Darauf freuen wir uns schon sehr.“
Matthias Richert (46) aus Cottbus.
Matthias Richert (46) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Matthias Richert (46) aus Cottbus sagt: „Das nun beendete Jahr ist sehr von den Geschehnissen in der Welt geprägt. Das zehrt ganz schön an einem. Mir tut es jedenfalls sehr leid, was in der Ukraine passiert, da bin ich schon sehr betroffen.“ Trotzdem sei er auch guten Mutes, dass das neue Jahr besser werde und zum Beispiel die Preise nicht weiter ansteigen. „Es ist schwer, Zukunftspläne zu machen. Beim Einkaufen sieht man ja, was man mit 100 Euro heute bekommt und dafür früher bekommen hat. Nichtsdestotrotz geht es uns immer noch gut“, sagt er.
Arite Fehr (44) und Andreas Grimm (45) aus Peitz.
Arite Fehr (44) und Andreas Grimm (45) aus Peitz.
© Foto: Michael Helbig
Arite Fehr (44) und Andreas Grimm (45) aus Peitz: „Es war ein bewegendes Jahr. Wir sind erst im Juli nach Peitz gezogen. Vorher haben wir lange Zeit im Allgäu und im Havelland gelebt. Wegen der Familie sind wir wieder hierhergekommen. Nun freuen wir uns, dass wir wieder zu Hause sind, obwohl wir noch dabei sind, uns in Peitz einzuleben. So ein Umzug ist ja anstrengend, und die Kinder mussten die Schule wechseln“, erzählt sie. Im neuen Jahr will die Familie richtig hier ankommen und die Umgebung besser kennenlernen. „Es gibt viel zu entdecken. Wir wünschen uns vor allem Gesundheit und sind ansonsten wunschlos glücklich“, betont er.
Sigrid Rieken (64) aus Fürstenwalde.
Sigrid Rieken (64) aus Fürstenwalde.
© Foto: Michael Helbig
Sigrid Rieken (64) aus Fürstenwalde sagt: „Für mich war das nun vergangene Jahr sehr ereignisreich, weil ich einen neuen Lebensabschnitt als Rentnerin begonnen habe. Ich war 49 Jahre in der Pflege tätig und genieße jetzt den Ruhestand.“ Im Sommer endlich mal den Garten so richtig ausnutzen und viele Radtouren unternehmen zu können, sei toll gewesen. „Außerdem war es schön, dass ich etwas mehr Kontakt zu meinen Enkelkindern haben konnte.“ Für das neue Jahr wünscht sich die Fürstenwalderin „vor allem Gesundheit, dass der Krieg endlich zu Ende geht und die Menschen begreifen, dass Kriege nichts bringen“. Und dann freue sie sich darauf, frei und spontan planen zu können und „nicht erst nach Urlaub fragen zu müssen“. Die erste Reise, eine Donaureise, steht für das Frühjahr schon fest. „Darauf freue ich mich riesig.“
Matthias Jentzsch (40) aus Kolkwitz.
Matthias Jentzsch (40) aus Kolkwitz.
© Foto: Michael Helbig
Matthias Jentzsch (40) aus Kolkwitz sagt: „Es war ein sehr arbeitsreiches Jahr 2022. Ich bin Sozialarbeiter, und es gab sehr viel zu tun. Ansonsten war ich wieder sehr sportlich mit dem Rennrad und dem Fahrrad unterwegs. Rund 10.000 Kilometer habe ich geschafft. Die längste Tour waren 200 Kilometer beim Spreewald-Marathon. Daran denke ich gern zurück, obwohl man sich während der Fahrt manchmal fragt, was man da eigentlich macht.“

Mit mehr Gelassenheit durch das neue Jahr

Trotzdem habe er sich für den Spreewald-Marathon 2023 schon angemeldet. „Für das neue Jahr nehme ich mir vor, mehr Gelassenheit zu entwickeln, nicht nur an die Arbeit zu denken und die Familie, das Hobby und die Arbeit besser unter einen Hut zu bringen.“
Roland Müller (68) aus Döbern.
Roland Müller (68) aus Döbern.
© Foto: Michael Helbig
Roland Müller (68) aus Döbern sagt: „Das alte Jahr war durchwachsen. Zum Glück sind sind wir gut durch die Corona-Zeit gekommen und hatten da keine Probleme. Wir haben einen Garten. Und außerdem beschäftige ich mich ein wenig mit dem Wetter. Der Sommer war ja viel zu trocken in diesem Jahr.“ Die Preisentwicklung sei kompliziert. „Aber ich bin optimistisch, dass alles mal ein gutes Ende nehmen wird. Ich meine damit den Ukraine-Krieg und die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft.“ Er und seine Frau seien Rentner und können sich weiter die Urlaube leisten. „Dabei hatten wir eine schöne Zeit im zurückliegenden Jahr. Im neuen Jahr wollen wir nach Norwegen. Das ist unsere Lieblingsgegend – auch, um zu angeln.“
Philipp Gärtner (40) aus Cottbus.
Philipp Gärtner (40) aus Cottbus.
© Foto: Michael Helbig
Philipp Gärtner (40) aus Cottbus sagt: „Durch Corona und die Energiekrise war das Jahr 2022 für unseren Bunten Bahnhof ein Katastrophen-Jahr. Wir wissen nicht, wie wir das alles stemmen sollen. Da kann man nur hoffen, dass sich im neuen Jahr alles wieder normalisiert und der blöde Krieg aufhört. Trotzdem ist das alles Jammern auf hohem Niveau, wenn man sieht, wie die Menschen in der Ukraine leiden und wie es den Menschen anderswo auf der Welt geht. Jedenfalls hoffe ich, dass der Bunte Bahnhof im nächsten Jahr überlebt und nicht zwischen den ganzen Katastrophen zerrieben wird.“
René Hopf (52) aus Duisburg.
René Hopf (52) aus Duisburg.
© Foto: Michael Helbig
René Hopf (52), der in Cottbus aufgewachsen ist und jetzt in Duisburg lebt, sagt: „Im Großen und Ganzen bin ich mit dem alten Jahr recht zufrieden. Privat hat alles wunderbar geklappt. Es ist schön, wieder einmal in der Heimat zu sein und die vielen Veränderungen zu sehen.“ Er spüre auch Unzufriedenheit bei den Bürgern. Aber Cottbus sei eine super Stadt zum Leben. „Mal sehen, ob es im neuen Jahr noch besser wird. Die Familie, die Partnerin und die Geschwister spielen für mich eine große Rolle. Wichtig ist, dass wir alle gesund bleiben und es mit der Arbeit gut läuft. Ich hoffe, dass es so läuft wie bisher. Aber ich lasse alles auf mich zukommen.“
Ingrid Kästner (75) aus Berlin.
Ingrid Kästner (75) aus Berlin.
© Foto: Michael Helbig
Ingrid Kästner (75) aus Berlin sagt: „Das Jahr 2022 ist eigentlich recht gut gewesen. Wir sind von Corona verschont geblieben, die Kinder haben gute Arbeit. Alle sind gesund und wir genießen es, dass es wegen Corona kaum noch Einschränkungen gibt.“ Die Stadt Cottbus sei sehr schön und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. „Ich bin ehrenamtlich im Bezirksgartenfachverband Berlin-Brandenburg tätig und habe mich bei einer Fachtagung in Cottbus gleich in die Stadt verliebt“, erzählt sie.

Auch im neuen Jahr Zeit fürs Ehrenamt

Für das neue Jahr wünscht sich die Berlinerin vor allem Gesundheit und dass sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit fortsetzen kann. „Ich engagiere mich auch in der Obdachlosenhilfe. Das ist mir ein Herzensbedürfnis. Ansonsten wünsche ich mir, das die Maskenpflicht endlich ganz fällt und der Krieg in der Ukraine aufhört.
Wir wünschen allen Lesern einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr.